Autobiografie von Gisèle Pelicot

„Nur ja heißt ja“ – Prozess gegen Vergewaltiger von Gisèle Pelicot hat zu Paradigmenwechsel geführt

Der öffentliche Prozess gegen die Vergewaltiger von Gisèle Pelicot habe in Frankreich zu einem „Paradigmenwechsel“ und zu einer Strafrechtsänderung geführt, so „Emma“-Redakteurin Chantal Louis in SWR Kultur. „Nur ja heißt ja“ bedeute, „ein Mann muss sich davon überzeugen, vor dem Sex, dass die Frau ihre Einwilligung dazu gibt, dass sie einverstanden ist.“

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Grundsätzlich habe sich durch den Prozess –auch in Deutschland – verändert, dass „diese Idee, eine Frau ist grundsätzlich mal bereit zum Sex, wenn sie sich nicht mit Händen und Füßen wehrt“, nicht mehr denkbar sei, so Chantal Louis.

Fast zehn Jahre dauerte das Martyrium von Gisèle Pelicot: Mehr als 200 Vergewaltigungen durch mindestens 82 Männer. Organisiert wurden diese von ihrem eigenen damaligen Ehemann, der seine Frau wiederholt mit Angstlösern und Schmerzmitteln betäubte.

„Die Scham muss die Seite wechseln“ – so begründete Gisèle Pelicot später ihre Entscheidung, den Gerichtsprozess gegen den Haupt- sowie die Mitangeklagten öffentlich zu führen. Mit „Eine Hymne an das Leben" hat Pelicot nun ihre Autobiografie veröffentlicht.

Der Prozess habe ein großes „Erschrecken“ über die Erkenntnis ausgelöst, dass „ganz normale Männer sich an so etwas beteiligen“, so Louis.

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Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Frauke Oppenberg
Frauke Oppenberg, Team SWR Kultur
Interview mit
Chantal Louis