Gespräch

„Es ist ein einziges Warten“ - Der Künstler Mehrdad Zaeri sorgt sich um die Menschen im Iran

Seit mehr als zwei Wochen werden Proteste im Iran brutal niedergeschlagen, Kontakte nach außen sind fast vollständig gekappt. In SWR Kultur schildert der Künstler Mehrdad Zaeri aus Mannheim, was diese Zeit für ihn bedeutet.

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Stand

„Es ist ein einziges Warten und Bangen, ob die Menschen, die zu mir gehören, überhaupt noch am Leben sind“, sagt Mehrdad Zaeri. Seit der Internetblockade hat er keinen direkten Kontakt mehr zu Familie und Freunden im Iran.

Nachrichten über Umwege

Informationen erreichen ihn nur noch bruchstückhaft. „Manchmal geht es über fünf Ecken“, sagt Zaeri. Einzelne Lebenszeichen kommen über Exil-Iranerinnen und Exil-Iraner, über Bekannte mit Satelliten-Internet oder heimlich verschickte Videos.

Besonders erschüttert hat ihn eine letzte Nachricht einer befreundeten Journalistin aus Teheran. Indirekt wird darin deutlich: Die aktuellen Proteste seien kein politisches Projekt mehr, sondern ein Kampf ums nackte Überleben.

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An Kunst ist kaum zu denken

Auch die Kulturszene sei nahezu zum Stillstand gekommen. „Wenn eine Gesellschaft ums Überleben kämpft, bleibt keine Energie für Kunst“, sagt Zaeri. Angst, Armut und Repression zerstören kreative Räume.

Hoffnung gebe es dennoch, nach 40 Jahren Diktatur. Aber sie sei müde geworden. „Die Menschen im Iran entscheiden, wann es endet“, sagt er. Für die Exilgemeinschaft bleibt primär eines: aufmerksam bleiben und nicht wegsehen.

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Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Christian Batzlen
Christian Batzlen, Moderator SWR Kultur
Interview mit
Mehrdad Zaeri