Biennale ohne Russland wäre „ein radikaler Schritt“
Eine Teilnahme Russlands an der 61. Internationalen Kunstaussstellung lasse sich kaum unterbinden, so die Chefredakteurin der Kunstzeitschrift Monopol in SWR Kultur.
Vermutlich könne Italien den russischen Vertretern zwar den Zugang aufs Gelände verwehren. Das jedoch, so Elke Buhr, „wäre ein relativ radikaler Schritt“, auch angesichts der Tatsache, dass die Biennale als Teilnehmer üblicherweise alle von Italien anerkannten Staaten akzeptiert.
80 Länder unterhalten oft seit Jahrzehnten ihre eigenen Pavillons auf dem Gelände der Biennale. In der Regel bestimme das jeweilige Land, welche Art von Kunst dort gezeigt wird. 2022 hatten die russischen Künstler selbst die Biennale boykottiert. 2024 vermietete Russland seinen Pavillon an Bolivien.
Geplante Proteste gegen russische Teilnahme
Eine russische Teilnahme sei dabei nicht schlecht, findet Elke Buhr. Denn Russland werde „während der Laufzeit der Ausstellung und auch im Vorfeld auf Kritik stoßen. Das heißt, es wird Gegendemonstrationen geben.“ Auch die Ukraine werde sich in Venedig präsentieren. Russland werde sich einer Debatte stellen müssen.
Die Protestband „Pussy Riot“ hat bereits angekündigt, dass sie auf der Biennale mit einer Performance auftreten will. Ebenso wie bei Protesten gegen die Teilnahme Israels 2024 müssten die Veranstalter allerdings verhindern, dass es zu Gewalttaten komme.
Europäische Spitzenpolitiker haben die geplante Wiedereröffnung des russischen Pavillons dagegen kritisiert. Sie sei nicht vereinbar mit dem Erfordernis, sich kollektiv gegen die brutale Aggression Russlands zu wehren, kritisierte der für Kultur zuständige EU-Kommissar Glenn Micallef. Man prüfe auch eine Aussetzung oder Beendigung laufender EU-Zuschüsse an die Biennale Foundation.
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