Ein Gesetz und dürre Ideen

Zukunft der Kultur: Die Pläne der Parteien vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz

Vor den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz hat Kultur nicht gerade Priorität. Eines jedoch wollen alle Parteien außer der AfD: ein Kulturfördergesetz, das alle Maßnahmen regeln soll.

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Stand

Von Autor/in Marie-Christine Werner

Kultur wozu? Grundsätze der Parteien

Kultur spielt in Wahlprogrammen selten eine hervorgehobene Rolle. Doch selbst niedrige Erwartungen werden in Rheinland-Pfalz teilweise unterboten. Der CDU ist die Kultur im Wahlprogramm gerade einmal zehn Zeilen wert. Kultur stifte Identität, müsse in Stadt und Land gefördert werden und für alle zugänglich sein, heißt es im Programm. So weit, so wenig.

Der rheinland-pfälzische CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder beim CDU-Bundesparteitag in Stuttgart
Zehn-Zeilen-Programm für die Kultur: der rheinland-pfälzische CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder Chris Emil Janßen

Was sich SPD, FDP und Grüne, Freie Wähler und AfD abringen, passt auf zwei bis drei Seiten. Eine lebendige Kulturlandschaft wünscht sich die SPD. Ihre Aufmerksamkeit gilt vor allem den Regionen. Die Grünen haben die freie Kulturszene im Blick. Bei der FDP sind es vor allem Kinder und Jugendliche. Dass es seit 2022 in Rheinland-Pfalz kein eigenständiges Kulturministerium mehr gibt, scheint keine der Parteien zu stören.

Schwerpunkte: Was die Parteien vorhaben

Um Kultur regional zu fördern, wünscht sich die SPD regionale Kulturmanagerinnen und -manager. Förderstrukturen für Künstlerinnen und Künstler sollen stärker an ihren Arbeitsbedingungen ausgerichtet werden. Die Grünen sind ähnlich unterwegs. Sie fordern Mindesthonorare bei der Landesförderung kultureller Aktivitäten und einen Kulturpass für junge Menschen.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) beim Rosenmontagszug in Mainz
Will die Kultur in den Regionen stärken: Alexander Schweitzer, rheinland-pfälzischer Ministerpräsident und SPD-Spitzenkandidat dpa | Thomas Frey

Die Freien Wähler wollen Kultur für Menschen mit geringem Einkommen zugänglicher machen. Sie verlangen für sie einen freien oder deutlich vergünstigten Eintritt in Museen und Theater. Die AfD hat anstelle von Festivals und Menschen vor allem den Erhalt von Baudenkmälern im Blick. Auch für eine Begegnungsstätte für Russlanddeutsche will sich die Partei einsetzen.

Die Finanzierung: Mehr oder weniger Geld für Kultur?

Wie sie ihre Wohltaten finanzieren wollen, bleibt bei allen Parteien offen. Immerhin jedoch wollen alle außer der AfD ein Kulturfördergesetz. Der Vorteil daran: Hier ließe sich alles detailliert regeln und verbindlich festlegen, die Förderung künstlerischer Arbeit ebenso wie der freien Szene. Einen Kulturentwicklungsplan mit Leitlinien gibt es bereits.

Der rheinland-pfälzische AfD-Vorsitzende Jan Bollinger auf der Wahlkampfbühne
Den Schutz von Baudenkmälern und eine Begegnungsstätte für Russlanddeutsche wünscht sich der rheinland-pfälzische AfD-Vorsitzende Jan Bollinger dpa | Harald Tittel

Zu einem Kulturfördergesetz würden vermutlich auch einige Forderungen der Freien Wähler passen: Sie wollen den Förderschlüssel für kulturelle Veranstaltungen an der Einwohnerzahl orientieren. Das schaffe Transparenz in der Kulturfinanzierung und könne dazu beitragen, Bürokratie abzubauen.

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