Ausstellung

Unendlich endlich – Isabelle Krieg im Kunstmuseum Thurgau

Langzeitprojekte spielen im künstlerischen Schaffen der Schweizer Künstlerin Isabelle Krieg eine große Rolle. In Thurgau sind eigens für das Kunstmuseum geschaffene Installationen zum Thema Unendlichkeit zu sehen.

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Stand

Von Autor/in Barbara Paul

Wie zeigt sich Vergänglichkeit und Endlichkeit im Alltag? 

Im Mittelpunkt des äußerst vielseitigen Werkes von Isabelle Krieg steht vor allem die Frage, wie sich sich Vergänglichkeit und Endlichkeit im Alltag zeigt? In einer extra für das Kunstmuseum Thurgau geschaffenen Installation stellt sie aber auch die Unendlichkeit dar, mit einer schwebenden Kette aus über 400 Straußeneiern und einem Boden übersät mit Schafwolle.

Installationsansicht im Kunstmuseum Thurgau, Kartause Ittingen
Installationsansicht von Isabelle Krieg im Kunstmuseum Thurgau, Kartause Ittingen. Pressestelle Kunstmuseum Thurgau | © 2025, ProLitteris, Zürich | Stefan Rohner

Bilder im Kaffeesatz der Morgenkaffees

Ein großer Tisch vollgestellt mit weißen Tassen. Aus jeder Einzelnen hat Isabelle Krieg ihren morgendlichen Kaffee getrunken. Während sie Zeitung las. In den Kaffeesatz hat sie dann jeweils das Gesicht einer bestimmten Person gemalt, über die sie gerade etwas gelesen hatte. Viele davon kennt man: Gisèle Pelicot, Donald Trump, Steve Jobs, Angela Merkel.

Isabelle Krieg, Unerledigt III, seit 2010, Cappuccinoschaum und Kakao in Porzellantassen
Isabelle Krieg, Unerledigt III, seit 2010, Cappuccinoschaum und Kakao in Porzellantassen. Pressestelle Kunstmuseum Thurgau | © 2025, ProLitteris, Zürich | Isabelle Krieg

Das Werk von Isabelle Krieg ist vielseitig, genau wie die verwendeten Materialien: Stoff, Wolle, Fotografie. Seit fast 20 Jahren kleistert sie etwa ihre To-Do-Listen zu einer ständig wachsenden Kugel zusammen. Eine sehr haptische Skulptur.

Gebrauchte Jacken wie zu einem Zelt übereinander geschichtet

Genau wie die Arbeit „Life Jacket“, bei der unendlich viele gebrauchte Jacken wie zu einem Zelt übereinander geschichtet sind. Vom Baby-Jäckchen, über ausgewaschene Regen und Winterjacken bis hin zur Strickjacke der Oma. Eine Skulptur, die sehr deutlich zeigt, um was es Isabelle Krieg in all ihren Arbeiten geht: „Es ist eine Darstellung von Leben und Lebenszeit und von Vergänglichkeit. Denn irgendwann ist es die letzte Jacke.“ 

Life Jacket (Health), 2023, Getragene Jacken, Glasfasergewebe, Epoxidharz
Life Jacket (Health), 2023, Getragene Jacken, Glasfasergewebe, Epoxidharz. Pressestelle Kunstmuseum Thurgau | © 2025, ProLitteris, Zürich | Isabelle Krieg

Kellerboden der Kartause Ittingen mit Schafwolle ausgelegt

Und wie zeigt Isabelle Krieg neben der  Vergänglichkeit und Endlichkeit die Unendlichkeit? In ihrer neuesten, extra für das Kunstmuseum Thurgau entwickelten Arbeit, gibt sie eine Antwort darauf:

Den Kellerboden der ehemaligen Kartause Ittingen hat sie komplett mit Schafwolle ausgelegt. In Socken dürfen Besucherinnen und Besucher darüber schreiten, während über ihnen eine Kette aus 400 Straußeneiern schwebt. Diese bildet in ihrem Verlauf eine schwebende Acht.

Wobei man die Form nicht ganz erfassen kann, denn Teile der Kette werden über die Oberfenster des Kellers nach Draußen geführt.

Isabelle Krieg (* 1971) zeigt ihr Lebenszeitprojekt (seit 1994) „Unendlich endlich“
Isabelle Krieg (* 1971) zeigt ihr Lebenszeitprojekt „Unendlich endlich“, dem sie sich seit 1994 widmet: Ein Kommentar zu unserer Lebensweise, Zivilisation und Vergänglichkeit. Pressestelle Kunstmuseum Thurgau | © 2025, ProLitteris, Zürich | Nina Maier
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Autor/in
Barbara Paul
SWR Kultur, Autorin und Moderatorin Barbara Paul