Der Bundestag stimmt am Mittwoch über das Ende der sogenannten Turbo-Einbürgerung ab, die eine Einbürgerung bereits nach drei Jahren Aufenthalt ermöglicht hatte.
Politikwissenschaftler Stefan Rother von der Universität Freiburg sieht in der Abschaffung „eine Form von Symbolpolitik, weil sich faktisch wenig ändert“.
Stefan Rother: „Wenn man sich die Argumentation zu eigen macht, dass weniger Menschen kommen sollen, weil die Kommunen überfordert sind, dann müsste man immer noch sagen: es sind ja sehr viele Menschen bereits hier. “
Umso mehr müsse man auf Integration Wert legen, keine Sprachkurse kürzen, Qualifikationen besser anerkennen und „vielleicht doch auch etwas ein Gefühl der Zugehörigkeit zu vermitteln“.
Stefan Rother: „Wer hier arbeitet, keine Straftaten begeht, was leistet, der gehört dazu, der hat Potenziale, aber dazu höre ich leider sehr wenig.“
Die Entscheidung sei vielmehr „ein Signal der Härte, aber nicht an der richtigen Stelle“, so Rother. Auch nach dem Wegfall der verkürzten Frist bleibt die Einbürgerung nach fünf Jahren mit hohen Anforderungen bestehen.
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