Wie die art Karlsruhe Künstlerkarrieren wieder neu entdeckt
Am 4. Februar startet die art Karlsruhe 2026 mit einem Preview Tag, am Donnerstag öffnet die Messe für alle Besucherinnen und Besucher. Der kuratorische Leiter Kristian Jarmuschek erklärt, warum die Messe mehr sein will als ein reiner Kunst-Marktplatz.
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Karrieren mit Brüchen sollen wieder sichtbar werden
Mit dem Programm Re:Discover sollen Künstlerinnen und Künstler sichtbar werden, deren Karrieren ins Stocken geraten sind. Es richtet sich an Künstlerinnen und Künstler, die bereits präsent waren, aber nie dauerhaft etabliert wurden. In diesem Jahr sind es 20 Positionen.
Der Kunstmarkt ist launisch. Manche Künstlerinnen und Künstler waren auf der Documenta und verschwinden trotzdem wieder aus dem Blick.
Kristian Jarmuschek, kuratorischer Leiter art Karlsruhe
Besonders hebt Jarmuschek die Fotografin Vera Mercer hervor. „Sie war lange nur als die Frau von Daniel Spoerri bekannt. Ihr eigenes Werk wird erst jetzt wirklich entdeckt.“ Genau dafür sei das Programm gedacht: um Biografien, die übersehen wurden, erneut ins Gespräch zu bringen.
Noch sind unter den 20 Re:Discover Positionen nur neun Frauen. „Ich hätte mir ein anderes Verhältnis gewünscht“, sagt Jarmuschek offen. Dennoch zeige sich, dass das Programm wirke. Galerien berichteten von Verkäufen und neuem Interesse, so Jarmuschek.
Nach drei Jahren Förderung steht nun die Evaluation an. Jarmuschek hofft auf eine Fortsetzung. „Wir können nicht über Gleichberechtigung reden, ohne die Strukturen zu unterstützen, die sie möglich machen.“ Die art Karlsruhe läuft bis Sonntag.