Kommentar

Büchner-Preis für Ursula Krechel: Eine folgerichtige Wahl

Die Schriftstellerin Ursula Krechel erhält den Georg-Büchner-Preis 2025. Eine Entscheidung, die für Literaturkritiker Christoph Schröder folgerichtig ist – und ein starkes Zeichen in Zeiten aufgeheizter Migrationsdebatten.

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Von Autor/in Christoph Schröder

Die diesjährige Büchnerpreisträgerin Ursula Krechel denkt politisch wie literarisch. Das zeigt schon der Titel ihres neuen Buchs: „Vom Herzasthma des Exils“ – ein Zitat von Thomas Mann. Sie entwirft darin eine Kulturgeschichte der Flucht- und Migrationsbewegungen vom 19. Jahrhundert bis heute.

Dass sie den mit 40.000 Euro dotierten Büchnerpreis bekommt, ist für Literaturkritiker Christoph Schröder keine Überraschung – sondern eine konsequente Entscheidung. Denn Themen wie Exil, Flucht und Verdrängung ziehen sich seit Jahrzehnten durch Krechels Werk.

Exil, Verdrängung und Gerechtigkeit

In ihrem Roman „Landgericht“ etwa erzählt sie die Geschichte eines Heimkehrers aus dem Exil, der auf das Schweigen der Nachkriegsgesellschaft trifft. Auch „Shanghai fern von wo“ und „Geisterbahn“ gehören zu dieser Trilogie über das lange Echo der NS-Zeit.

Ursula Krechel ist eine vielfach ausgezeichnete, vielseitige Autorin – bekannt für Romane, Lyrik, Theaterstücke und Essays. Christoph Schröder sieht in der Entscheidung für sie keine Provokation, sondern schlicht: die richtige Wahl.

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Christoph Schröder