Den Literaturhäusern in Deutschland droht, wie vielen anderen Kulturinstitutionen, ein finanzieller Engpass. Dem Literaturhaus in Leipzig droht gar das endgültige aus. Katharina Knüppel leitet gemeinsam mit Martin Bruch das Literaturhaus in Freiburg.
Dem Haus gehe es, sagt Knüppel, vergleichsweise gut, doch man betrachte die bundesweite Entwicklung mit Sorge. Die größte Säule der Finanzierung sei der Zuschuss der Stadt: „Wir sind davon komplett abhängig.“ Wenn an dieser Stelle gespart werden müsse, würde es eng.
Sinkende Lesekompetenz, neue Wege
Der ökonomische Erfolg eines Hauses hängt eng mit der Programmplanung zusammen. Das Freiburger Publikum ist heterogen und entdeckungsfreudig. Man achte, so Knüppel, darauf, große Namen ins Haus zu holen, aber auch Debüts und Neuentdeckungen.
„Wir haben einen großen Rückhalt hier in der Stadt; das ist ein großes Glück“, so Knüppel. Doch in Zahlen sinkender Lesekompetenz muss ein Literaturhaus auch als Ort der Vermittlung fungieren. „Wir gehen dorthin, wo die Leserschaft ist, die wir erreichen wollen: in Schulen, wo man wilde Sachen ausprobieren kann oder sein erstes eigenes Buch basteln kann.“
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Diskriminierte Boomer-Generation?
Angesprochen auf einen jüngst erschienenen Text, nach dem ältere weiße Autoren der Boomer-Generation in Literaturhäusern kaum noch Auftritte bekämen, plädiert Katharina Knüppel für eine Differenzierung:
„Solche Grundsatzthesen schauen nicht darauf, wie unterschiedlich Menschen und Texte in jeder Generation sind. Wir schauen nicht auf die Jahrgänge.“ Zudem tue Polarisierung niemandem gut.
Jubiläum im Herbst
Einen optimistischen Ausblick wirft Knüppel auf den Herbst: Dann findet zum 40. Mal das Freiburger Literaturgespräch statt, anlässlich des Jubiläums in einer erweiterten Ausgabe.
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