Doch nicht nur als Begleitmusiker, sondern auch als Solist und Bandleader hat sich der heute 82-jährige US-amerikanische Jazz-Pianist und Komponist einen Namen gemacht. Für sein jüngstes Album „Songbook“ hat er prominente Sängerinnen und Sänger gebeten, Stücke für ihn und sein Trio zu interpretieren.
Dieser Bitte ist auch Janice Jarrett nachgekommen, die seit über vierzig Jahren für Barrons Stücke Texte schreibt – wovon er zunächst gar nichts wusste. Herausgekommen ist ein sehr persönliches Album, über dessen Hintergründe Niklas Wandt mit Kenny Barron gesprochen hat.
„Song for Abdullah“ aus dem Album „Songbook“ von Kenny Barron mit Cécile McLorin Salvant
Album-Tipp Jazz Kopfarbeit und Können am Klavier – „Frigo“ von Justin Zitt
Mit seinen erst 23 Jahren zeigt der gebürtige Pforzheimer Pianist eine erstaunliche Gelassenheit im Umgang mit klanglich komplexen Kompositionen. Justin Zitts Debut-CD „Frigo“ ist keine leichte Kost für Nebenbei-Hörer, meint Jazzexperte Georg Waßmuth, der zugleich von der unverwechselbaren, besonderen Handschrift des Trios begeistert ist. Die Besetzung – Julius Steyer am Schlagzeug und Julian Grünberg am Kontrabass – spielt seit drei Jahren im Trio „Frigo“ zusammen. Pianist Justin Zitt wurde bereits als Jugendlicher vom Land Baden-Württemberg gefördert und hat seinen Bachelor an der Musikhochschule Mannheim gemacht. Mit „Frigo“ legt er ein klangfarben- und facettenreiches Album vor, das durch eine perfekte Zusammenarbeit der drei Musiker besticht.
Album-Tipp Jazz Ukrainische Folklore trifft Experimentierfreude – „Utopia“ von Ganna
Die international gefeierte Sängerin und Komponistin Ganna Gryniva, kurz Ganna, ist 2002 mit ihren Eltern aus der Ukraine nach Deutschland emigriert und lebt heute in Berlin. Im Laufe ihrer Karriere hat sich die Jazzmusikerin zunehmend auf ukrainische Volkslieder fokussiert. Auf ihrem aktuellen Album „Utopia“ lässt die Soundtüftlerin, Pianistin, Sängerin und Songschreiberin Archivmaterial auf Eigenkompositionen treffen. Es sei für sie sehr wichtig, eine Verbindung zu ihrer Heimat aufrechtzuerhalten, erzählt Ganna Gryniva, denn die Ukraine sei ein wichtiger Teil ihrer Identität und ihres Selbstverständnisses. „Utopia“ fasse für sie die Gegenwart zusammen, in der es auf allen möglichen Ebenen eigentlich keinen Grund zur Hoffnung gäbe. „Utopia“ ist ein äußerst hörenswertes Album einer ukrainischen Künstlerin mit enorm viel Potenzial und Spielfreude – meint unsere Jazzkritikerin Marlene Küster.
Jazz Kosmische Reise: Patricia Brennan – „Of The Near And Far“
Inspiriert von den Konstellationen der Sterne und den Weiten des Weltraums, hat die Vibraphonistin und Komponistin Patricia Brennan eine einzigartige Klanglandschaft geschaffen. Mit einem zehnköpfigen Ensemble aus Jazz-Instrumenten, Streichquartett und Elektronik, verschwimmen die Grenzen zwischen improvisiertem Jazz, klassischer Musik und experimentellen Klängen. „Of The Near And Far“ ist eine Klangreise und erinnert an vorüberziehende Sternschnuppen und elektronische Impulse, die klingen wie entfernte Signale aus den Tiefen des Alls, meint unser Jazz-Kritiker Niklas Wandt.