Album-Tipp

Das Freiburger Barockorchester auf „Grand Tour“

Das Freiburger Barockorchester reist regelmäßig zu Konzerten nach Stuttgart und Berlin. Die neue CD, ein Livemitschnitt, erzählt von barocker Musikgeschichte entlang ihrer „Grand Tour“.

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Von Autor/in Susanne Stähr

Musikgeschichte in alten Residenzstädten

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen: Das dachte sich auch das Freiburger Barockorchester, das regelmäßig vom Südschwarzwald zu seinen Abo-Reihen nach Stuttgart und Berlin aufbricht.

Unterwegs kommt es an etlichen alten Residenzstädten vorbei, die Musikgeschichte geschrieben haben.

Hirten in Stuttgart

Eintreffen in Stuttgart. Hier sind Hirten zuhause, wie man an den Blockflöten in der Pastorale des Württembergischen Hofkapellmeisters Johann Christoph Pez hören kann.

Concerto Pastorale: I. Pastorale. Adagio (Live)

Das Freiburger Barockorchester verwandelt diese Musik in ein üppiges Naturgemälde. Die Flöte spielenden Hirten werden geradezu in einen Urwald versetzt. Selbst der wiegende Rhythmus der Pastorale erinnert bei den „Freiburgern“ an kreatürliches Atmen.

Die Polyphonie wird bei diesem farbenreichen Spiel zur sinnlichen Erfahrung, sie gleicht einer ausufernden Vegetation.

Württembergische Winde heulen auf

In Johann Sigismund Kussers g-Moll-Suite heulen die württembergischen Winde auf. Und das Freiburger Barockorchester greift beherzt zur Windmaschine. Aber auch ohne dieses Requisit lässt das Ensemble es zischen, fegen und stürmen.

Den Freiburgern gelingt es, selbst im Sturm den unterschwellig mitgedachten Tanz zum Leben zu erwecken und in eine Verfolgungsjagd zu übersetzen. 

Komödiantisches Charakterstück aus Baden

Weniger stürmisch geht es im Badischen zu.

Suite in D Minor, Op. 1 No. 4 "Le journal du Printemps": IV. Gavotte (Live)

Diese Gavotte von Johann Caspar Fischer entstand für den Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, der in Rastatt Hof hielt. Das Freiburger Barockorchester macht aus dem höfischen Tanz ein komödiantisches Charakterstück.

Die Bläser treten wie Figuren aus der Commedia dell’arte auf. Es klingt pittoresk, manchmal auch wie Volksmusik: immer plastisch, anschaulich und fantasievoll.

Überraschungen ohne Ende bietet die „Grand Tour“ des Freiburger Barockorchesters, sie verblüfft mit echten Entdeckungen. Und macht einfach Spaß.

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Autor/in
Susanne Stähr
Susanne Stähr
Künstler/in
Freiburger Barockorchester, Gottfried von der Goltz