Musiktherapie mit der Harfe
Seit Jahrhunderten berührt die Harfe Menschen mit ihren warmen, schwingenden Klängen. Sie ist eines der ältesten Instrumente der Welt und wurde in Europa bereits von Druiden gespielt, wovon allerdings wenig überliefert ist.
Auch heute noch wird die Harfe in vielen Kulturen als Therapieinstrument von Heilern verwendet, eine Tradition, die das Institut für Harfe und Musikheilkunde in Bayern fortführt.
Unter der Leitung der renommierten Harfenistin Uschi Laar bildet das Institut Musikerinnen und Musiker aus, die die Kraft der Harfe in Hospizen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen einsetzen möchten.
Keine Esoterik: Heilung mit Musik
Die Verbindung von Musik und Heilung ist keine neue Idee, aber in der modernen Medizin lange Zeit in den Hintergrund geraten. Das Institut für Harfe und Musikheilkunde möchte diese Tradition wiederbeleben mit einem klaren Fokus auf Wissenschaftlichkeit.
Die Ausbildung umfasst nicht nur die musikalischen Fähigkeiten, die für das Spielen am Krankenbett erforderlich sind, sondern auch psychologische Grundlagen. Musikerinnen und Musiker lernen, einfühlsam mit Patienten, deren Angehörigen und medizinischem Personal zu kommunizieren.
Ein Instrument mit besonderen Klängen
Die Harfe ist nicht nur ein optisch ansprechendes Instrument, sondern auch klanglich einzigartig. „Die Harfe hat unglaublich viele Obertöne, weil die anderen Saiten mitschwingen, wenn man spielt“, erklärt Uschi Laar. „Diese Obertöne sind wie eine Leiter zur Himmelsmusik.“
Es sei diese besondere Klangstruktur, die die Harfe so wirksam macht: Sie beruhigt, entspannt und schafft eine Atmosphäre, die Trost und Heilung fördert. Die sanften Klängen würden auch von schwer kranken Menschen, die nur wenig Reize verarbeiten können, als angenehm empfunden.
Uschi Laar hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Harfe als therapeutisches Instrument zu etablieren.
Wenn ich mal sterbe, ist mein Ziel, dass jedes Krankenhaus bis dahin einen Harfenisten hat.
Harfe etabliert sich zunehmend in der Medizin
Wissenschaftliche Studien bestätigen die Wirkung von Harfenmusik: Sie kann das Nervensystem beruhigen, den Herzschlag verlangsamen und die Ausschüttung von Stresshormonen reduzieren.
Die Harfe habe in Deutschland eine Renaissance erlebt, freut sich Laar. In den letzten 30 Jahren brachte die kleinere keltische Harfe, ein handlicheres Modell der klassischen Konzertversion, das Instrument zurück in den Alltag.
Seither hat sich die Harfe immer weiter verbreitet und findet zunehmend auch in der Musiktherapie ihren Platz.