Buch-Tipp

„Ungeschminkt und vorurteilsfrei“ – Buch über die Wagners: Eine Familie zwischen Macht und Musik

Die Wagner-Familie prägt seit Generationen die Kulturwelt. Eine neue Biografie von Michael Lemster beleuchtet ihre künstlerischen Visionen und politischen Verstrickungen.

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Von Autor/in Christoph Vratz

Große Dynastien haben beim Publikum immer Konjunktur. Zu den illustren Familien im Kultur-Bereich zählen die Wagners. Michael Lemster zeichnet in seinem neuen Buch die Spuren der Familie Wagner nach, mit Richard Wagner als Begründer des Ruhms im Zentrum.

Der Kulturwissenschaftler und Publizist hat bereits reichlich Erfahrungen mit Familien-Biographien gesammelt und Bücher über die Grimms, Mozarts und über den Wiener Strauß-Clan veröffentlicht. Jetzt also die Wagners – seit jeher ein Wespennest für Biographen.

In dieser Familienbiografie soll […] weder versucht werden, […] zu beschönigen, noch alte Anklagen zu verschärfen. […] Es sind auch einige zwielichtige Figuren unter Richards Nachkommen, besonders unter denen, die sich mit diesen Nachkommen politisch verbanden. 

Visionen, Machtstreben und Bayreuth

Die Wagners: eine von Visionen und Machstreben gleichermaßen getriebene wie besessene Familie. Eines der zentralen Anliegen des Autors ist es, nicht nur die Familiengeschichte zu erzählen, sondern auch die des Werkes.

Damit gemeint sind nicht Einzelanalysen von Richard Wagners Musikdramen, sondern auch der Umgang mit seinem Gesamtschaffen. Er träumte davon, die Menschheit zu regenerieren, indem er Kunst, Natur und Lebenspraxis verband.

Bayreuth, der von Richard Wagner gegründete Festspielort, wurde zum Zentrum dieser Bestrebungen. Ursprünglich als volksnaher Ort konzipiert, verwandelte er sich unter der Leitung von Wagners Witwe Cosima nach und nach in ein exklusives gesellschaftliches Ereignis für die europäische Aristokratie und das Großbürgertum.

Ungeschminkte und vorurteilsfreie Biografie

Michael Lemster weist darauf hin, dass seine Biografie weder beschönigen noch alte Vorwürfe verschärfen möchte. Dennoch bleibt die politische Geschichte der Familie, insbesondere in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ein dunkles Kapitel.

Lemster gelingt die Mischung aus Distanz und Unaufgeregtheit, wobei er sehr anschaulich erzählt. Das Buch bietet insgesamt wenig grundlegend neue Einsichten in die Wagner-Forschung als vielmehr eine auch dem Laien zugängliche Darstellung: ungeschminkt und vorurteilsfrei.

Zeitwort 14.06.1933: In Berlin wird Wagners "Götterdämmerung" aufgeführt

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Die konzertante Aufführung von Wagners "Rheingold" der Salzburger Osterfestspiele-Produktion unter Kirill Petrenko aus der Berliner Philharmonie.

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SWR Kultur am Morgen SWR Kultur

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Autor/in
Christoph Vratz
Christoph Vratz
Onlinefassung
Janine Putzek