Kraftvoll und doch auch entspannt – so klingt das Tenor-Saxofon bei Sonny Rollins. Miles Davis nannte Rollins einmal „den größten Tenorsaxofonisten aller Zeiten“. Nun ist Rollins im Alter von 95 Jahren gestorben.
Man erkennt den Sound von Sonny Rollins schon nach wenigen Tönen, sagt Wolfram Knauer, einer der führenden Jazz-Forscher Deutschlands und Gründungsdirektor des Jazzinstituts Darmstadt. Rollins selbst sagte einmal, er möge einfache Themen, die Komplexität liege in seinen Soli.
Das Zitat zeige gut, was seine Musik ausmacht, meint Wolfram Knauer: „Er wollte in der Improvisation möglichst frei sein, möglichst das spielen, was er im Augenblick erfand. Diese Suche nach Neuem prägte sein Spiel.“
So verzichtete Sonny Rollins in den 1960er Jahren ganz bewusst auf ein Klavier, „weil er das Gefühl hatte, die Akkorde der Pianisten würden ihn harmonisch einschränken“, so Knauer. Damit erfand Sonny Rollins sogar ein neues Genre.
Von ihm bleibe seine kompromisslose Neugier, seine Energie und rhythmische Freiheit. Seine Art Saxofon zu spielen, sei unglaublich einflussreich: John Coltrane habe von ihm gelernt, aber auch die jüngere Generation wie Joshua Redman.