Bühne frei für die Stars von morgen: SWR Kultur Junge Opernstars
Der Emmerich Smola Förderpreis 2026
Sechs junge Operntalente haben um einen der höchstdotierten Musikpreise wettgeeifert: den Emmerich Smola Förderpreis. Gewonnen haben ihn Anja Mittermüller und Oleh Lebedyev.
Stand
VonAutor/inUrsula Böhmer
Anja Mittermüller und Oleh Lebedyev sind die „SWR Kultur Junge Opernstars 2026“. Der Emmerich Smola Orchesterpreis der Deutschen Radio Philharmonie geht ebenfalls an die Mezzosopranistin Anja Mittermüller.
Herausragende Nachwuchstalente im Wettbewerb
Seit 2004 bietet der Emmerich Smola Förderpreis jungen Operntalenten eine Bühne. Ausgewählt aus renommierten Gesangswettbewerben treten sechs Finalisten an, um ihr Können mit jeweils zwei Arien zu zeigen.
Zusätzlich vergibt die Deutsche Radio Philharmonie (DRP) den Orchesterpreis. Wer diesen Preis gewinnt, erhält eine Einladung zu einem Konzert mit der DRP.
Stimmen der Stars: Einblick in die Proben
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Die sechs Finalisten proben mit der Deutschen Radio Philharmonie unter der Leitung von Guillermo García Calvo. Einer von ihnen ist der Ukrainer Oleh Lebedyev, der den gestresste Figaro aus Giaccomo Rossinis „Barbier von Sevilla“ singen wird.
„Diese Arie, ‚Largo al factotum‘, ist wirklich die Kulmination für mich,“ erklärt Lebedyev. Der junge Bariton hat als Bass angefangen und wechselte dann ins höhere Fach. Vor fünf Jahren begann die Arbeit an dieser Arie, jetzt freut Lebedyev sich: „Es ist mein Traum, die Arie nun mit Orchester vor Publikum zu singen.“
Die diesjährigen Jungen Opernstars bei der Büste von Emmerich Smola. V.l.n.r.: Tenor Aleksey Kursanov, Sopranistin Gaja Napast, Sopranistin Marie Maidowski, Bariton Oleh Lebedyev, Mezzosopranistin Anja Mittermüller, Bariton Joseph Parrish.
SWR
Musik über Grenzen hinweg
Einer von Lebedyev Mitstreitern ist der russische Tenor Aleksey Kursanov. Trotz des Krieges zwischen ihren Heimatländern zeigt sich Lebedyev offen: „Individuell habe ich keine Probleme mit russischen Leuten.“
Auch Kursanov betont die freundschaftliche Verbindung: „Wir sprechen darüber. Das macht keinen Sinn für uns. Es ist schade, was zwischen unseren Ländern passiert.“ Kursanov wird mit einer Arie aus Bizets „Die Perlenfischer“ antreten.
Technik trifft Emotion: Marie Maidowski im Fokus
Die Berliner Sopranistin Marie Maidowski ist eine der drei Frauen im Wettbewerb. Die 28-Jährige wird als Margarete in Gounods „Faust“ Schmuck besingen, den Faust ihr schenkt. Dabei muss sie gleichzeitig Emotionen zeigen und die Stimme kontrollieren.
„Man muss einfach sehr viel Technik üben und solide im Körper, damit man die abrufen kann, wenn man sehr emotional ist,“ sagt Maidowski. Ein Tipp ihrer Gesangslehrerin hilft ihr dabei: „Man stellt sich vor, man sitzt entspannt in der Badewanne mit einem Drink in der Hand. Diese Vorstellung sorgt für die nötige Gelassenheit.“