Finanzjournalist Saidi Sulilatu

Sparen und Anlegen: So hast du deine Finanzen im Griff

Saidi Sulilatu gehört zu den bekanntesten Finanzjournalisten Deutschlands. Er arbeitet für die Plattform Finanztip und ist Experte für Geldanlage, Vorsorge und Verbraucherfinanzen.

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Das Wichtige ist, die Inflation zu schlagen. Wir müssen in der Lage sein, mit unserer Geldanlage Prozente, Zinsen, Renditen zu erzielen, die deutlich oberhalb der Inflationsrate liegen. Nur dann wird das Geld wirklich real mehr.

Vermögensaufbau braucht ein bisschen Mut

Die Menschen in Deutschland seien durchaus bereit, sich mit Finanzen zu beschäftigen, meint Saidi Sulilatu. Allerdings würden noch zu viele Finanzfragen gerne an "vermeintlich freundliche Berater:innen" abtreten, statt sich selbst darum zu kümmern. Hinzu komme, dass viele notorisch zu ängstlich seien.

Die Leute haben sehr viel Geld einfach auf dem Girokonto rumliegen.

Durch die Inflation steigen die Preise im Alltag. Geld, das unverzinst auf einem Konto liegt, wird durch den Kaufkraftverlust praktisch immer weniger.

Solide Finanzen: Wie baue ich mir ein Vermögen auf?

Die grundlegende Empfehlung für die eigenen Finanzen seien vier "Töpfe", erklärt Saidi Sulilatu:

  • Girokonto
  • Tagesgeldkonto
  • Kreditkarte (vor allem unerlässlich, wenn es ins Ausland geht)
  • Depot mit Aktien-ETF

Als erstes sei es wichtig, sich auf dem Tagesgeldkonto einen "Notgroschen" anzusparen. Dieses Geld ist für unerwartete Ausgaben, wie eine kaputte Waschmaschine oder ein kaputtes Auto gedacht.

Hat man Schulden, beispielsweise durch einen Autokauf, sei der beste Vermögensaufbau, diese Schulden erstmal abzubauen. Gemeint sind dabei Schulden, die – im Gegensatz zum Immobilienkredit – nicht nachhaltig sind.

Jeder Euro, den ich mir an Schulden einspare, ist eine sichere Rendite.

Mit ETFs breit gestreut in Aktien investieren

Wer schuldenfrei ist und einen Notgroschen angespart hat, sollte versuchen mit einem regelmäßigen ETF-Sparplan Geld zur Seite zu legen. Ideal seien 15 Prozent des Einkommens, aber auch 5 oder 10 Prozent seien ein guter Anfang. Der Sparplan könne jederzeit angepasst werden.

Mit einem Aktien-ETF habe ich langfristig – langfristig bedeutet 15 Jahre – noch nie Verluste gemacht. Ich muss es halt aushalten, dass es mal rauf und runter geht. Aber langfristig, breit gestreut, schwankt das nach oben.

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Wann sollte ich anfangen in Aktien zu investieren?

Am besten beginnt man so früh wie möglich in Aktien-ETFs zu investieren, rät Saidi Sulilatu. Junge Eltern könnten bereits für ihre Kinder einen kleinen ETF-Sparplan anlegen.

Wer als junger Mensch vielleicht 10 Prozent seines Einkommens vom Nebenjob oder der Ausbildungsvergütung in einen ETF-Sparplan stecke, gewöhne sich daran und spare vor allem in späteren Jahren unglaublich viel Geld. Aber auch mit über 50 oder 60 Jahren lohne es sich noch in Aktien-ETFs zu investieren.

Wieviel Geld sollte ich in Aktien stecken?

Das hänge von der persönlichen Risikobereitschaft ab, sagt Saidi Sulilatu. Er empfiehlt einen Anteil von 40 oder 50 Prozent (oder mehr), um langfristig eine Chance am Aktienmarkt wahrzunehmen.

Risiko ist auch immer Chance. Einen Teil des Geldes in einen breit gestreuten Aktien-ETF zu investieren, ist immer eine gute Idee.

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Wie kann ich nachhaltig investieren?

Nachhaltigkeit sei ein sehr wichtiges Thema, man müsse dabei allerdings darauf achten, sein Geld dennoch breit zu streuen, empfiehlt Sulilatu. Wer bei Nachhaltigkeitsinvestments nur auf einen Solarpark oder Wald setze, gehe damit ein hohes Risiko ein.

Ein guter Kompromiss seien ETFs, die bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen.

Es gibt bestimmte Aktienindizes, die reduzieren zum Beispiel im Vergleich zur breiten Wirtschaft den CO2-Ausstoß um 75 Prozent. Das ist schon was. Und ich bin immer noch in viele hunderte von Aktien gleichzeitig investiert und kann damit zum Beispiel auch meine Altersvorsorge sehr gut aufbauen.

Richtig investieren: Sind Immobilie oder Gold besser als Aktien?

Eine eigene Immobilie zur Altersvorsorge bzw. zum Vermögensaufbau sei grundsätzlich auch eine gute Idee, meint Saidi Sulilatu. Das könne eine Alternative zu Aktien-ETFs sein, aber: es ist viel komplizierter. Man müsse sich sehr viel mehr Gedanken über eine Immobilie und alle damit verbundenen Fragen machen und entsprechend sehr viel mehr Zeit hineinstecken.

Das eigene Haus, die eigene Wohnung, ist kein Muss. Das müssen wir in Deutschland lernen. Auch als Mieter mit einer nicht so hohen Miete, kann ich gut Vermögen aufbauen – eben über Aktien-ETFs.

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Auch Gold könne in begrenztem Umfang eine sinnvolle Ergänzung zum persönlichen Portfolio sein. Vor allem als Absicherung, wenn es einmal ganz schlimm kommen sollte mit einer Wirtschafts- oder gar Währungskrise. 10 Prozent seines Vermögens könne man durchaus in physischem Gold anlegen. Allerdings müsse man sich natürlich auch um eine sichere Aufbewahrung kümmern.

Von einem Investment in Silber rät Saidi Sulilatu dagegen ab. Dessen Wert schwanke im Vergleich zu Gold erheblich stärker. Daher sei Silber sehr viel spekulativer.

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