Der scheidende Oberbürgermeister von Baden-Baden, Dietmar Späth (parteilos) war gemeinsam mit seiner Ehefrau zu seinem Abschied noch einmal ins Rathaus in Baden-Baden zurückgekehrt. Er ist am Donnerstagabend im Alten Ratssaal offiziell verabschiedet worden.
Zur nicht-öffentlichen Verabschiedung des OB waren etwa 100 geladene Gäste gekommen, darunter Freunde und Wegbegleiter Späths. Mit dabei waren auch der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) und der Oberbürgermeister von Bühl (Landkreis Rastatt), Matthias Bauernfeind (CDU). Er habe Respekt vor der Entscheidung des scheidenden Oberbürgermeisters, nicht mehr ins Amt zurückzukehren, sagte er am Donnnerstag.
Regierungspräsidium: Dietmar Späth ist dienstunfähig
Dietmar Späth hatte nach längerer Krankheit inklusive Klinikaufenthalt einen Antrag auf Dienstunfähigkeit gestellt. Das Regierungspräsidium Karlsruhe gab diesem Antrag Anfang Dezember statt und versetzte den Oberbürgermeister von Baden-Baden in den Ruhestand. Seine Amtszeit endete Ende des vergangenen Jahres.
OB wurde im Internet beleidigt
Bereits seit Sommer hatte der Oberbürgermeister nicht mehr gearbeitet. Die Entscheidung, den Antrag auf Dienstunfähigkeit zu stellen, habe er auf ärztlichen Rat hin getroffen, erklärte Späths Anwalt damals. Zuvor war der OB in sozialen Netzwerken - unter anderem wegen der schwierigen Haushaltslage der Stadt - persönlich angefeindet worden.
Einsparungen im ÖPNV Finanzkrise in Baden-Baden: Experten fordern trotz allem Mut und Geschlossenheit
Die Stadt Baden-Baden steckt tief in der Finanzkrise. Eine Gruppe von Experten fordert nun Mut und geschlossenes Vorgehen. Am Montag hat der Gemeinderat über Kürzungen im ÖPNV entschieden.
Die Dienstgeschäfte des abwesenden Oberbürgermeisters übernahm unter anderem der Erste Bürgermeister Alexander Wieland (parteilos). Bei der Verabschiedung sagte er, dass das vergangene Jahr sehr heftig für die Stadt gewesen sei - auch wegen der Haushalts- und Finanzkrise und des Bürgerentscheids übers Klinikum, so Wieland weiter. Beides sei dem OB auch persönlich angelastet worden.
OB klagte gegen Frau aus dem Rotlichtmilieu
Auch eine Frau aus dem Rotlichtmilieu hatte Späth im Internet mehrfach beleidigt. Der Oberbürgermeister klagte dagegen. Das Amtsgericht verurteilte die Frau zunächst zu einer Geldstrafe. Danach gingen beide Parteien in Berufung.
Unfall unter Alkoholeinfluss
Für Aufsehen sorgte, dass Dietmar Späth während der Zeit seiner Krankschreibung einen Autounfall verursachte. Laut Polizeibericht von Anfang November war er dabei alkoholisiert und stieß zwischen der A5-Abfahrt Rastatt-Nord und Muggensturm (Landkreis Rastatt) gegen eine Ampelanlage. Verletzt wurde dabei niemand. Ein freiwilliger Alkoholtest habe einen Wert von rund eineinhalb Promille ergeben, hieß es.
Neuwahl in Baden-Baden am 8. März 2026
Für die Stadt geht nach dem monatelangen Ausfall des Oberbürgermeisters auch eine Hängepartie zu Ende. Die Wahl des Nachfolgers oder der Nachfolgerin von Dietmar Späth findet am 8. März 2026 statt - zeitgleich mit der baden-württembergischen Landtagswahl. Das hatte der Gemeinderat Mitte Dezember festgelegt. Wenn keiner der Bewerber die absolute Mehrheit erreicht, gibt es am 22. März eine Stichwahl.
Die Bewerbungsfrist für die OB-Wahl endet am 10. Februar 2026 um 18 Uhr, so die Stadt. Die zugelassenen Kandidatinnen und Kandidaten können sich am 26. Februar im Kurhaus öffentlich vorstellen.