Eigentlich hatte man sich auf EU-Ebene vor einigen Jahren darauf geeinigt, dass ab Mitte der 2030er Jahre keine neuen Autos mehr fahren dürfen, die klimaschädliches CO2 ausstoßen. Jetzt wird von Ausnahmen mindestens für Hybridfahrzeuge gesprochen. Das geplante Verbrenner-Aus will die EU-Kommission offenbar zurücknehmen. So könnten auch nach 2035 noch Neuwagen mit Verbrennertechnik zugelassen werden. Das ist keine Technologieoffenheit, sondern ein fataler Rückschritt.
Verbrennertechnik: Das Internetmodem der Autoindustrie
Technologieoffenheit ist eine feine Sache. Wenn man darunter versteht, für Zukunftstechnologien offen zu bleiben. Schlaue Erfindungen, die vielleicht in den nächsten Jahren gemacht werden, nicht voreilig durch zu strenge Formulierungen im Gesetz auszuschließen.
Technologieoffenheit sollte aber niemals bedeuten, alte, längst ineffiziente Technik wieder aus der Schublade zu holen und künstlich zu fördern. Also quasi das Internetmodem der 90er wieder hinzustellen und allen zu sagen, es sei eine ernstzunehmende Alternative zu 5G. Nur genau das passiert gerade offenbar auf EU-Ebene.
Verbrenner-Aus-Aus wäre ein gewaltiger Rückschritt
Wenn die EU-Kommission plant das Verbrenner-Aus zurückzunehmen und möglich zu machen, dass nach 2035 noch Neuwagen mit Verbrennertechnik zugelassen werden, die weiter klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre blasen, dann ist das keine Technologieoffenheit. Es ist ein gewaltiger Schritt zurück.
Wenn man im Kleingedruckten nachliest, dann waren auch bislang nicht Verbrenner ab 2035 verboten, sondern die Neuzulassung von Autos, die CO2 ausstoßen. Völlig okay also, wenn jemand einen Verbrenner mit null Emissionen hingestellt hätte. Das wäre gar nicht verboten.
Weniger Klimaschutz können wir uns nicht leisten
Jetzt sollen die Emissionen nur noch um 90 Prozent gemindert werden. Man kickt also einfach mal so 10 Prozent Klimaschutz aus der Verordnung. Dabei wird komplett ignoriert, dass wir in Zeiten von zunehmenden Klimawandelfolgen, Überflutungen, Hitzewellen, irren Waldbränden nicht den Luxus haben, solche Rückschritte zu machen. Und, dass wir in einer Realität leben, in der es mit E-Antrieben längst effizientere, kostengünstige und klimafreundlichere Alternativen gibt.
Der internationale Markt und vor allem chinesische Autohersteller haben das verstanden und preschen mit hohem Tempo vor. Dass in der EU politisch künstlich zu behindern und gleichzeitig auf vergangenheitsgewandte Technologien zu setzen, was momentan der Stand ist, ist ein fataler Rückschritt.