Die Ausgangslage vor der Landtagswahl 2026 am 8. März ist in der Rhein-Neckar-Region innerhalb der verschiedenen Wahlkreise ganz unterschiedlich: Mannheim, Heidelberg und der Rhein-Neckar-Kreis haben spezielle Voraussetzungen und thematische Schwerpunkte. Die Situation im baden-württembergischen Teil des Odenwalds ist noch einmal etwas anders.
Update 9.3. Wie die Menschen abgestimmt haben, lesen Sie für Mannheim und Heidelberg an dieser Stelle. Um die Ergebnisse Wahlkreise im Rhein-Neckarkreis sowie den Wahlkreis Neckar-Odenwald geht es hier.
16 Landtagsabgeordnete aus den acht Wahlkreisen der Rhein-Neckar-Region haben bei der Landtagswahl vor fünf Jahren den Einzug ins Stuttgarter Parlament geschafft: Acht wurden direkt gewählt, weitere acht zogen über die Zweitauszählung in den Landtag ein. Besonders stark vertreten waren die Wahlkreise Schwetzingen und Sinsheim (beide Rhein-Neckar-Kreis) mit jeweils drei Abgeordneten, während Heidelberg und der Neckar-Odenwald-Kreis nur jeweils einen Abgeordneten stellten. Wie wird es dieses Mal laufen?
Alle Informationen rund um die Landtagswahl finden Sie live in unserem Ticker:
Die Wahl im SWR BW-Landtagswahl Liveticker: ++ Hagel bietet Rücktritt an - CDU-Landesvorstand lehnt ab ++ Özdemir erteilt Grüner Jugend eine Absage ++ Wechselt Palmer ins Özdemir-Kabinett? ++
Wer hat die Landtagswahl Baden-Württemberg gewonnen? Aktuelle Nachrichten, Hintergründe, Analysen und Zahlen zur Landtagswahl 2026 finden Sie live in unserem SWR Aktuell Ticker.
70 Wahlkreise in ganz Baden-Württemberg
Ganz Baden-Württemberg ist insgesamt in 70 Wahlkreise gegliedert. Die Zahl der Wahlberechtigten ist dieses Mal höher, denn erstmals dürfen auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben.
Mit der Erststimme wählbar Landtagswahl BW 2026: Wer sind die Direktkandidaten in meinem Wahlkreis?
Wer steht als Direktkandidat in meinem Wahlkreis auf dem Wahlzettel? Eine Übersicht aller Bewerberinnen und Bewerber für die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg.
Der Norden und der Süden Mannheims: Zwei Perspektiven
Mannheim ist als zweitgrößte Stadt des Landes in zwei Wahlkreise unterteilt: Nord und Süd. Gut 200.000 Menschen sind wahlberechtigt. Beide Wahlkreise hatten bei der Landtagswahl vor fünf Jahren die Grünen gewonnen, wie in den meisten Städten in Baden-Württemberg. Fünf Jahre zuvor hatte im Mannheimer Norden die AfD erstmals ein Direktmandat gewonnen, das konnte sie dann aber nicht verteidigen. Für die Grünen tritt Chris Rihm an, der vor einigen Jahren noch in der CDU war, dann zu den Grünen wechselte. Er will Susanne Aschhoff nachfolgen, die diesmal nicht mehr antritt. Für die CDU tritt Stadtrat Lennart Christ an, für die SPD der langjährige Mannheimer Abgeordnete Stefan Fulst-Blei. Für die AfD kandidiert im Mannheimer Norden diesmal Bernhard Pepperl - ein Zahnarzt im Ruhestand. Die FDP schickt Oskar Weiß, die Linke Philipp Fränkle ins Rennen. Der Norden ist nach wie vor durch große Industriebetriebe geprägt. Traditionelle Milieus ändern sich aber und damit gewachsene Strukturen in den einstigen Arbeiter-Stadtteilen. Zudem ziehen neue Stadtteile wie Franklin junge Familien und ganz neue Bevölkerungsschichten an.
Was Menschen vor der Landtagswahl BW bewegt "Politisch Andersdenkende werden zu Feinden": Sorgen um gespaltene Gesellschaft
Bunte Socken oder ein schwarz-rot-goldener Schal: Für manche offenbar Grund genug, andere anzufeinden. Zwei Baden-Württemberger berichten vor der Wahl von ihren Erfahrungen.
Der Mannheimer Süden ging vor fünf Jahren an die Grünen. Elke Zimmer hatte gewonnen, sie ist Staatssekretärin im Verkehrsministerium und will ihr Mandat verteidigen. Ihre Konkurrenten sind zum einen die CDU-Stadträtin Sengül Engelhorn, der SPD-Landtagsabgeordnete Boris Weirauch und für die AfD Rüdiger Ernst, der ebenfalls im Gemeinderat sitzt. Für die FDP ist Kathrin Kölbl am Start, für die Linke Isabell Fuhrmann. Die großen Themen in Mannheim unterscheiden sich nicht so sehr von anderen Städten: vor allem die knappen Finanzen, die Sicherheit sowie der Umgang mit Flüchtlingen sind wichtige Themen. Wobei gerade das Sicherheitsgefühl in Mannheim eine gesonderte Rolle einnimmt. Noch immer wirken die tödliche Amokfahrt am Rosenmontag sowie der Mord am Mannheimer Polizisten Rouven Laur nach.
Heidelberg: Klimaschutz und Wissenschaft
In Heidelberg ist eines auffällig: Die Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlkreis sind über die Stadtgrenzen hinaus kaum bekannt. Für die Grünen tritt Florian Kollmann an. Die Besonderheit hier: Er hat sich bei der Kandidatenkür der Grünen gegen die amtierende Abgeordnete Marilena Geugjes durchgesetzt, die vor zwei Jahren für Theresia Bauer nachgerückt war und eigentlich wieder antreten wollte. Für die CDU geht Nicole Huber ins Rennen, für die SPD Ines Palm, für die AfD Sven Geschinski. Tim Nusser ist der Kandidat der FDP, Kim Bohnen tritt für die Linke an. Dass die Grünen in der Universitätsstadt Heidelberg traditionell stark sind, ist kein Geheimnis. Wichtige Themen in Heidelberg sind Klimaschutz, Bildung und Wissenschaftsförderung. Aber auch der Klinikverbund mit Mannheim, mit dem das Land die Spitzenmedizin voranbringen will, prägt hier den Blick auf die Landespolitik.
Radfahrer vs. Autofahrerin: Gehen die Wünsche wirklich so weit auseinander?
Der Rhein-Neckar-Kreis: Bleibt er Grün?
Alle vier Wahlkreise im Rhein-Neckar-Kreis haben vor fünf Jahren die Grünen gewonnen. Das hatte es in dieser Form zuvor nicht gegeben. Bis dahin war die Region traditionell eher in CDU-Hand. Einige der Abgeordneten gehen erneut an den Start, zum Beispiel in Schwetzingen der Staatssekretär Andre Baumann, in Weinheim Fadime Tuncer, die für den verstorbenen Uli Sckerl nachgerückt war, in Sinsheim Hermino Katzenstein. In Wiesloch gab es einen Wechsel: Der Sieger von 2021, Norbert Knopf, wäre gerne wieder angetreten, wurde aber von seiner Partei nicht nominiert. Jetzt nimmt dort Yannick Veits seinen Platz ein. Auch eine Personalie aus dem Wahlkreis Schwetzingen ist bemerkenswert: Dort war bereits der SPD-Abgeordnete Daniel Born erneut nominiert worden, dann kam die sogenannte "Hakenkreuz-Affäre". Born hatte zugegeben, ein Hakenkreuz auf einen Stimmzettel der AfD gemalt zu haben, daraufhin trat er aus der Fraktion aus und legte seine Kandidatur nieder. Anstelle von ihm geht jetzt Vincent Kilian an den Start. Alle Kandidierenden sind in einer interaktiven Karte noch einmal an dieser Stelle auf einen Blick zu sehen.
Neckar-Odenwald: Bleiben sich Wählerinnen und Wähler treu?
Im Neckar-Odenwald-Kreis gilt der dienstälteste Abgeordnete und einzige Minister aus der Region wieder als Favorit: CDU-Landwirtschaftsminister Peter Hauk. Die Grünen hatten bei der Landtagswahl 2021 zwar um vier Prozentpunkte zugelegt, aber dennoch lag die CDU in dem ländlich geprägten Wahlkreis mit deutlichem Abstand vorn.