Erster Neuzugang ist auf Listenplatz 5 Catalina Monzon aus Kusel. Die 51-Jährige bezeichnet sich als Ärztin im Widerstand und ist eine der drei Frauen in der AfD-Fraktion. Der Widerstand bezieht sich auf die Corona-Politik. So sei sie zur AfD gekommen, erklärte die in Argentinien geborene Monzon im Wahlwerbevideo der AfD. Im Parlament wolle sie sich unter anderem um die Aufarbeitung der Corona-Politik kümmern und den Ärztemangel bekämpfen.
Monzon: mit Martin Sellner in sozialen Medien präsentiert
Gleichzeitig präsentiert sie sich in sozialen Medien gemeinsam mit dem österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner, der wie niemand anderes für den Begriff Remigration steht - also die massenweise Abschiebung von Zugewanderten. Das Rechtsextremismus-Gutachten des Bundesamtes für Verfassungsschutz bescheinigt Monzon Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung aufgrund fremdenfeindlicher und entmenschlichender Aussagen.
Zugehörigkeit zur Burschenschaft Gothia
Kein Unbekannter in der politischen Szene ist auf Listenplatz 14 Michael Büge. Der 60-Jährige begann seine Karriere bei der Berliner CDU, stieg 2012 sogar zum Sozial-Staatssekretär auf. Dort störte man sich aber an seiner Zugehörigkeit zur Burschenschaft Gothia, der damals bereits eine Nähe zu rechtsextremen Kreisen nachgesagt wurde. Vor die Wahl gestellt, entschied sich Büge gegen die CDU und für die Burschenschaft, gemäß deren Motto "Einmal Gothe, immer Gothe".
Büge soll für AfD-Bundesvorsitzende Weidel zu radikal sein
Büge heuerte bei der AfD an, um den Bundestagswahlkampf 2017 zu managen, doch mit wenig Erfolg. Der Focus berichtete damals unter Berufung auf Parteikreise, seine Kampagnen seien AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel zu radikal gewesen. Noch vor der Bundestagswahl war Büge erneut auf Jobsuche und wurde fündig in Mainz. Seit 2017 ist er Fraktionsgeschäftsführer der AfD im rheinland-pfälzischen Landtag. Nun tritt er aus dem politischen Maschinenraum auf die parlamentarische Bühne.
Forderung: Syrer mit deutschem Pass sollen in Heimat zurück
Dort trifft er auf seinen neuen Fraktionskollegen Bernhard Cürten, Listenplatz 18. Der Jäger und Hundefreund Cürten war nach eigenen Angaben bisher eher mit seinem Weimaraner im Wald zu finden. In die Schlagzeilen geschafft hat es der 55-Jährige aus Altenkirchen allerdings auch schon: Im Wahlkampf forderte er, dass Syrer mit deutschem Pass in ihre Heimat zurückkehren sollten. Ihre deutsche Staatsbürgerschaft könne man ihnen ja auch wieder entziehen. Kann man nicht, sagen Verfassungsrechtler. Parteichef Bollinger stellte sich im SWR hinter Cürten. Dieser habe sich "verkürzt" ausgedrückt.
Auf Listenplatz 20 zieht Ulrike Beckmann aus dem Donnersbergkreis in den Landtag ein. Sie ist die Mutter des derzeitigen Parlamentarischen Geschäftsführers der AfD-Rheinland-Pfalz, Damian Lohr, und wird nun mit ihrem Sohn gemeinsam im Landtag sitzen. Bisher war sie Sekretärin der Fraktion und seit kurzem auch Schatzmeisterin im Landesverband. Ihr Ehemann arbeitet bei der AfD-Fraktion in Wiesbaden und für das Schiedsgericht der rheinland-pfälzischen AfD, ihre Tochter bei der AfD-Landtagsfraktion Hessen.
Jungbluth und Münzenmaier mit dabei AfD: Mehr Fälle von sogenannter Vetternwirtschaft in RLP
In Rheinland-Pfalz gibt es nach SWR-Recherchen mehr Fälle sogenannter Vetternwirtschaft innerhalb der AfD als bisher bekannt. Auch Verbindungen nach Hessen wurden jetzt öffentlich.