Neue Regierungsmannschaft in RLP ist komplett

CSU-Politikerin Eiling-Hütig wird Bildungsministerin in Rheinland-Pfalz

Die neue Regierungsmannschaft in Rheinland-Pfalz steht. Die CDU hat nun ihre Minister-Riege präsentiert. Bildungsministerin wird überraschend eine CSU-Politikerin aus Bayern.

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Stand

Der designierte rheinland-pfälzische Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzende Gordon Schnieder (CDU) hat seine Minister und Ministerinnen für die neue Landesregierung mit der SPD am Dienstag vorgestellt. Für Überraschung sorgte die Wahl der Bildungsministerin: Die CSU-Landtagsabgeordnete Ute Eiling-Hütig aus Bayern wird das Amt übernehmen, das die CDU in der neuen Regierung unbedingt übernehmen wollte.

Die 58-Jährige ist derzeit Vorsitzende des Bildungsausschusses im bayerischen Landtag in München. "Wir holen damit bewusst bildungspolitische Erfahrung aus einem der erfolgreichsten Bundesländer Deutschlands nach Rheinland-Pfalz", sagte Schnieder.

Eiling-Hütig: Bildungspolitik überall gleich

Eiling-Hütig sagte, Bildungspolitik sei überall gleich. Ihr Ziel sei es, das Beste für Kinder und Jugendliche heraus zu holen und sie ausbildungs- und lebensfähig zu machen. Und das sei in ganz Deutschland nicht anders, in Bayern nicht anders als in Rheinland-Pfalz.

Bayerns Ministerpräsident Söder lobt Eiling-Hütig

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, er freue sich für Eiling-Hütig. "Rheinland-Pfalz bekommt eine sehr kompetente Bildungspolitikerin an der Spitze des Ministeriums." Das sei auch ein Zeichen, dass die gute bayerische Bildungspolitik deutschlandweit beachtet werde, so Söder.

Bei der Vergabe von Kabinettsposten in Bayern hatte Eiling-Hütig bisher aber offenbar keine Rolle gespielt. Im dortigen Bildungsausschuss soll sie einen gut Ruf genießen.

Ute Eiling-Hütig (bisher CSU) spricht im bayerischen Landtag. Die 58-Jährige ist neue Bildungsministerin in Rheinland-Pfalz und gehört inszwischen dser CDU an.
Die bisherige CSU-Landtagsabgeordnete Ute Eiling-Hütig aus Bayern ist neue Bildungsministerin in Rheinland-Pfalz. Die 58-Jährige war zuvor Vorsitzende des Bildungsausschusses im Landtag in München. Eiling-Hütig ist mittlerweile in die CDU eingetreten und wohnt nun in Bad Dürkheim. die-cdu-politikerin-christine-schneider-100 Bild in Detailansicht öffnen
Der CDU-Politiker Marcus Klein war bislang parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion.
Chef der Staatskanzlei wird der CDU-Politiker Marcus Klein. Der 49-Jährige war bislang parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion. Sein Amt wird zu einem Ministeramt aufgewertet, das auch Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Sport, Medien und Ehrenamt umfasst. picture alliance/dpa | Michael Brandt Bild in Detailansicht öffnen
Der CDU-Politiker Achim Schwickert war seit 2009 Er ist seit 2009 Landrat des Westerwaldkreises in Rheinland-Pfalz.
Der bisherige Landrat des Westerwaldkreises, Achim Schwickert, wird neuer Innenminister in der schwarz-roten Koalition. Außerdem ist der 64-Jährige künftig für die Themen Integration und Verkehr zuständig. picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow Bild in Detailansicht öffnen
Der CDU-Politiker Helmut Martin ist seit April 2018 Mitglied des RLP-Landtags.
Das Ressort für Justiz und Verbraucherschutz leitet künftig CDU-Politiker Helmut Martin. Der 62-Jährige ist seit 2018 Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtags und Abgeordneter für den Landkreis Bad Kreuznach. picture alliance/dpa | Boris Roessler Bild in Detailansicht öffnen
Die CDU-Politikerin Christine Schneider saß seit 2019 für ihre Partei im Europaparlament.
Die Bereiche Landwirtschaft, Umwelt, Weinbau und Forsten werden in einem Ressort gebündelt. Ministerin wird Christine Schneider. Die 53-jährige Agrarexpertin saß seit 2019 für die CDU im Europarlament. picture alliance/dpa | Arne Dedert Bild in Detailansicht öffnen
Die SPD-Politikerin Doris Ahnen ist seit 2014 rheinland-pfälzische Finanzministerin.
Die SPD-Politikerin Doris Ahnen ist die erfahrenste Ministerin in der neuen Landesregierung. Die 61-Jährige führt das Finanzministerium bereits seit zwölf Jahren - und wird das auch weiterhin tun. Das Ressort wird um Digitalisierung und Staatsmodernisierung erweitert. picture alliance/dpa | Helmut Fricke Bild in Detailansicht öffnen
Sabine Bätzing-Lichtenthäler steht an der Spitze der rheinland-pfälzischen SPD und führte bislang die sozialdemokratische Fraktion im Landtag an.
Neue Arbeits- und Sozialministerin ist Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Die bisherige SPD-Fraktionschefin stand von 2014 bis 2021 schon einmal an der Spitze des Hauses. Diesmal ist sie auch für Frauen, Familie und Jugend verantwortlich. picture alliance/dpa | Arne Dedert Bild in Detailansicht öffnen
Der SPD-Politiker Michael Ebling ist seit 2022 rheinland-pfälzischer Innenminister.
Michael Ebling (SPD) war lange Mainzer Oberbürgermeister. 2022 löste er dann seinen Parteifreund Roger Lewentz als Innenminister ab. Nun übernimmt er das neu konzipierte Ressort für Wirtschaft, Energie und Klima. picture alliance/dpa | Andreas Arnold Bild in Detailansicht öffnen
Der SPD-Politiker Sven Teuber war bislang Bildungsminister in Rheinland-Pfalz.
Der SPD-Bildungsexperte Sven Teuber war erst im vergangenen Jahr zum Bildungsminister ernannt worden. Da das Ressort nun an die CDU geht, musste er das Haus räumen. Er übernimmt das ebenfalls neu zugeschnittene Ressort für Kommunen, Kultur, Bauen und Wohnen. picture alliance/dpa | Harald Tittel Bild in Detailansicht öffnen
Der SPD-Politiker Clemens Hoch ist seit 2021 rheinland-pfälzischer Gesundheitsminister.
Clemens Hoch (SPD) bleibt Minister für Gesundheit und Wissenschaft - künftig auch mit der Zuständigkeit für Weiterbildung. picture alliance/dpa | Arne Dedert Bild in Detailansicht öffnen

Die bisherige bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion in Mainz, Jenny Groß, soll Staatssekretärin im Bildungsministerium werden.

Eine EU-Parlamentarierin und ein Landrat gehören zum Ministerteam

Die CDU besetzt insgesamt fünf Ministerien in der neuen Koalition mit der SPD. Das Ministerium für Umwelt, Forsten, Weinbau und Landwirtschaft wird die EU-Abgeordnete Christine Schneider leiten. Parteichef Schnieder sagte, es gebe niemanden im Land, der so viel Erfahrung in den Bereichen Landwirtschaft und Umwelt habe wie Schneider.

Die CDU holt auch einen Vertreter der Kommunen ins neue Landeskabinett. Landrat Achim Schwickert aus dem Westerwaldkreis wird Minister für Inneres, Integration und Verkehr.

Der Landtagsabgeordnete Marcus Klein wird die Staatskanzlei führen sowie Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien. Klein ist bisher parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion.

Das Ressort Justiz und Verbraucherschutz übernimmt der Jurist und Landtagsabgeordnete Helmut Martin - bisher stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU.

SPD hatte Ministerinnen und Minister am Montag vorgestellt

Die SPD besetzt als Juniorpartnerin in der künftigen CDU-geführten Landesregierung ebenfalls fünf Ministerien. Zwei Minister bleiben, drei Neubesetzungen gibt es. Alexander Schweitzer, der das SPD-Team in den Koalitionsverhandlungen angeführt hatte, hatte die Besetzung der Ministerposten am Montag bekanntgegeben.

Ministerpräsident Alexander Schweitzer stellt die fünf SPD-Minister in der neuen Landesregierung vor.
Die neuen Ministerinnen und Minister sind: Doris Ahnen (3. v.l.), Sven Teuber (5. v.l.), Sabine Bätzing-Lichtenthäler (4. v.r.), Clemens Hoch (3. v.r.) und Michael Ebling (2. v.r.).

Ahnen bleibt Finanzministerin

Das Finanzministerium wird auch in der künftigen Landesregierung von Doris Ahnen (SPD) geführt. Sie steht seit mehr als zehn Jahren an der Spitze des Ministeriums, das in Zukunft auch für Digitalisierung und Staatsmodernisierung zuständig sein wird. Für die SPD war es ein großer Erfolg, das Ministerium in den Koalitionsverhandlungen mit der CDU verteidigt zu haben. Entsprechend zufrieden zeigte sich Schweitzer heute: "Das Ressort wird mit seinen neuen Zuständigkeiten zu einer zentralen Steuerungsinstanz für die Zukunftsfähigkeit des Landes."

Bätzing-Lichtenthäler zurück als Arbeitsministerin

Die zweite Ministerin, die die SPD stellt, ist eine Rückkehrerin. Sabine Bätzing-Lichtenthäler, die bisher Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion war, kehrt als Arbeits- und Sozialministerin an ihre alte Wirkungsstätte zurück. Das Ministerium wird neu zugeschnitten und ist nun zuständig für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend. Bätzing-Lichtenthäler wird auch stellvertretende Ministerpräsidentin sein. Die bisherige Ministerin Dörte Schall gehört der künftigen Landesregierung nicht mehr an.

Minister Hoch, Ebling und Teuber

Clemens Hoch wird weiter Minister sein - er bleibt an der Spitze seines Ministeriums, das künftig für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit zuständig ist. Für Michael Ebling und Sven Teuber ging es auf ihren bisherigen Posten nicht weiter. Das Innen- und das Bildungsministerium wird die CDU verantworten. Ebling leitet in der neuen Landesregierung das Ministerium für Wirtschaft, Energie und Klima. Sven Teuber wird Minister für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur.

Schweitzer: "Erfahrung und Klarheit"

Alexander Schweitzer sagte, das Regierungsteam der SPD stehe für Erfahrung, Klarheit und Gestaltungswillen: "Wir sind bereit, Rheinland-Pfalz mit Verantwortung, Respekt und Entschlossenheit durch diese Zeit des Wandels in eine gute Zukunft zu führen." Schweitzer - bisher Ministerpräsident - wird nach der verlorenen Landtagswahl weiter an prominenter Stelle in der Landespolitik vertreten sein - als Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion.

Auch Wechsel an SPD-Spitze

Auch die SPD-Landespartei stellt sich neu auf. Die Vorsitzende Sabine Bätzing-Lichtenthäler hat angekündigt, ihr Amt am kommenden Montag (18. Mai) niederzulegen - zeitgleich mit dem Start der neuen Landesregierung. Bätzing-Lichtenthäler begründet ihren Rückzug damit, dass sie sich in Zukunft "mit voller Kraft den neuen Aufgaben als stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin" widmen wolle. Diese sehe sie für sich nicht als vereinbar mit dem Amt der Parteivorsitzenden an, "in Zeiten des Umbruchs und der Herausforderungen".

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Schweitzer Favorit für SPD-Vorsitz

Offiziell ist es noch nicht - aber es wird erwartet, dass Alexander Schweitzer als neuer SPD-Landesvorsitzender antritt. Er wäre dann in Zukunft als Fraktions- und Parteivorsitzender die zentrale Figur, die die SPD nach der Wahlniederlage vom 22. März neu aufstellen soll. Sicher wird die SPD nicht die Opposition in der Regierung geben. Als Fraktionschef wäre Schweitzer jedoch nicht in die Kabinettsdisziplin eingebunden und hätte mehr Beinfreiheit, um der Partei neues Profil zu verschaffen - und als SPD-Chef wäre das ohnehin seine Aufgabe.

Wahl des Ministerpräsidenten

Am 18. Mai soll Gordon Schnieder zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Im Anschluss wird traditionell das Kabinett vereidigt. Dann kann die neue Landesregierung mit der Arbeit beginnen.

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR

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