Antrag der CDU im Landtag

Hitzige Debatte um Einsatz von KI in der Videoüberwachung

Die CDU-Landtagsfraktion fordert den landesweiten Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Videoüberwachung in Städten. Im Landtag wurde darüber teils lautstark diskutiert.

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Stand

Von Autor/in Petra Wagner

Die rheinland-pfälzische CDU-Fraktion fordert in ihrem Antrag zum einen, KI-unterstützte Videoanalyse auf öffentlichen Plätzen einzusetzen, um die Sicherheit zu verbessern. Entsprechende Kameras könnten aber auch in sogenannten Angsträumen, wie dunklen Parks oder Unterführungen, installiert werden.

"Der gezielte Einsatz von intelligenter Videosicherheitstechnik kann das Sicherheitsgefühl der Menschen stärken", sagte der CDU-Abgeordnete Dirk Herber. KI könne Videoaufnahmen in Echtzeit analysieren und ein "zusätzliches Auge" sein, um die Polizei zu entlasten.

Zudem könnten die Kameras auch an Stellen angebracht werden, die von Vandalismus betroffen sind oder bei der Aufklärung von illegaler Müllentsorgung helfen. Die automatisierte Analyse großer Datenmengen in Echtzeit ermögliche es der Polizei, verdächtige Aktivitäten oder Verhaltensweisen schneller zu erkennen.

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Die von der CDU vorgeschlagenen Systeme seien noch nicht ausgereift, sagte der SPD-Abgeordnete Michael Hüttner. Der innenpolitische Sprecher der Grünen, Carl-Bernhard von Heusinger, verwies auf Erfahrungen mit Künstlicher Intelligenz in anderen Bundesländern. In Hamburg etwa habe KI eine Umarmung mit einer Schlägerei verwechselt. Auch in Mannheim laufe ein Pilotprojekt mit KI-Überwachung, es sei aber noch nicht klar, ob das System funktioniere.

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Petra Wagner
Onlinefassung
Götz Kohlmann

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