Bei der Bundestagswahl im Februar hatte die AfD in der Stadt Ludwigshafen die meisten Zweitstimmen bekommen: 24,3 Prozent.
Im gesamten Wahlkreis Ludwigshafen-Frankenthal lag die AfD mit 23,4 Prozent knapp hinter der CDU auf Rang 2. Dem will Ludwigshafens katholischer Dekan Dominik Geiger etwas entgegensetzen.
AfD-Sieg hat den Dekan überrascht
Das AfD-Ergebnis in Ludwigshafen habe ihn überrascht, sagt Dekan Geiger. Er sprach deshalb Paul Metzger an, den Dekan der Evangelischen Kirche. Mit ins Boot geholt wurden zudem die mennonitische Gemeinde und die baptistische Gemeinde. Gemeinsam erarbeitet wurde ein Positionspapier für Menschenwürde, Demokratie und Zusammenhalt.
Positionspapier zu Menschenwürde, Demokratie und Zusammenhalt
Im Positionspapier stehen Dinge, die eigentlich selbstverständlich sind: Zum Beispiel, dass Menschen nicht diskriminiert werden dürfen, dass man nicht gegen Andersdenkende hetzen und sie nicht einschüchtern darf und dass Lügen und Verschwörungsideologien den gesellschaftlichen Frieden gefährden.
Pinkfarbene Flaggen werden aufgehängt
"Doch diese Selbstverständlichkeiten sind in Ludwigshafen leider nicht mehr selbstverständlich", bedauert der katholische Dekan Geiger. Deshalb werden am Wochenende vom 13. auf den 14. September pinkfarbene Flaggen vor alle Kirchen gehängt. Sie tragen die Aufschrift: "Hass ist keine Meinung" sowie "Kein Mensch ist zweiter Klasse".
Außerdem wird in den Gottesdiensten das Positionspapier angesprochen. Die beiden Dekane Dominik Geiger und Paul Metzger wollen zudem Vereine, Organisationen und Parteien auf die Aktion der Kirchen aufmerksam machen.
Dekan erhofft sich breite Diskussion
Dekan Paul Metzger hofft, dass auch über die kirchlichen Kreise hinaus das Positionspapier diskutiert wird. "Wenn ich eine Wirkung feststelle in der Stadtgesellschaft oder vielleicht auch über die Stadtgesellschaft hinaus, dann wäre das für mich ein Erfolg."