Machtwechsel in RLP

CDU-Politiker Schnieder neuer Ministerpräsident - Kabinett vereidigt

Nach 35 Jahren ist die CDU in RLP wieder in der Regierung - und stellt mit Gordon Schnieder den Ministerpräsidenten. Auch wenn der bei seiner Wahl einen kleinen Dämpfer bekommt.

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Stand

Von Autor/in Mathias Zahn SWR Landespolitik, Gernot Ludwig SWR Landespolitik

Es ist der Tag, den die rheinland-pfälzischen Christdemokraten seit langem herbeigesehnt haben. Nach 35 Jahren Opposition zieht die CDU wieder in die Staatskanzlei ein. Gordon Schnieder ist zum Ministerpräsidenten gewählt und der Machtwechsel in Rheinland-Pfalz vollzogen worden. CDU und SPD stellen künftig die Landesregierung.

Leichter Dämpfer bei Schnieder-Wahl

71 der 105 Abgeordneten im neuen Landtag stellen CDU und SPD zusammen. Bei der geheimen Wahl erhielt Schnieder acht Stimmen weniger, als die beiden Bündnispartner Abgeordnete im Landtag haben. Auf Schnieder entfielen 63-Ja-Stimmen. Zudem gab es 38 Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen, zwei Stimmen waren ungültig.

Ernennung der Ministerinnen und Minister

Nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten hat Gordon Schnieder in der benachbarten Staatskanzlei die zehn neuen Minister ernannt. Anschließend wurden die vier Frauen und sechs Männer im Plenarsaal vereidigt und nahmen auf der Regierungsbank Platz. Abschließend hat der Landtag mit den Stimmen von CDU und SPD die neue Regierung bestätigt. Die Oppositionsparteien aus AfD und Grünen haben dagegen gestimmt.

Mit dem gleichen Abstimmungsergebnis hat der Landtag die neue Arbeits- und Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler als stellvertretende Ministerpräsidentin bestätigt.  

Nina Weise übernimmt das Amt der Regierungssprecherin. Zuvor war die 26-Jährige Sprecherin des CDU-Landesverbands.

Ute Eiling-Hütig (bisher CSU) spricht im bayerischen Landtag. Die 58-Jährige ist neue Bildungsministerin in Rheinland-Pfalz und gehört inszwischen dser CDU an.
Die bisherige CSU-Landtagsabgeordnete Ute Eiling-Hütig aus Bayern ist neue Bildungsministerin in Rheinland-Pfalz. Die 58-Jährige war zuvor Vorsitzende des Bildungsausschusses im Landtag in München. Eiling-Hütig ist mittlerweile in die CDU eingetreten und wohnt nun in Bad Dürkheim. Bild in Detailansicht öffnen
Der CDU-Politiker Marcus Klein war bislang parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion.
Chef der Staatskanzlei wird der CDU-Politiker Marcus Klein. Der 49-Jährige war bislang parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion. Sein Amt wird zu einem Ministeramt aufgewertet, das auch Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Sport, Medien und Ehrenamt umfasst. Bild in Detailansicht öffnen
Der CDU-Politiker Achim Schwickert war seit 2009 Er ist seit 2009 Landrat des Westerwaldkreises in Rheinland-Pfalz.
Der bisherige Landrat des Westerwaldkreises, Achim Schwickert, wird neuer Innenminister in der schwarz-roten Koalition. Außerdem ist der 64-Jährige künftig für die Themen Integration und Verkehr zuständig. Bild in Detailansicht öffnen
Der CDU-Politiker Helmut Martin ist seit April 2018 Mitglied des RLP-Landtags.
Das Ressort für Justiz und Verbraucherschutz leitet künftig CDU-Politiker Helmut Martin. Der 62-Jährige ist seit 2018 Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtags und Abgeordneter für den Landkreis Bad Kreuznach. Bild in Detailansicht öffnen
Die CDU-Politikerin Christine Schneider saß seit 2019 für ihre Partei im Europaparlament.
Die Bereiche Landwirtschaft, Umwelt, Weinbau und Forsten werden in einem Ressort gebündelt. Ministerin wird Christine Schneider. Die 53-jährige Agrarexpertin saß seit 2019 für die CDU im Europarlament. Bild in Detailansicht öffnen
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Die SPD-Politikerin Doris Ahnen ist die erfahrenste Ministerin in der neuen Landesregierung. Die 61-Jährige führt das Finanzministerium bereits seit zwölf Jahren - und wird das auch weiterhin tun. Das Ressort wird um Digitalisierung und Staatsmodernisierung erweitert. Bild in Detailansicht öffnen
Sabine Bätzing-Lichtenthäler steht an der Spitze der rheinland-pfälzischen SPD und führte bislang die sozialdemokratische Fraktion im Landtag an.
Neue Arbeits- und Sozialministerin ist Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Die bisherige SPD-Fraktionschefin stand von 2014 bis 2021 schon einmal an der Spitze des Hauses. Diesmal ist sie auch für Frauen, Familie und Jugend verantwortlich. Bild in Detailansicht öffnen
Der SPD-Politiker Michael Ebling ist seit 2022 rheinland-pfälzischer Innenminister.
Michael Ebling (SPD) war lange Mainzer Oberbürgermeister. 2022 löste er dann seinen Parteifreund Roger Lewentz als Innenminister ab. Nun übernimmt er das neu konzipierte Ressort für Wirtschaft, Energie und Klima. Bild in Detailansicht öffnen
Der SPD-Politiker Sven Teuber war bislang Bildungsminister in Rheinland-Pfalz.
Der SPD-Bildungsexperte Sven Teuber war erst im vergangenen Jahr zum Bildungsminister ernannt worden. Da das Ressort nun an die CDU geht, musste er das Haus räumen. Er übernimmt das ebenfalls neu zugeschnittene Ressort für Kommunen, Kultur, Bauen und Wohnen. Bild in Detailansicht öffnen
Der SPD-Politiker Clemens Hoch ist seit 2021 rheinland-pfälzischer Gesundheitsminister.
Clemens Hoch (SPD) bleibt Minister für Gesundheit und Wissenschaft - künftig auch mit der Zuständigkeit für Weiterbildung. Bild in Detailansicht öffnen

Alterspräsident Baldauf eröffnet Sitzung

Der langjährige CDU-Fraktionschef Christian Baldauf hatte die erste Sitzung des neu gewählten Landtags als Alterspräsident eröffnet. Baldauf gehört dem Landtag seit 2001 an. Seit einer Änderung im vergangenen Jahr ist der Alterspräsident nicht mehr der älteste Abgeordnete, sondern der Parlamentarier mit den meisten Abgeordnetenjahren.

Matthias Lammert (CDU) neuer Landtagspräsident

Die Regierungsbank blieb erst einmal leer. Die 105 Abgeordneten wurden nach Baldaufs Eröffnungsansprache namentlich aufgerufen. Anschließend haben die Abgeordneten die Geschäftsordnung des Landtags beschlossen und danach den Landtagspräsidenten gewählt. Den stellt traditionell die stärkste Fraktion. Matthias Lammert von der CDU wurde einstimmig in das neue Amt gewählt.

Matthias Lammert spricht im rheinland-pfälzischen Landtag. Der CDU-Politiker ist zum neuen Landtagspräsidenten gewählt worden.
Matthias Lammert (CDU) bei seiner ersten Rede als neuer Landtagspräsident

Erstmals seit zehn Jahren drei Vizepräsidenten

Als Vizepräsidenten haben die Abgeordneten einstimmig Marion Schneid (CDU) und Jaqueline Rauschkolb (SPD) gewählt – beide aus den Regierungsfraktionen. Katharina Binz (Grüne), bisherige Integrationsministerin, sitzt künftig als Vertreterin der Opposition im Landtagspräsidium. Binz wurde mit den Stimmen von CDU, SPD und Grünen zur neuen dritten Vizepräsidentin gewählt. Der Abgeordnete Ralf Schönborn (AfD), der sich ebenfalls um den neuen dritten Vizeposten beworben hatte, erhielt keine Mehrheit.

Diskussion um Zahl der Vizepräsidenten

Vor der Abstimmung gab es eine Diskussion um die Anzahl der Vizepräsidenten. Die CDU-Fraktion hatte den Antrag gestellt, dass es im neuen Landtag einen dritten Vizepräsidentenposten geben soll - einen mehr als bislang. Die CDU argumentierte, dass es in der Vergangenheit auch schon mal drei Vizepräsidenten gab und dass es in anderen Bundesländern auch mehrere Vizepräsidenten geben würde.

Die AfD dagegen stellte den Antrag, die Zahl der Vizepräsidenten auf eine Stelle zu reduzieren und begründete das mit der Kostenersparnis. Der Antrag der AfD wurde mit den Stimmen von CDU, SPD und Grünen abgelehnt.

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Regierung nimmt Arbeit auf

Am Nachmittag hat die neue Landesregierung dann die Arbeit offiziell aufgenommen. Mit dem neu gewählten Ministerpräsidenten Gordon Schnieder an der Spitze trafen sich die Ministerinnen und Minister von CDU und SPD zu ihrer ersten Ministerratssitzung. Wahrscheinlich im Juni wird Schnieder dann eine Regierungserklärung im Landtag abgeben.

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Mathias Zahn SWR Landespolitik
Gernot Ludwig SWR Landespolitik
SWR-Redaktion Landespolitik Gernot Ludwig

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