Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag scheint die Welt langsamer zu werden. In den Dörfern der Eifel, entlang der Mosel und auf den Höhen rund um Trier erzählen sich Menschen seit Generationen Geschichten.
Von umherziehenden Seelen. Von Träumen als Zeichen. Und von Nächten, in denen die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits verschwimmt. In der ländlich geprägten Region rund um Trier haben sich manche dieser Vorstellungen bis heute gehalten.
So wurden die Rauhnächte früher an der Mosel und in der Eifel begangen
Früher galten die Rauhnächte als Zeit des Stillstands. Zwölf Tage lang wurde kaum gearbeitet. Stattdessen wurde geruht, erzählt, gedeutet. Häuser und Ställe räucherte man aus – zum Schutz von Mensch und Tier vor bösen Geistern. Diesem Brauch verdanken die Rauhnächte auch ihren Namen.
Auch Träume wurden aufmerksam beobachtet. Auch kleine Zufälle zählten. Sie sollten Hinweise auf das kommende Jahr geben. Zudem sollte man zwischen den Jahren keine Wäsche aufhängen, damit Frau Holle daraus kein Leichentuch für den Besitzer webt. Diese Geschichten sind eng mit der Landschaft verbunden: mit dunklen Wäldern, abgelegenen Höfen und langen Winternächten, wie sie auch die Region Trier seit jeher prägen.
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Weihnachtsbräuche gibt es viele. Einige haben eine lange Tradition, andere sind noch ziemlich jung. Aber alle haben ihren eigenen Weihnachtszauber. Wir haben uns in RLP umgeschaut.
Das kann man in den Rauhnächten rund um Trier unternehmen
Heute spielen die Rauhnächte auch rund um Trier noch immer eine Rolle. Im Meulenwald bei Schweich zum Beispiel treffen sich Menschen kurz vor ihrem Beginn bei Feuer und Kerzenlicht. Sie nehmen sich Zeit, schauen auf das vergangene Jahr zurück, lassen Dinge los und denken über neue Wünsche nach. Dabei werden alte Bräuche aufgegriffen und auf eine modernere Art weitergeführt.
An der Mosel und in der Eifel gibt es außerdem öffentliche Veranstaltungen rund um die Rauhnächte. In Kinheim an der Mosel kommen die Menschen zwischen den Jahren zusammen, feiern gemeinsam, hören Musik, trinken Wein und erzählen sich alte Geschichten. In der Vulkaneifel, zum Beispiel im Museumsbahnhof Üxheim-Ahütte, finden zur Rauhnachtszeit Konzerte statt, die für eine ruhige Stimmung sorgen.
Rauhnacht-Wanderungen: Mystische Spaziergänge durch winterliche Landschaften
Für diejenigen, die lieber draußen unterwegs sind, gibt es auch Rauhnacht-Wanderungen. In Morbach-Rapperath findet am Sonntag ab 16 Uhr eine geführte Rauhnächte-Wanderung durch die winterliche Landschaft statt mit Zeit zum Innehalten und Nachdenken.
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Eine weitere Wanderung führt in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar durch das Hahnenbachtal im Hunsrück. Hier werden bei Fackellicht Geschichten über alte Mythen, Bräuche und den Aberglauben rund um die Rauhnächte erzählt.