Beim Thema Krankenhäusern geht es zum ersten Mal hoch her. Joachim Streit von den Freien Wähler sagte, mit seiner Partei werde keine Klinik mehr geschlossen. Daniela Schmitt von der FDP nennt diese Aussage unseriös.
Aber kann das Land überhaupt verhindern, dass Krankenhäuser insolvent gehen oder geschlossen werden?
Es ist kompliziert. Bevor ein Krankenhaus schließt, prüft die Landesregierung, ob der Wegfall der Klinik eine Lücke in die flächendeckende Versorgung reißt. Ob es zum Beispiel in der Nähe alternative Krankenhäuser gibt. Wenn das Ergebnis ist, dass die Schließung der Klinik eine Lücke hinterlassen würde, dann greift der so genannte Sicherstellungsauftrag im Landeskrankenhausgesetz. Der besagt, dass die Kreise und kreisfreien Städte als Träger einspringen müssen - nicht das Land. Die Kommunen verhindern damit, dass das Krankenhaus schließt.
Wenn die Prüfung der Landesregierung allerdings ergibt, dass die Schließung der Klinik keine Lücke hinterlässt, dann wird die Klinik geschlossen und das ist seit 2020 laut Gesundheitsministerium acht Mal passiert.
Das heißt, schon jetzt gibt es ein System, das verhindert das Kliniken einfach so geschlossen werden. Wenn Streit verspricht, dass gar keine Kliniken mehr geschlossen werden, muss er dafür eine politische Mehrheit finden. Das dürfte schwierig werden. Anschließend müsste er noch einen Betreiber für das Krankenhaus finden, auch das dürfte schwierig sein.
Kann das Land Geld in die Hand nehmen, um zu verhindern, das Kliniken schließen?
Das Land lehnt das ab. Denn das Land ist für Investitionsausgaben der Kliniken zuständig. Heißt, das Land finanziert Neubauten, Anbauten und Umbauten in Kliniken.
Den laufenden Betrieb der Häuser finanzieren die Krankenkassen, der Bund legt die Kriterien fest. Die finanziellen Probleme der Kliniken liegen laut Krankenhausgesellschaft vor allem darin, dass die Einnahmen nicht reichen, um die Ausgaben zu finanzieren. In den Augen der Krankenhäuser ist dafür der Bund zuständig. Deshalb fordert die Krankenhausgesellschaft auch von der Bundesregierung finanzielle Hilfen für die Zeit, bis die Krankenhausreform greift.
Fazit: Wer verspricht, Krankenhäuser vor der Insolvenz zu bewahren, muss dafür politische Mehrheiten finden und sehr viel Geld zur Verfügung stellen. Beides dürfte schwierig werden.