MGM reagiert auf Welt-Krisen
Nach den letzten Filmen der „Superman“-Saga mit Hauptdarsteller Henry Cavill, der dem Helden auch düstere Seiten gab, ist der neue Action-Film ein Gegenmodell. Der Mainzer Filmexperte Stiglegger spricht im Interview von einer „positiveren, utopischeren Variante“. Er interpretiert dies als Reaktion der Produktionsfirma MGM auf die Krisen unserer Zeit, „weil es keine einfachen Lösungen mehr gibt.“
„Die Fans haben's echt satt“ Seit Jahren kein Hype mehr: Entkommt der neue „Superman“-Film der Superhero Fatigue?
Der Hype um Superhelden ist vorbei, sagen viele und haben dafür auch einen eigenen Namen: Superhero Fatigue. Hat der neue „Superman“-Film im Kino trotzdem eine Chance?
Wichtig ist die Perspektive
Stiglegger glaubt, es komme nicht darauf an, welche Facetten das Drehbuch dem Protagonisten gibt. Wichtig sei vielmehr, dass die Handlung überhaupt die Perspektive einer Lösung anbietet: „Die Identifikation muss nicht über den Helden verlaufen.“
Superman und die Römer
Die „Superman“-Figur als solche steht für Stiglegger in einer über Jahrtausende gepflegten Tradition von Heldenerzählungen: „Superman ist eine moderne Variante der antiken Heroen – Superman, er hat etwas vom antiken Herakles.“ Optisch erinnere ihn Hauptdarsteller David Corenswet an Figuren aus römischen Sagen. Allerdings breche der Film die Anspielungen mitunter auf „etwas ironische Weise“.
Menschlicher und weniger ambivalent
Gefragt, weshalb derlei Helden-Epen weiter funktionieren, meint Stiglegger: „Die Übermenschlichkeit des Helden ist die Sehnsucht nach dem Beschützer“. Auffällig ist für ihn, dass „Superman“ in der aktuellen Version wieder nahbar wird: Handlungsstränge, in denen eine Freundin und Adoptiveltern auftauchen, habe Regisseur und Produzent David Gunn stärker ausgebaut. Es gebe sogar einen Hund als Neben-Figur.
So sei Superman weniger ambivalent als zuletzt und besinne sich so auf das Erfolgsrezept des ersten Kino-Erfolgs von 1978, bei dem Christopher Reeve die Hauptrolle spielte: „Ich denke, dieser Film versucht eine neue Waage, da ähnelt er dem Christopher-Reeve-Film.“
Marcus Stiglegger hat eine Vertretungsprofessor für Medienkulturwissenschaft an der Universität Freiburg und lehrt Filmwissenschaft an der Uni Mainz.
Superman, ab 10.7.2025 im Kino
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