Rückbesinnung auf den ersten Kino-Blockbuster

Neuer „Superman“-Film im Kino: Superman ist wieder jung – und fast der Alte

Der neue „Superman“-Film ist eine Rückbesinnung auf den Comic aus den 1930er-Jahren und auf den ersten Kino-Blockbuster. Der Held ist wieder jünger, positiver, menschlicher – und spiegelt so die Wünsche unserer Zeit, meint der Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger im Gespräch mit SWR Kultur.

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MGM reagiert auf Welt-Krisen

Nach den letzten Filmen der „Superman“-Saga mit Hauptdarsteller Henry Cavill, der dem Helden auch düstere Seiten gab, ist der neue Action-Film ein Gegenmodell. Der Mainzer Filmexperte Stiglegger spricht im Interview von einer „positiveren, utopischeren Variante“. Er interpretiert dies als Reaktion der Produktionsfirma MGM auf die Krisen unserer Zeit, „weil es keine einfachen Lösungen mehr gibt.“

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Wichtig ist die Perspektive

Stiglegger glaubt, es komme nicht darauf an, welche Facetten das Drehbuch dem Protagonisten gibt. Wichtig sei vielmehr, dass die Handlung überhaupt die Perspektive einer Lösung anbietet: „Die Identifikation muss nicht über den Helden verlaufen.“

Superman und die Römer

Die „Superman“-Figur als solche steht für Stiglegger in einer über Jahrtausende gepflegten Tradition von Heldenerzählungen: „Superman ist eine moderne Variante der antiken Heroen – Superman, er hat etwas vom antiken Herakles.“ Optisch erinnere ihn Hauptdarsteller David Corenswet an Figuren aus römischen Sagen. Allerdings breche der Film die Anspielungen mitunter auf „etwas ironische Weise“.

Menschlicher und weniger ambivalent

Gefragt, weshalb derlei Helden-Epen weiter funktionieren, meint Stiglegger: „Die Übermenschlichkeit des Helden ist die Sehnsucht nach dem Beschützer“. Auffällig ist für ihn, dass „Superman“ in der aktuellen Version wieder nahbar wird: Handlungsstränge, in denen eine Freundin und Adoptiveltern auftauchen, habe Regisseur und Produzent David Gunn stärker ausgebaut. Es gebe sogar einen Hund als Neben-Figur.

So sei Superman weniger ambivalent als zuletzt und besinne sich so auf das Erfolgsrezept des ersten Kino-Erfolgs von 1978, bei dem Christopher Reeve die Hauptrolle spielte: „Ich denke, dieser Film versucht eine neue Waage, da ähnelt er dem Christopher-Reeve-Film.“

Marcus Stiglegger hat eine Vertretungsprofessor für Medienkulturwissenschaft an der Universität Freiburg und lehrt Filmwissenschaft an der Uni Mainz.

Superman, ab 10.7.2025 im Kino

SUPERMAN – Trailer Deutsch German (2025)

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Doris Maull
Doris Maull
Interview mit
Marcus Stiglegger