Ursula K. Le Guin: Die Welt kann anders sein
Mit dem Erzählband „Der Tag vor der Revolution“ liegt nun eine Sammlung von 25 Science-Fiction-Geschichten von Ursula K. Le Guin vor. Übersetzt hat ihn, sowie viele von Le Guins Texten, Karen Nölle: „Sie zeigt, dass die Welt nicht so sein muss, wie sie ist“, sagt sie.
Im Gespräch im SWR Kultur lesenswert Magazin spricht Nölle über Le Guins Sprache, die von bestechender Klarheit und poetischer Schlichtheit ist – und gerade dadurch eine Herausforderung für die Übersetzung.
Die Geschichten, entstanden über drei Jahrzehnte, faszinieren durch ihre Aktualität.
Zwei Romane, eine Gefahr: Die Verführung durch Ideologien
Zwei Autorinnen, zwei Welten, ein Thema: die trügerische Macht von Ideologien. Hannah Lühmann erzählt in „Heimat“ von einer jungen Familie, die in der Vorstadtsiedlung einer konservativen Idylle landet und auf Jana eine Faszination ausübt.
Caroline Schmitt führt in „Monstergott“ in eine freikirchliche Gemeinde, wo Glaube, Kontrolle und Hingabe unheilvoll ineinandergreifen.
Beide Romane zeigen, wie der Wunsch nach Zugehörigkeit in blinden Glauben kippen kann. Es sind Erzählungen über Sehnsucht und Selbsttäuschung, über Freiheit und deren Preis.
Und sie führen vor Augen, wie nah Verführung und Überzeugung beieinander liegen.
Natascha Wodin erzählt vom Altwerden und der Liebe
Mit „Die späten Tage“ legt Natascha Wodin ein leises, eindringliches Buch über das Alter vor. Wodin schreibt über den Körper, der nicht mehr will, und das Herz, das trotzdem weiter schlägt, über Vergänglichkeit, Zärtlichkeit, und das Aufbegehren gegen das Verstummen.
Sie erzählt von einem letzten großen Glück, das zugleich Erinnerung und Gegenwart ist. Theresa Hübner hat das Buch gelesen.
Altern und das letzte große Glück: Davon erzählt Natascha Wodin in „Die späten Tage“
Clara Heinrich und die Rückkehr in die Puszta
Clara Heinrichs literarisches Debüt „Pusztagold“ ist ein Buch der Rückkehr: Nach Jahren in Berlin zieht die Autorin zurück ins burgenländische Dorf ihrer Kindheit.
Sie pflegt ihren schwer erkrankten Partner, beobachtet das Wachsen und Vergehen inmitten einer brüchigen Welt und entdeckt in der Fürsorge eine neue Form von Hoffnung. Heinrich schreibt über Care, Umweltzerstörung und die fragile Balance zwischen Menschen und Natur – inspiriert von Denkerinnen wie Donna Haraway, Ursula K. Le Guin, Joan Didion und Anna Tsing.
„Pusztagold“ ist ein poetischer Essayroman über das Sammeln, Pflegen und Kultivieren. Christoph Schröder ist begeistert.
Dieses Buch ist ein Wunderwerk: „Pusztagold“ von Clara Heinrich
Von Abba bis Zappa – Rockgeschichte aus dem Südwesten
Wer in den 1970er- und 1980er-Jahren internationale Popgrößen im Südwesten sehen wollte, fuhr nicht in die Landeshauptstadt Stuttgart, sondern nach Böblingen oder Sindelfingen.
Hier, in unscheinbaren Hallen, spielten Abba, Zappa und viele andere Rock- und Popbands. Die Konzerte waren organisiert von Enthusiasten, die mehr Herzblut als Erfahrung hatten.
Christoph Wagner, Musikjournalist und Chronist jener Zeit, hat dieser Epoche nun ein Buch gewidmet: „Von Abba bis Zappa – als Sindelfingen und Böblingen den Südwesten rockten“. Mit Witz und Detailfreude erzählt er von Nächten voller Lärm und Leidenschaft.
„Von ABBA bis Zappa“: Buch über die Popjahre im wilden Süden