Gespräch mit Literaturkritikerin Sandra Kegel

Neuer Roman von Vigdis Hjorth: „Der gute Mensch von Sandvika“

Wieviel Güte ist in der Welt? Die Norwegerin Vigdis Hjorth macht in ihrem neuen Roman „Der gute Mensch von Sandvika“ eine Kneipe zum Zentrum des Geschehens.

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Stand

Die norwegische Schriftstellerin Vigdis Hjorth, geboren 1959, hat mehr als zwanzig Bücher veröffentlicht. In Deutschland wurde sie allerdings erst in den vergangenen Jahren mit so großartigen Romanen wie „Ein falsches Wort“ oder „Wiederholung“ entdeckt.

Romane, die im Original bereits vor einigen Jahren erschienen sind. Zumeist geht es darum um traumatische Erlebnisse in einer Familie; Erlebnisse, die bereits Jahrzehnte zurückliegen.

Gescheiterte Existenzen

Nun gibt es ein brandneues Buch von Vigdis Hjorth, wie ihre vorangegangenen Romane von Gabriele Haefs ins Deutsche übersetzt. „Der gute Mensch von Sandvika“ ist in einem anderen Milieu angesiedelt als Hjorths vorherige Romane.

Vigdis Hjorth
Vigdis Hjorth Vigdis Hjorth (c) Imago, Javad Parsa NTB

Der Hauptschauplatz ist eine herunter gekommene Kneipe in der Kleinstadt Sandvika. Dort treffen sich Existenzen vom Rand der Gesellschaft:

Sozialhilfeempfänger, Trinker, Gestrandete, Gescheiterte. Mittendrin: die Ich-Erzählerin, Schriftstellerin von Beruf, und ihr Hund.

Eine bemühte Geschichte

Sandra Kegel, Mitglied der Jury der SWR-Bestenliste ist eine bekennende Anhängerin von Vigdis Hjorth, wird mit diesem neuen Roman aber nicht warm.

Die deutsche Journalistin und Literaturkritikerin Sandra Kegel auf der Frankfurter Buchmesse 2024.
Die deutsche Journalistin und Literaturkritikerin Sandra Kegel auf der Frankfurter Buchmesse 2024. IMAGO / dts Nachrichtenagentur

Die Autorin, so Sandra Kegel, bekomme dieses Milieu schriftstellerisch nicht in den Griff, möglicherweise, weil es ihr so fern liege. Die Geschichte wirke ausgedacht und in ihrer Suada bemüht.

Tragischer Lottogewinn

Angelehnt an Bertolt Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ stelle Hjorth zwar die Frage, wieviel Güte in der Welt sei, aber, so Sandra Kegel, auch die am Ende tragisch zugespitzten Erzählung einer Frau, der ein hoher Lottogewinn zum Verhängnis wird, sei eher aufgesetzt und rette den Roman im Ganzen nicht. Leider.

Gespräch Iris Radisch über Vigdis Hjorths „Wiederholung":„Literatur, Wunsch und Traum durchdringt sich auf vielen Ebenen"

Die 1959 geborene Norwegerin Vigdis Hjorth ist eine der bekanntesten Gegenwartsautorinnen ihres Landes. Hjorths Romane kreisen geradezu manisch um das Schlachtfeld Familie und um ein traumatisches Kindheitserlebnis ihrer Protagonistin. Ihr neuer Roman „Wiederholung“ wurde bereits mit dem bedeutendsten norwegischen Literaturpreis bedacht. Wir stellen ihn im Gespräch mit Iris Radisch vor.

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Platz 2 (59 Punkte) Vigdis Hjorth: Wiederholung

Hjorths Romane kreisen geradezu besessen um eine Familiengeschichte, die ihrer eigenen ähnelt. Ein Streit unter Geschwistern, der über Bücher ausgetragen wird. Im Zentrum: Eine traumatische Missbrauchserfahrung durch den eigenen Vater.

Erstmals publiziert am
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Das Gespräch führte
Christoph Schröder
Gespräch mit
Sandra Kegel