Die Sängerin Norma Winstone, der Bassist Dave Holland und der Chorleiter Pete Churchill mit seinem London Vocal Project haben dieses ungewöhnliche Archivprojekt verwirklicht. „Vital Spark” ist ein Album, das das berührende Wechselspiel zwischen Jazzensemble, Solostimme und Chor wunderbar transparent eingefangen hat – meint unser Jazzkritiker Nilkas Wandt.
„Will You Walk A Little Faster?“ von Kenny Wheeler – mit Dave Holland, Norma Winston und dem London Vocal Project aus dem Album „Vital Spark“
Album-Tipp Jazz „Ten One Two“ – Shake Stew Ensemble
Die österreichische Formation trat erstmals 2016 beim Jazzfestival in Saalfelden im Salzburger Land auf und hat sich seither zu einer der spannendsten Bands in der Jazzszene entwickelt. Den rhythmisch dichten Sound verdankt „Shake Stew“ einer ungewöhnlichen Basis-Besetzung: zwei Schlagzeuger, zwei Bassisten und mehrere Bläser. Egal wo das Ensemble auftritt, ob im Jazzclub „Porgy & Bess“ in Wien oder im „Savoy Theater“ in Helsinki, setzt es sein Publikum unter Strom. Zum 10-jährigen Jubiläum hat „Shake Stew“ beim Label „Traumton Records“ unter dem Titel „Ten One Two“ ein Doppelalbum herausgebracht, das vom ersten bis zum letzten Takt einfach nur hinreißend ist, schwärmt unser Jazzkritiker Georg Waßmuth: „Mal zieht das Ensemble die Regler bis zum Anschlag hoch, dann fliegt es kontemplativ auf einem rosaroten Klangteppich davon.“
Album Tipp Jazz Eine Galaxie in Bewegung: „Andromeda Galaxy“ von Yamirah’s Solar Explorers
Die Bandleaderin, Komponistin und Gitarristin Yamirah Gercke macht mit ihrem neuen Album Indie Space Jazz. Nach dem Tod ihres Vaters, des Schlagzeugers Lenjes Robinson, hat sich die Berliner Musikerin neu erfunden: der schwebende Sound von „Andromeda Galaxy“ lässt zudem Elemente aus Jazz, Blues und Ghospel erkennen. Neben der Musik geht es Yamirah Gercke auch um die Sichtbarkeit von Frauen als Bandleaderinnen.
Album-Tipp Jazz Neues Klangspektrum: „While I Was Away" vom Julia Hülsmann Octet
Die Pianistin und Komponistin Julia Hülsmann gehört zu den prägenden Protagonistinnen des Deutschen Jazz. Ihr Geheimnis: sie setzt auf gemeinsames Kreieren. So auch auf ihrem neuen Album „While I Was Away“, das sie mit ihrem Oktett preisgekrönter Musikerinnen und Musiker aufgenommen hat. Sie verbindet ihr Jazztrio mit einem klassisch besetzten Klaviertrio und Gesangsstimmen.
Besondere Wertschätzung erfährt auf dem Album das Wort, zur Musik gesellen sich Texte etwa von Emily Dickinson, Margaret Atwood und E. E. Cummings. Julia Hülsmann verbindet auch auf „While I Was Away" wieder Menschen miteinander und erschafft so Räume, die für kreativen Austausch und Wertschätzung stehen - meint unsere Jazzkritikerin Fanny Opitz.