Queen-Gitarrist Brian May hatte schon als Kind zwei Leidenschaften: Mit sieben Jahren baut er seinen ersten Gitarrenverstärker – und ein Teleskop. Brian steht auf Gitarren und auf Galaxien. In Physik und Mathematik ist er der Überflieger. Er studiert Astrophysik, lehnt aber einen Forschungsauftrag ab – wegen der Musik.
1973 kommt das erste Queen-Album heraus. Zu dieser Zeit schreibt Brian schon an seiner Doktorarbeit. Als Queen voll durchstartet, bricht er die Arbeit an der Dissertation ab. 33 Jahre später kehrt Brian ans College zurück, promoviert über "Radialgeschwindigkeiten im interplanetaren Staub" und hat jetzt zwei Titel: Einen Sir für die Musik und den Dr. in Astrophysik.
Musikstars Simon & Garfunkel studierten trotz der Musik
Mit 17 Jahren macht Art Garfunkel mit seinem Freund Paul Simon den Highschool-Abschluss. Sie singen da schon lange zusammen und hatten auch einen Hit als Duo "Tom & Jerry".
Paul studiert englische Literatur. Art studiert erst Architektur, dann Kunstgeschichte und macht danach noch seinen Master als Mathelehrer. In den 60ern starten sie dann als Simon & Garfunkel durch. 1970 löst sich das Duo auf und Art arbeitet mal kurz als Lehrer. Dann läuft es solo wieder mit der Musik. Sonst wäre er aber echt gern Lehrer gewesen, sagt Art: "Ich habe den Lehrplan und das Unterrichten geliebt".
Mark Knopfler ist Gitarrengott geworden. Als Sohn einer Lehrerin und eines Architekten hat er aber auch einen Uniabschluss in der Tasche. Direkt nach der Schule fängt Mark an, Zeitungsartikel zu schreiben. Mit gelegentlichen Auftritten in Clubs finanziert er sich sein Journalistik-Studium. Er arbeitet dann sogar als Dozent am College.
1977 gründet er mit seinem Bruder David die Dire Straits. Ein Jahr später erscheint ihr Debütalbum und der Rest ist Geschichte.
Der Plan B von Sting (The Police) und Bryan Ferry (Roxy Music)
Superstar Sting ist gelernter Lehrer und hat in dem Beruf tatsächlich gearbeitet. Zwei Jahre lang war er Englisch- und Musiklehrer an einer katholischen Schule in Northumberland im Norden von England. 1977 gab er seinen sicheren Job auf und ging nach London, um die Wave-Rock-Band The Police zu gründen. Das war dann seine Berufung.
Und es gibt noch mehr britische Musiker, die Lehrer waren: Bryan Ferry von Roxy Music unterrichtete vor seiner Karriere Kunst und gab seinen Schülern Töpferkurse.
Der Keyboarder der Pet Shop Boys, Chris Lowe, studierte in Liverpool Architektur und nach seinem Abschluss arbeitete er auch als Architekt in einem Büro in London. Aber die Arbeit bei den Pet Shop Boys haben ihm und Sänger Neil Tennant am Ende dann doch mehr Spaß gemacht.
Andere Berufswahl: Zahnarzt Dr. Alban und Polizist Bela B (Die Ärzte)
Eigentlich müsste man von ihm nicht "Sing Halleluja" hören, sondern "Spül kräftig aus, Mann". Doch mit dem Titel wäre es wohl kein Welthit geworden. Der Doktortitel von Dr. Alban ist jedoch kein reiner Künstlername. Der Sänger kam aus seiner Heimat Nigeria, um Zahnmedizin in Stockholm zu studieren und später eine Zahnarztpraxis zu eröffnen.
Sein musikalischer Arbeitgeber sind zwar die Ärzte, aber mit einer medizinischen Ausbildung hatte Bela B vor seiner Karriere nichts am Hut. Bela B wollte Polizist werden und besuchte wirklich zwei Wochen lang die Polizeischule. Aber als überzeugter Punker hat er schnell gemerkt, dass der Plan B vielleicht doch nicht so eine gute Idee ist. Was sollen da meine Punker-Freunde sagen …?