Der Standpunkt in unserer Sendung

CONTRA "Boomer-Soli". Von Michael Wegmer

Die Babyboomer-Generation geht in Rente - ein finanzieller Kraftakt für die Rentenkasse. Wirtschaftsforscher haben diese Woche vorgeschlagen vor, dass reichere Rentner einen "Soli" für ärmere zahlen. Keine gute Idee, findet Michael Wegmer aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.

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Von Autor/in Wegmer, Michael

Was wir brauchen, ist endlich eine vernünftige Rentenreform. Was wir seit Jahrzehnten bekommen, ist ein Herumgebastel mit Gaffatape und Klebestift am bestehenden System. Zu wenige Menschen zahlen bei uns in die Rentenkasse ein, und immer mehr Zusatzleistungen werden aus dem Topf finanziert. DAS ist das Problem. Damit die Rente nicht implodiert, müssen wir alle immer länger arbeiten. Und am besten auch noch mehr. Und wenn wir dann in Ruhestand gehen. Immer brav Beiträge bezahlt haben, vielleicht auf Lohn verzichtet, damit wir später eine Betriebsrente bekommen. Und noch ein bisschen privat vorgesorgt. Dann sollen wir zehn Prozent abgeben, um Fehler im System auszugleichen. Das ist alles, aber nicht solidarisch. Die Rente muss zum Leben reichen, ganz klar. Das darf aber nicht zum Problem derjenigen gemacht werden, die aus welchem Grund auch immer ein bisschen mehr haben. Die demografische Entwicklung, auf die jetzt viel geschoben wird, war seit Ewigkeiten absehbar. Das jetzt auf die Schnelle mit so einer Rumschieberei ausgleichen zu wollen, ist für mich eine absolute Sommerloch-Idee. Und in diesem sollte man sie am besten auch gleich wieder versenken.

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Autor/in
Wegmer, Michael