Dass Wolfgang Niedecken bei diesem Podcast mit dabei ist, kommt nicht von ungefähr – beide Sänger verbindet eine lange Freundschaft. Wie es dazu gekommen ist, hat uns der Kölner im Interview erzählt.
Bruce Springsteen und Wolfgang Niedecken lernen sich kennen
Wolfgang Niedecken: Ja, wir haben uns mal kennengelernt. Ich sollte ihn vor vielen Jahren in New York interviewen und daraus hat sich etwas Schönes entwickelt. Er hat mich natürlich auch vorher schon beeinflusst.
Aber dadurch, dass ich ihn kennengelernt habe, weiß ich, dass er wirklich so ist, wie man sich Bruce Springsteen wünscht. Das macht er nicht einfach, weil er sich das ausgedacht hat. Er ist einfach so – er ist ein unfassbarer, natürlicher, liebenswerter und ernsthafter Mensch.
[Bruce Springsteen] ist ein unfassbarer, natürlicher, liebenswerter und ernsthafter Mensch.
Spannende Geschichten um die Freundschaft von Niedecken und Springsteen
SWR1: Zu Bruce Springsteen haben Sie unzählige Geschichten zu erzählen. Haben Sie eine für uns?
Niedecken: Die Beste ist natürlich, als der Anruf kam, ob wir – damals mit meiner Leopardefellband – nicht Lust hätten, in Berlin für ihn im Video "Hungry Heart" aufzutreten und seine Band zu mimen. […] Dann haben wir das gemacht und wurden immer lauter.
Wir haben über das Playback gespielt. Dann kam der Anruf, wir können die Leute jetzt nicht missbrauchen, die da hinkommen. Das Ganze war in einer Eckkneipe und der Verkehr ist zusammengebrochen.
"Wir müssen irgendwie Stücke aus dem Hut spielen. Schreib doch mal auf, was man nicht proben muss". Dann haben wir immer ein- bis zweimal "Hungry Heart" gemimt – und wurden dabei immer lauter. Dazwischen spielten wir Songs von Chuck Berry, von den Rolling Stones und von ihm. Das war ein unfassbarer Abend im Prenzlauer Berg.
Meilensteine - Alben, die Geschichte machten
Jede Woche stellt die SWR1 Musikredaktion ein Meisterwerk der Rock- und Popmusik vor.
Die Songs der aktuellen Tour mit Wolfgang Niedecken und BAP
SWR1: Sie sind mit BAP auf Zeitreisetour und spielen unter anderem Songs aus den 80er-Alben "Für usszeschnigge!" und "Vun drinne noh drusse". Wird man ein bisschen wehmütig, wenn auf die Karriere zurückschaut?
Niedecken: Nee, eigentlich nicht. Das hat sich sehr schön organisch entwickelt. Nach Corona durften wir die Tour zum vergangenen Studioalbum endlich spielen. Und wir sind so stolz auf das Album gewesen. Da habe ich gesagt, "Komm, wir machen da mindestens zehn Stücke von dem Album in die Setliste".
Da musst du natürlich gucken, dass du dazwischen Stücke positionierst, die jeder kennt. Du kannst nicht davon ausgehen, dass sich jeder das neue Album kauft, der im Konzert ist.
Dann habe ich auf Nummer sicher gedacht, "Komm, wir spielen Stücke, die wir ewig nicht mehr gespielt haben, die aber jeder kennt. Was dann im Publikum passierte, war Wahnsinn. Da bekamen die Leute Tränen in den Augen, als sie die zu hören kriegten. Stücke, wie "Wenn et Bedde sich lohne däät" oder "Zehnter Juni".
Da bekamen die Leute Tränen in den Augen, als sie die [Songs] zu hören kriegten.
Dann ging es mir so, "Sollen wir nicht einfach mal 'ne Tour spielen, wo wir nur die Stücke spielen von diesen beiden Alben, das Programm aufgefüllt mit den beiden vorherigen Alben?". Und das haben wir dann gemacht. Das Live-Album dazu haben wir in Köln im Sartory aufgenommen und sind anschließend auf Tour gegangen.