Fremdgehen, Lohntfortzahlungsbetrug und Co.

Für die Detektive von Marcus Lentz herrscht an Fastnacht Hochbetrieb

An Fastnacht wird viel und ausgelassen gefeiert – manchmal auch etwas zu viel. Im Blick behält das die Detektei Lentz, die Personen beim Fremdgehen erwischt oder beim Lohnfortzahlungsbetrug.

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In der Fastnachtszeit fließt an vielen Stellen der Alkohol, es wird ausgelassen gefeiert, die Hemmungen sinken. Und weil verkleidet und im Getümmel die Anonymität offenbar gesichert scheint, lockt das vielleicht einige zum Grenzübertritt – zum Beispiel in Sachen Liebe.

Jetzt kommt die Detektei Lentz ins Spiel, die gerne zur Fastnachtszeit beauftragt wird, um vermeintlich untreuen Seelen und "Blaumachern" auf die Schliche zu kommen. Wir haben darüber mit Geschäftsführer der Detektei, Markus Lentz, gesprochen. Seine Detektive sind auch in der Mainzer Fastnacht und beim Kölner Karneval unterwegs.

Fremdgehen und Betrug am Arbeitgeber – typische Fälle für die Detektive

SWR1: Wer beauftragt Sie in dieser Zeit?

Marcus Lentz: Das sind Firmen, das sind private Mandanten – natürlich der Klassiker, die eheliche oder partnerschaftliche Untreue. Und auch Mitarbeiter, die sich krankmelden und dann teilweise als Funkenmariechen auftreten. Also Personen, die keinen Urlaub bekommen haben, aber volltrunken bei irgendwelchen Karnevalssitzungen sind. Das ist unser täglich Brot in dieser Zeit.

Gerade im Karneval ist es natürlich sehr, sehr schwer an Leuten dranzubleiben, wenn da viele Menschen auf engem Raum und alle kostümiert sind.

Auch Detektive verkleiden sich an Fastnacht für die Ermittlung

SWR1: Wie machen Sie das? Verkleiden Sie sich auch?

Lentz: Eine leichte Verkleidung ist hilfreich. Aber wenn sich dann irgendjemand mit seiner Liebschaft ins Auto zurückzieht oder in ein Hotel geht, dann müssen wir das Karnevalskostüm auch ganz schnell wieder ausziehen können.

SWR1: Jetzt wird an diesen fröhlichen Tagen sowieso viel umarmt, es wird geschunkelt, es gibt Küsschen […] das ist doch dann für Sie im Prinzip schwerer als an normalen Tagen, einen Fehltritt zu dokumentieren,oder?

Lentz: Ja, es ist schon schwer, also man muss sehr, sehr genau hinschauen und man muss sich der Verantwortung bewusst sein, die man hat, dass man der Zielperson auch nichts Falsches unterstellt.

Wenn jetzt unsere Zielperson mit einer jungen Dame Küsschen rechts und links gibt und […] sie mal umarmt […], dann wird das zwar dokumentiert, aber dann ist das nach unserer Einschätzung unauffällig.

Aber wenn er dann mit dem Funkenmariechen für 20 Minuten in der Klokabine verschwindet, dann muss unsere Mandantin oder unser Mandant selbst beurteilen, wie er bzw. sie dazu steht. Oder wenn beide, was wir gerade am letzten Wochenende hatten, gemeinsam in einem Hotelzimmer verschwinden für zwei Stunden – die werden da wahrscheinlich nicht den Rosenkranz gebetet haben.

"Krankmeldung" beim Arbeitgeber, um Fastnacht zu feiern durch Detektive entlarvt

SWR1: Was haben Sie und Ihre Kollegen denn schon alles erlebt an den tollen Tagen in Sachen Fremdgehen und "Blaumachen"?

Lentz: Dass sich jemand krank gemeldet hat mit der Begründung, er hat einen schweren grippalen Infekt und er würde so gerne arbeiten gehen, aber er kann nicht. Das hat er unserem Mandanten auch in einem zehnminütigen Telefonat glaubhaft dargelegt. So, dass unser Mandant selbst nicht geglaubt hat, dass da was dran ist.

Er wurde aber aus der Belegschaft überzeugt, uns doch einzuschalten und der Mitarbeiter war sowohl Freitag als auch Samstag auf Sitzungen unterwegs, konnte auch Alkohol trinken und Party machen – also krank war der nicht. Das nennt man Lohnfortzahlungsbetrug.

Detektive überführen Fremdgeher an Fastnacht

Im privaten Bereich hatten wir eine männliche Zielperson. Dessen Frau hat zu Hause gesessen mit zwei kleinen Kindern und hatte den Verdacht, dass da etwas läuft. Sie hatte die Auszubildende aus der Firma im Verdacht. Das war falsch, es war ihre eigene Schwester. Insofern sicherlich ein doppelter Schock.

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Steffi Stronczyk
SWR1 RP Moderatorin Steffi Strinczyk
Michael Lueg
Michael Lueg
Interview mit
Marcus Lentz
Onlinefassung
SWR1 Rheinland-Pfalz
Eins gehört gehört. SWR1. (Schriftzug SWR1 auf gelbem Hintergrund)