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Brennende Schädigungen der Mundschleimhaut, sogenannte Aphthen, sind häufig. Die offenen Stellen sorgen für Schmerzen beim Sprechen und Essen. In der Regel heilen diese schmerzhaften Mundschleimhautveränderungen ohne Komplikationen wieder ab.
Ist das nach 14 Tagen nicht der Fall, müssen sie genauer untersucht werden. Aphthen können an verschiedenen Stellen der Mundschleimhaut auftreten – auf der Innenseite der Wangen, an den Lippen, am Gaumen, am Zahnfleisch oder auf der Zunge.
Aphthen: verschiedene Arten und ihre Merkmale
Am häufigsten sind Minor-Aphthen: Diese kleinen, meist unter einem Zentimeter großen, wunden Stellen heilen in sieben bis zehn Tagen von selbst.
Major-Aphthen hingegen sind größer als ein Zentimeter, dringen tief ins Gewebe ein, können mehrere Wochen bestehen und hinterlassen oft Narben.
Herpetiforme Aphthen treten in Form von ein bis zwei Millimeter kleinen Wunden auf, aber gleichzeitig in größerer Zahl, und heilen meist in sieben bis zehn Tagen ohne Narben ab.
Behandlung: Was hilft gegen Aphthen?
Aphthen lassen sich symptomatisch durch betäubende Salben, sogenannte Lokalanästhetika, behandeln. Kortisonhaltige Salben reduzieren die Entzündung. Durch lokale Mundspüllösungen kann die Entzündung desinfiziert werden. Bislang können nur die Symptome behandelt werden.
Woher kommen Aphthen?
Warum Aphthen entstehen, ist medizinisch noch nicht geklärt. Fest steht jedoch, dass Faktoren, die das Immunsystem beeinträchtigen, das Auftreten von Aphthen begünstigen. Dazu gehören beispielsweise Stress, Sonnenlicht oder Rauchen.
Weitere Mundschleimhauterkrankungen
Außer Aphthen können noch weitere Veränderungen der Mundschleimhaut für Schmerzen sorgen. So kann etwa eine Herpesinfektion ebenfalls kleine Bläschen im Mund verursachen.
Pilzinfektionen führen zu weißen, abwischbaren Belägen. Weißliche Knötchen oder netzartige Veränderungen sind ein Hinweis für den oralen Lichen planus, eine häufige Mundschleimhauterkrankung.
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Lichen planus: häufige Veränderung der Mundschleimhaut
Die Entzündung Lichen planus oder Lichen ruber planus, die Knötchenflechte, kann nicht nur die Mundschleimhaut betreffen, sondern auch die Haut. Die Therapie ist langwierig.
Dr. Olivia Höfer, Oralchirurgin am Uniklinikum Freiburg, erklärt, der Lichen planus sei eine „chronische Mundschleimhautveränderung, die auch eine chronische Autoimmunreaktion ist“. Typisch sind weiße Veränderungen im Mund, die nicht abwischbar sind.
Aufgrund der wiederkehrenden Entzündungen kann sich ein Lichen planus auch bösartig verändern. Das ist zum Glück selten, dennoch muss der Verlauf alle drei Monate kontrolliert werden.
Woher kommt der Lichen planus?
Die genaue Ursache des Lichen planus ist bislang unbekannt. Allerdings können Faktoren wie die richtige Mundhygiene und Ernährung sowie Rauchen und Nikotin Einfluss auf das Auftreten der Erkrankung haben.
Auch Vorerkrankungen, wie Parodontitis, spielen eine Rolle. Zudem können Medikamente, die über einen längeren Zeitraum eingenommen werden und das Immunsystem verändern, zur Entstehung beitragen.
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Bösartige Entwicklungen beim Lichen planus: Warnsignale
Dr. Olivia Höfer hat einen Patienten, bei dem sich der Lichen planus bösartig entwickelt hat. Auf Basis der chronischen Mundschleimhauterkrankung habe sich ein Plattenepithelkarzinom entwickelt. Nun soll der Mundhöhlenkrebs operativ entfernt werden.
Die Oralchirurgin erklärt: „Warnsignale sind, dass eine Mundschleimhautveränderung nicht innerhalb von zwei Wochen abheilt, dass sie blutet, dass sie von der Oberfläche her unruhig ist“. Außerdem kann man eine Nekrose erkennen, am leicht aufgewölbten Rand und einem Loch in der Mitte.
Dann solle eine Vorstellung beim Zahnarzt erfolgen. Um bösartige Mundschleimhauterkrankungen frühzeitig zu erkennen, ist eine halbjährliche Vorsorge empfohlen.
Lichen planus: Vorsorge und Behandlung
Sinnvoll sind regelmäßige Zahnreinigungen, aber auch das Vermeiden von Reizfaktoren wie scharfem Essen oder mentholhaltiger Zahnpasta. Zusätzlich können entzündungshemmende Medikamente eingenommen werden.
Gute Mundhygiene und das Vermeiden von Nikotin, Alkohol und Stress tragen zur Vorbeugung von Lichen planus bei.