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Mückenstiche: Wer wird gestochen, was schützt und was lindert?

Warum werden manche Menschen häufiger von Mücken gestochen? Wie schützt man sich effektiv? Und wie lindert man den lästigen Juckreiz? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

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Von Autor/in Pascal Kiss, Emily Burkhart

Sie summen, sie stechen – und sie sind gerade überall: Anfang Juli beginnt die Hochsaison der Mücken. Doch warum trifft es manche von uns besonders oft? Und was hilft wirklich gegen den Juckreiz – Hitze, Kälte oder doch ein Spray aus der Drogerie? In diesem Artikel erfahren Sie, wie man sich effektiv schützt und was bei Stichen wirklich hilft – damit die Mückensaison halbwegs erträglich wird.

Warum haben es Mücken auf manche Menschen besonders abgesehen?

Dass manche Menschen für Mücken attraktiver sind als andere, ist keine Einbildung. Mehrere Faktoren spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Besonders wichtig ist das Kohlendioxid (CO₂), das wir beim Atmen ausstoßen. Dieses Gas dient Stechmücken als Locksignal, um potenzielle Wirte zu finden. Interessanterweise ist die CO₂-Ausscheidung von Mensch zu Mensch durchaus unterschiedlich. Schwangere Frauen und Personen mit höherem Körpergewicht produzieren etwa nachweislich mehr CO₂ und können dadurch verstärkt Mücken anziehen.

Hinzu kommt der individuelle Körpergeruch, der durch die einzigartige Zusammensetzung von Hautbakterien geprägt wird. Diese bakterielle Signatur ist genetisch bedingt und lässt sich kaum beeinflussen. Daher der einzige Tipp für den Alltag: Vor Aktivitäten im Freien kann eine gründliche Dusche helfen, zumindest temporär die eigene Attraktivität für die Insekten zu verringern.

Ein Mann befüllt eine Maß mit Festbier an einem Zapfhahn. Mücken werden durch Biergeruch angezogen und Menschen mit Bierfahren häufiger gestochen.
Der Mythos vom "süßen Blut", das Mücken anlockt, ist wissenschaftlich nicht belegt. Es gibt aber Hinweise darauf dass etwa Bierkonsum die Attraktivität für die Blutsauger erhöhen könnte.

Haben manche Menschen "süßes Blut"?

Die Vorstellung vom "süßen Blut", das Mücken besonders anzieht, gehört eher ins Reich der Mythen. Auch weder die Ernährung noch spezielle Lebensmittel wie Knoblauch haben einen nennenswerten Einfluss auf die Attraktivität für Stechmücken.

Interessanterweise gibt es jedoch Hinweise darauf, dass bestimmte Mückenarten eine Präferenz für Menschen mit der Blutgruppe 0 zeigen. Die genauen Gründe dafür sind allerdings noch ein Rätsel.

Darüber hinaus gibt eine kleine Studie, mit Hinweisen, dass Biergeruch Mücken anlocken kann. Es kann also durchaus sein, dass eine Bierfahne tatsächlich zu mehr Stichen führen könnte.

Eine Frau kratzt sich am Bein, da sie dort mehrere Mückenstiche plagen.
Auch passende Kleidung ist wichtig, doch Mücken stechen nicht nur dort, wo die Haut unbedeckt ist.

Können Mücken durch die Kleidung stechen?

Dünnere Kleidungsstücke wie T-Shirts oder Kleider bieten leider nur begrenzten Schutz vor Mückenstichen, da die Stechmücken mit ihrem feinen Rüssel problemlos durch dünnen Stoff stechen können.

Deutlich besseren Schutz bieten Kleidungsstücke mit speziellen atmungsaktiven Membranen. Diese Materialien sind für den Mückenrüssel praktisch undurchdringlich und schützen die Haut zuverlässig vor Stichen. Sie stecken vor allem Funktionskleidung, wie in Regenjacken oder Softshelljacken.

Auch die Farbwahl der Kleidung spielt eine wichtige Rolle: Helle Kleidungsstücke sind generell vorteilhafter als dunkle, da Mücken von dunkleren Farben stärker angezogen werden. Dies liegt daran, dass dunkle Farben mehr Wärme speichern und dadurch einen stärkeren Kontrast zur Umgebung bilden, was die Insekten leichter anlockt.

Blühender Lavendel auf einem Feld. Diese und weitere Pflanzen sollen im Sommer vor Mücken schützen.
Pflanzen wie Lavendel, Zitronengras oder Minze können durch ihre ätherischen Öle Mücken fernhalten. Ganz verhindern lassen sich Stiche damit jedoch nicht.

Wie kann ich mich am besten vor Mückenstichen schützen?

Um sich effektiv vor Mückenstichen zu schützen, sollte man zunächst in Insektenschutzgitter für Fenster investieren. Diese bieten den zuverlässigsten Schutz für Innenräume.

Man kann aber auch versuchen, Mücken mit bestimmten Gerüchen zu vertreiben. Als natürliche Abwehrmethode bieten sich Pflanzen mit ätherischen Ölen an. Nelken, Lavendel, Zitronengras, Minze und Rosmarin haben sich als wirksam erwiesen, um bestimmte Mückenarten fernzuhalten. Aber ganz vertreiben lassen sich die Mücken damit nicht. Spezielle Armbänder mit ätherischen Ölen haben dagegen so gut wie keinen Effekt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Bekämpfung von Brutstätten: Mücken legen ihre Eier bevorzugt in stehendem Wasser ab – sei es in kleinen Schüsseln, Teichen oder Regentonnen. Hier können BTI-Tabletten Abhilfe schaffen, die etwa im Baumarkt erhältlich sind. Diese Tabletten enthalten den Wirkstoff Bacillus thuringiensis israelensis (BTI) und wirken gezielt gegen Mückenlarven in Behältern und offenen Gewässern, ohne dabei die Umwelt zu belasten.

Eine Frau behandelt einen Mückenstich an ihrem Fuss mit einem elektrischen Stichheiler.
Elektrische Hitzestifte, auch oft Stichheiler genannt, erhitzen die Haut an der Einstichstelle für wenige Sekunden auf etwa 50 Grad und können so den Juckreiz nach Mückenstichen lindern.

Was bringen elektrische Hitzestifte wirklich?

Elektrische Hitzestifte können tatsächlich Linderung bei Mückenstichen verschaffen, wobei der Grad ihrer Wirksamkeit aber umstritten ist. Das Funktionsprinzip ist einfach: Die betroffene Hautstelle wird für einige Sekunden über eine Metallplatte auf etwa 50 Grad erhitzt, was den Juckreiz spürbar reduziert.

Interessanterweise basiert der Effekt nicht, wie lange angenommen, auf der Zerstörung von Eiweißen aus dem Mückenspeichel. Vielmehr gehen Fachleute heute davon aus, dass die Wärmeeinwirkung die körpereigene Entzündungsreaktion hemmt, indem sie die Ausschüttung von Histaminen bremst.

Die Qualität der Geräte scheint dabei durchaus überzeugend zu sein – Stiftung Warentest hat verschiedene Modelle im Jahr 2024 untersucht und ausschließlich gute bis sehr gute Bewertungen vergeben. Auch die meisten Anwender sind mit der Wirkung der Stifte zufrieden. Dennoch bleibt die Frage offen, inwieweit auch der Placebo-Effekt zur empfundenen Linderung beiträgt.

Eine Frau schmiert ein kühlendes und juckreizhemmendes Gel auf die Mueckenstiche an ihrem Arm.
Kühlung lindert Mückenstich-Beschwerden oft schnell – vom Hausmittel bis zu speziellen Gelen aus der Apotheke. Am wirksamsten sind jedoch Cremes mit Antihistaminika, die die Entzündungsreaktion hemmen.

Hilft auch Kälte oder spezielle kühlende Gele?

Auch Kühlung kann schnell Linderung verschaffen. Selbst einfache Methoden wie das Auftragen von etwas Speichel können durch den Verdunstungseffekt bereits für eine angenehme Kühlung sorgen.

Noch effektiver sind spezielle kühlende Gele aus der Apotheke oder Drogerie, die gezielt gegen den Juckreiz wirken. Die beste Option stellen jedoch Cremes mit Antihistaminika dar, da diese Wirkstoffe direkt die körpereigene Entzündungsreaktion hemmen, die für den lästigen Juckreiz verantwortlich ist.

Besonders wichtig ist es, der Versuchung zu widerstehen, an den juckenden Stellen zu kratzen – auch wenn es kurzfristig Erleichterung verspricht. Das Kratzen verschlimmert nicht nur die Entzündung und verstärkt den Juckreiz, sondern birgt auch die Gefahr, dass Keime in die bereits gereizte Einstichstelle gelangen und zu Infektionen führen können.

Eine Frau sprüht ihren Arm mit einem Mücken-abwehrenden Spray für die Haut ein.
Insektensprays mit Icaridin oder DEET bieten mehrere Stunden Schutz vor Mückenstichen. Ihre Wirkung gilt als wissenschaftlich belegt, dennoch sind diese Mittel nicht unumstritten.

Und was bringen Sprays für die Haut?

Insektensprays für die Haut können je nach Dosierung mehrere Stunden effektiven Schutz vor Mückenstichen bieten. In wissenschaftlichen Untersuchungen haben sich vor allem Produkte mit den chemischen Wirkstoffen Icaridin und Diethyltoluamid (kurz DEET) als besonders wirksam erwiesen. Diese Substanzen verändern den menschlichen Körpergeruch oder überdecken ihn. So können die Mücken den potentiellen Wirt nicht mehr als solchen wahrnehmen.

Allerdings sind diese chemischen Schutzmittel nicht unumstritten: Es bestehen Bedenken hinsichtlich ihrer Umweltverträglichkeit, und besonders das effektive DEET, wird für Kinder unter acht Jahren sowie für schwangere Frauen aufgrund möglicher Nebenwirkungen nicht empfohlen.

Bei der Anwendung ist es entscheidend, das Spray gründlich auf allen unbedeckten Hautstellen aufzutragen, da Mücken selbst kleinste ungeschützte Bereiche finden und stechen können.

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