Messenger-Datenschutz

WhatsApp Benutzername: Lohnt sich das Reservieren?

WhatsApp führt Benutzernamen ein. Sie sollen die Handynummer in Gruppen besser schützen - bergen aber neue Risiken fürs Tracking durch Meta. Reservieren oder nicht?

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Von Autor/in Jutta Kaiser

Rund drei Viertel der Menschen in Deutschland nutzen WhatsApp - für Einzelnachrichten, aber auch für zahlreiche Gruppenchats. Seit Wochen wirbt der Messenger dafür, sich einen Benutzernamen zu sichern. Noch ist allerdings offen, wann die Funktion in Deutschland wirklich startet. Viele fragen sich: Soll ich mir einen WhatsApp‑Benutzernamen reservieren - und worauf muss ich beim Datenschutz achten?

WhatsApp Benutzernamen: Sichtbarkeit der Handynummer

Der wichtigste Vorteil eines WhatsApp‑Benutzernamens: Die eigene Handynummer wird in Gruppen weniger sichtbar. Heute ist es so: Wer Mitglied in einer Vereins‑ oder Klassengruppe ist, kann von allen anderen über das Profil angeklickt werden - inklusive Telefonnummer. Das empfinden viele als unangenehm, besonders in großen oder offenen Gruppen.

Nach den Plänen von WhatsApp soll sich das ändern. In Gruppen soll künftig neben dem Profilbild - sofern vorhanden - der gewählte Benutzername stehen. Die Handynummer sehen dann nur noch Personen, die sie ohnehin im Adressbuch gespeichert haben. Das beste Argument dafür ist: Mit einem WhatsApp‑Benutzernamen kann man künftig besser kontrollieren, wer die eigene Handynummer sieht.

Ein weiterer Effekt: Kriminelle sollen nicht mehr so leicht Telefonnummern aus öffentlichen WhatsApp‑Kanälen abgreifen können. Andere Messenger wie Signal oder Threema bieten schon länger die Möglichkeit, zu chatten oder zu telefonieren, ohne die eigene Nummer preiszugeben. Mit den Benutzernamen zieht WhatsApp hier nach. Der Benutzername lässt sich in Whatsapp unter Einstellungen->Konto->@Benutzername eintragen.

Meta und Tracking: Was passiert mit den Daten?

Die neue Funktion ändert aber nichts daran, dass WhatsApp weiter eine Handynummer verlangt. Wer ein Konto hat, muss eine Nummer hinterlegen - auch dann, wenn zusätzlich ein Benutzername eingerichtet wird. Diese Nummer lässt sich nicht löschen.

Gleichzeitig betreibt der Mutterkonzern Meta weitere Dienste wie Instagram und Facebook. Viele Nutzerinnen und Nutzer haben dort schon Konten und Spitznamen. Naheliegend ist der Wunsch, überall denselben Namen zu verwenden. Wer das tut, muss seine Meta‑Konten miteinander verknüpfen.

Die Verbraucherzentrale warnt: Werden Konten aus verschiedenen Meta‑Apps verbunden, kann der Konzern Daten plattformübergreifend zusammenführen und auswerten. So entsteht ein genaueres Bild darüber, wie Menschen sich in unterschiedlichen Diensten verhalten - vom Messenger bis zum sozialen Netzwerk.

Anonym bleiben: Benutzernamen richtig wählen

Wer nicht möchte, dass Meta Daten aus verschiedenen Apps gemeinsam auswertet, sollte seine Konten nicht aktiv miteinander verbinden. Ein WhatsApp‑Benutzername lässt sich trotzdem nutzen - er muss dann nur anders sein als bei Instagram oder Facebook.

Für mehr Anonymität raten Expertinnen und Experten zu einem Pseudonym statt echtem Vor‑ und Nachnamen. So ist man in größeren Gruppen nicht sofort eindeutig erkennbar. Benutzernamen können in den WhatsApp‑Einstellungen später geändert oder auch wieder gelöscht werden; flexibel zu bleiben ist also möglich.

Jeder Benutzername kann nur einmal vergeben werden. Ist der bereits von einem anderen Nutzer reserviert, muss ich mir einen anderen ausdenken. Manche Benutzernamen sind für Unternehmen, Behörden oder Personen des öffentlichen Lebens reserviert und können nicht von anderen genommen werden.

Wenn ich meinen Benutzernamen lösche, wird meine Telefonnummer wieder für andere sichtbar. Und noch etwas: Der ehemalige Benutzername kann dann von anderen genommen werden.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt außerdem, zusätzlich einen sogenannten Benutzernamen‑Schlüssel zu aktivieren. Dann können andere Mitglieder aus Gruppen nur chatten oder anrufen, wenn sie beides kennen: den Benutzernamen und den Schlüssel. So lässt sich steuern, wer tatsächlich Kontakt aufnehmen kann - und wer nicht.

Fazit: WhatsApp Benutzername reservieren: Worauf sollten Sie achten?

Solange unklar ist, wann die Funktion in Deutschland vollständig freigeschaltet wird, bleibt ein Punkt wichtig: Niemand ist verpflichtet, sofort einen Benutzernamen zu nutzen. Wer sich einen Namen frühzeitig sichert, sollte einige Regeln beachten:

  • Keinen Klarnamen verwenden, wenn Anonymität wichtig ist
  • Für WhatsApp einen anderen Benutzernamen wählen als bei anderen Meta‑Diensten
  • Meta‑Konten nicht aktiv miteinander verknüpfen, wenn Tracking begrenzt werden soll
  • Den Benutzernamen‑Schlüssel aktivieren, um Kontakte aus Gruppen besser zu kontrollieren

So kann der WhatsApp‑Benutzername die eigene Nummer in Gruppen besser schützen - ohne dass Meta gleichzeitig unnötig viele Daten über verschiedene Plattformen hinweg verknüpfen kann.

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