Buy better: Wie gut ist Dyson?

Dyson im Check – wie gut sind Staubsauger, Föhn, Luftreiniger?

Sind Produkte von Dyson ihren Preis wert? Was taugen Staubsauger, Föhn & Luftfilter wirklich? Wo sind andere Marken wie Miele und Bosch vielleicht besser?

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Von Autor/in Jan Kunigkeit, Eva Gnädig

Egal ob Staubsauger, Haarstyling-Geräte oder Luftreiniger: Produkte von Dyson sehen innovativ aus, kosten viel Geld und gelten als Lifestyle-Produkte. Die Firma positioniert sich selbst als eine Art Luxus-Marke.

Dyson: Wie gut sind die Produkte im Vergleich zu Miele, Bosch und anderen?

Hohe Preise gleich hohe Qualität? Mit welchen Marketing-Tricks will die Firma Dyson ihre Produkte verkaufen? In welchen Bereichen ist man mit Marken wie Miele, Bosch oder Vorwerk womöglich besser beraten?

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Dyson-Check: Hohe Preise, hohe Qualität? 

Wer seine komplette Wohnung mit aktuellen Dyson-Produkten ausstatten möchte, muss tief in die Tasche greifen: mit über 2.000 Euro sollte für Staubsauger, Haar-Styling-Gerät und Luft-Filter gerechnet werden.  

Dyson: Marke und Marketing im Check

Je teurer ein Produkt ist, desto besser muss es sein – denken viele. In der Psychologie gibt es dafür den Begriff der “Preisqualitäts-Heuristik”. Das Phänomen gelte vor allem für Bereiche, die uns nicht so vertraut sind, wo wir die Technologie dahinter vielleicht gar nicht wirklich verstehen, sagt Prof. Dr. Kathrin Schütz von der Hochschule Fresenius.

Vor Dyson habe keine Staubsauger-Firma so sehr auf die Exklusivitäts-Schiene gesetzt, die Marke habe es geschafft, einen Mythos um sich selbst zu kreieren, so Psychologin Schütz. 

Dyson: Technologie-Führerschaft seit Unternehmensgründung 

Die Technologie-Führerschaft steht seit Beginn der Dyson-Firmengeschichte im Mittelpunkt.  

Sie beginnt mit der Entwicklung des ersten Staubsaugers ohne Beutel. Den erfindet der Gründer und Namensgeber, der Engländer James Dyson, 1983 in seiner eigenen Garage.

Nach eigenen Angaben hat er 5000 Prototypen gebraucht, bis er am Ziel war. Dyson selbst ist kein Ingenieur, er hat einfach einen sehr hohen technischen Anspruch an seine Produkte.  

Erstes Dyson-Patent: Die Zyklon-Technologie 

Seinen ersten Staubsauger entwickelt James Dyson durch die Verwendung der Zyklon-Technologie und patentiert diese schließlich. Sie bedeutet, dass der Staubsauger Luft und Schmutz zusammen einsaugt, dann in eine Rotationsbewegung bringt und die Fliehkraft Schmutz- und Staubpartikel von der Luft durch ihre höhere Masse einfach trennt.

Der Dreck landet dann in einem Auffangbehälter. Die Geräte brauchen keinen Beutel.  

Diese Technologie, die Nutzung der Zentrifugalkräfte, sei bei Staubsaugern im Consumer-Bereich neu gewesen, erklärt Prof. Dr. Søren Salomo, Leiter des Fachgebiets für Technologie- und Innovationsmanagement der TU Berlin.

Dyson meldet hunderte Patente an 

Laut eigenen Angaben investiert das Unternehmen Milliarden in Forschung und sichert sich so regelmäßig eine Vielzahl an Patenten.

Ursprünglich für Staubsauger, mittlerweile auch für viele andere Produkte: “Letztes Jahr, 2024, waren es 238. Das ist für einen Konsumgüter-Produzenten sicherlich sehr hoch”, so Carsten Kortum, Studiengangsleiter BWL-Handel an der DHBW Heilbronn. 

Nicht nur die Technologien seien teilweise revolutionär, auch die Optik spielt eine Rolle bei Dysons Aufstieg: transparente Staubsauger – ein innovativer Ansatz.  

James Dyson drittreichster Brite 

Die Strategie scheint aufzugehen: Sir James Dyson – der von der Queen für seine besonderen technologischen bzw. wirtschaftlichen Verdienste zum Ritter geschlagen wurde – ist mittlerweile drittreichster Brite mit einem geschätzten Vermögen von 13 Milliarden Euro. 

Dyson: Marketing über Influencer 

Auf Social Media Kanälen wie TikTok verwenden Influencer Haarstyling-Geräte von Dyson zuhauf. Das wirkt. Der Effekt hat einen Namen: der Mere-Exposure-Effekt. Je häufiger ich etwas höre, umso lieber mag ich es, um so sympathischer sind mir die Marken.

“Wenn mir 30 Mal gesagt wird, DAS ist der Föhn, dann glaube ich es irgendwann”, erklärt Marken-Psychologin Schütz. Empfundene Wahrheit durch Wiederholung.  

Dyson im Check: Test-Ergebnisse durchwachsen 

Die Test-Ergebnisse der Dyson-Produkte sehen dagegen längst nicht nur rosig aus, sie seien in der Gesamtschau doch recht durchwachsen, meint Wolfgang Rapp von der Online-Datenbank Testberichte.de, die alle im deutschen Raum verfügbaren Produkttests unabhängig auswertet. 

Dyson Staubsauger im Check: Testergebnisse 

Laut eigener Aussage ist Dyson seit Jahren der Marktführer in Deutschland für kabellose Staubsauger. Doch dann das: Der Dyson Gen 5 Detect Absolut für damals fast 900 Euro ist im Test durchgefallen, berichtet Stiftung Warentest im Februar 2024. 

Was da genau los war, zeigt dieses Short:

Dyson-Kritik: Versagen bei diesem Staubsauger die Akkus? | BUY BETTER SWR #shorts

Die Sauger seien generell stabil und langlebig, sagt Wolfgang Rapp. Aber: Die Schwächen lägen in der Saugleistung unter Laborbedingungen. Da landeten Dyson Staubsauber zwar meist vorne unter den ersten fünf. Aber eine Spitzenposition nähmen sie nicht ein, so Rapp. 

Wie gut sind Geräte wie Akku-Staubsauger von Dyson wirklich?

Andere Premium-Marken schneiden da besser ab: “Bei den Staubsaugern ist es so, dass die alt angestammten Platzhirsche Miele, Vorwerk, Bosch, um ein paar prominente Namen zu nennen, in den wirklich seriösen Tests besser abschneiden. Das heißt, es ist wirklich die Saugleistung, die Dyson die Krone kostet”, sagt Rapp. 

Dyson Luftreiniger im Check: Testergebnisse 

Ein Patent, mit dem Dyson aktuell wirbt, sind flügellose Luftfilter. Zum Beispiel beim Dyson Purifier Cool Formaldehyd TP09 für 689 Euro.

Neben der Luftzirkulation ohne sichtbare Rotorblätter, die das Gerät sicherer und leiser machen sollen, hat sich Dyson auch die Filter-Effizienz patentieren lassen. So soll das Gerät 99,95 Prozent der 0,1 Mikrometer kleinen Partikel wie Staub, Allergene und Viren aus der Luft filtern können.  

Aber: Mit vergleichbaren Werten werben auch andere Luftreiniger-Hersteller wie zum Beispiel Bosch.  

Deren Testsieger der Stiftung Warentest landet vor Dyson, kostet aber nur ungefähr die Hälfte. “Bei den Luftreinigern ist das sogar noch extremer, da landen sie eher auf Platz fünf, sechs, sieben oder acht”, erläutert Rapp. 

Die Konkurrenz hat hier also klar die Nase vorn.

Dyson Hair-Styling-Produkte im Test 

Beim Thema Haareföhnen scheint Dyson der Konkurenz technologisch weit voraus zu sein: Der Dyson Supersonic, ein Föhn für fast 400 Euro, ist der Testsieger bei Stiftung Warentest.  

Bei den Styling-Produkten habe Dyson es tatsächlich geschafft, zum Beispiel auch bei der sehr kritischen Stiftung Warentest, den Platz eins zu erobern und den tapfer zu halten, so Rapp.  

Hier käme eine wirklich neue Technologie zum Tragen: Die Haare sollen vor allen Dingen geschont werden. Und die spezielle Technik, die Dyson hier anwendet – kein heißer Luftstrom, sondern ein starker Luftstrom und so weiter – führe tatsächlich dazu, dass die Ergebnisse exzellent würden, sagt Rapp.

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