Nahrungsergänzungsmittel im Trend

Pulver, Kapseln & Co: Wie wirksam ist Kollagen wirklich?

Kollagenprodukte versprechen straffere Haut, stärkere Nägel, Haarwachstum und schmerzfreie Gelenke. Ein Überblick über Wirkung, Risiken - und Alternativen.

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Von Autor/in Sabine Schütze

Sie versprechen mehr „Glow“, weniger sichtbare Falten und schmerzfreie Gelenke: Kollagenprodukte - ob als Pulver, Kapsel oder Ampulle - sollen wahre Wunder bewirken. Und sie werden derzeit stark beworben.

Meist richtet sich die Werbung an Frauen in den Wechseljahren. Doch in den sozialen Medien werden auch gezielt junge Menschen angesprochen. Entsprechende Nahrungsergänzungen haben es längst in Drogerien und Supermärkte geschafft.

Was ist Kollagen und wie wirkt es?

Kollagen ist ein Strukturprotein, das unserem Körper Stabilität und Elastizität verleiht. Es gibt verschiedene Typen: Typ-1-Kollagen unterstützt Haut, Knochen und Sehnen, während Typ-2-Kollagen vor allem in den Gelenken vorkommt.

Unser Körper stellt Kollagen selbst her, indem er Eiweiße aus der Nahrung in Aminosäuren zerlegt und daraus die benötigten Kollagen-Typen zusammensetzt. Doch ab einem Alter von 25 Jahren nimmt die körpereigene Kollagenproduktion ab – ein natürlicher Prozess, der zu Faltenbildung und Gelenkproblemen führen kann.

Kollagenpräparate sollen diesen Verlust ausgleichen. Doch das ist nicht so einfach: Unser Körper zerlegt das zugeführte Kollagen zunächst in Aminosäuren und baut es dann neu zusammen – allerdings nicht unbedingt dort, wo wir es uns wünschen, wie in der Haut oder den Gelenken. Die Wirkung der Produkte ist daher individuell unterschiedlich und keineswegs garantiert.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen

Ein weiterer Aspekt, den Verbraucher beachten sollten, ist die Herkunft des Kollagens. Es wird häufig aus Schlachtabfällen oder Fischresten gewonnen. Menschen mit Allergien gegen Fisch oder Krustentiere könnten daher empfindlich reagieren. Auch Zusätze wie Nicotinsäure in Kollagenprodukten können Hautreaktionen wie kleine rote Pusteln hervorrufen.

Zudem kann die Einnahme größerer Mengen an Kollagen Verdauungsprobleme wie Blähungen oder Übelkeit verursachen, besonders wenn zusätzlich Eiweißdrinks konsumiert werden. Menschen mit Neigung zu Nierensteinen oder eingeschränkter Nierenfunktion sollten Kollagenpräparate daher nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen.

Alternativen: Kollagenbildung durch Ernährung fördern

Wer auf Kollagenpräparate verzichten möchte, kann seine Kollagenproduktion auch über die Ernährung ankurbeln. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß ist hier der Schlüssel.

Lebensmittel wie Knochen- und Fischbrühe, Hülsenfrüchte, Nüsse, Saaten und Haferflocken liefern die nötigen Bausteine. Vitamin C und andere Mikronährstoffe, die für die Kollagenbildung wichtig sind, kommen dabei ebenfalls nicht zu kurz.

Eine abwechslungsreiche Ernährung hat zudem weitere Vorteile: Sie unterstützt nicht nur die Hautgesundheit, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden. "Ausreichend trinken und eine gesunde Lebensweise sind für eine strahlende Haut oft effektiver als teure Pulver", betont Schütze.

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