Künstliche Intelligenz unterstützt uns in vielen Lebensbereichen. Egal, ob bei der Formulierung einer E-Mail, dem Übersetzen eines Textes oder der Entwicklung kreativer Ideen. Dennoch gibt es im Umgang mit KI eine wichtige Dinge zu beachten, sagt Mark Kleber. Er ist KI-Experte im SWR.
Falsch, erfunden? So erstellt KI Inhalte fürs Internet
Halluzinationen: Wenn KI-Assistenten "Fakten" erfinden
Verwechselte Infos oder gar erfundene "Fakten": Ergebnisse von KI-Assistenten sind nicht immer richtig. Das liegt an der Funktionsweise der Künstlichen Intelligenz: Ihre Ergebnisse basieren auf der Berechnung von Wahrscheinlichkeiten.
Jedes Wort ist für die KI nichts als eine Reihe mathematischer Werte. Füttert man die KI mit genügend Daten, welche Werte wirklich zusammenpassen, dann rät sie auch erstaunlich gut.
Eine aktuelle Studie zeigt aber, dass knapp die Hälfte aller KI-generierten Antworten deutliche Fehler hat, so Kleber. Gerade deshalb sei es umso wichtiger, die Antworten der KI selbst mit Hilfe zuverlässiger Quellen zu überprüfen.
KI erfindet jede dritte Antwort
Eine Studie der Europäischen Rundfunkunion zeigt alarmierende Fehlerquoten bei populären KI-Chatbots. Die Systeme erfinden regelmäßig Informationen.
Nicht von Menschen geschrieben: KI-generierte Artikel im Internet
Schätzungen zufolge sind inzwischen mehr als 50 Prozent aller neuen Artikel im Netz KI-generiert, so Kleber. Dies wiederum beeinflusst die KI-Assistenten in deren Antworten. Da sie ja mit Daten aus dem Netz trainiert werden, berücksichtigen sie auch Artikel, die mit Hilfe von KI erstellt worden sind. Beißt sich da die Katze in den virtuellen Schwanz?
Und deshalb immer wichtig: KI als kreativer Sparringspartner? Klar, warum nicht! Aber KI, um sich zu informieren? Vorsicht! Immer bei verlässlichen Quellen gegenchecken.
3 Probleme, die KI im Alltag macht
So umgeht KI den Datenschutz
Künstliche Intelligenz wird zwar auf Smartphones oder Laptops genutzt. Sie liegt jedoch nicht lokal auf dem jeweiligen Endgerät und ist damit in "eigener Hand". Im Gegenteil: sie verbindet sich zu KI Anbietern und teilt die Daten übers Netz.
[Die KI-Anwendung] läuft meist auf Servern von milliardenschweren Unternehmen, ob in den USA oder in China. Und DIE nutzen unsere Daten, um ihre KI zu trainieren – und wollen damit vor allem Geld verdienen.
Künstliche Intelligenz benötigt keine individuellen Daten mehr, um entsprechende Ergebnisse zu liefern. KI kann aus ganz allgemeinen Mustern Rückschlüsse ziehen und so beispielsweise das persönliche Krankheitsrisiko errechnen. Das hat Kleber auf einer Veranstaltung des baden-württembergischen Landesdatenschützers Tobias Käber von Experten erfahren.
[Mit der großen Verbreitung von KI] wächst übrigens auch der weltweite Einfluss dieser Konzerne. Die haben inzwischen leider eine große Nähe zu politischen Strömungen, die gegen eine liberale Demokratie sind.
Das sind die Umweltfolgen von KI-Anwendungen
Die Computer, auf denen die KI-Anwendungen laufen, sind oftmals Teil von großen Serverfarmen. Diese Farmen haben einen hohen Ressourcen-Bedarf. Beispielsweise an Chips für die einzelnen Server, Energie für die Verarbeitung der Daten und Wasser, mit denen die Computer gekühlt werden.
Laut einer neuen Studie wächst dieser Rohstoff- und Ressourcen-Verbrauch bis zum Jahr 2030 um das Elffache, so Kleber.
Diesen Einfluss hat Künstliche Intelligenz auf jeden von uns
KI ist mittlerweile zu einem ständigen Begleiter im Alltag geworden. Sie wird laut SWR KI-Experte Mark Kleber inzwischen so vermenschlicht, dass sich manche Menschen sogar in ihre Chatbots verlieben oder die KI zur Selbsttherapie nutzen. Es gibt Beispiele, wo das schlimm ausging, so Kleber.
Doch wie sollen wir denn nun mit KI umgehen? Mark Kleber hat dazu eine klare Meinung:
[Künstliche Intelligenz] ist genau das, was wir daraus machen und wie wir sie einsetzen. Das müssen wir eben bewusst – und vor allem verantwortungsbewusst – tun. Das gilt für die große Politik ebenso wie für das einzelne Unternehmen. Und es gilt auch für jeden Einzelnen von uns im Alltag.