Kerzenlicht

Sind LED-Kerzen nachhaltiger als klassische Wachskerzen?

Zur Weihnachtszeit sehnen sich viele nach einer heimeligen Atmosphäre mit Kerzen. Neben klassischen Wachskerzen gibt es auch immer mehr LEDs. Sind die nachhaltiger?

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Von Autor/in Sabine Stöhr

Warmes, helles Kerzenlicht gehört für viele Menschen zur dunklen Jahreszeit und im Advent dazu. Doch Kerzen rußen, verursachen Feinstaub und verbrennen Rohstoffe wie das Erdölprodukt Paraffin.

Wer nachhaltig sein möchte, für den kann sich der Griff zur LED-Kerze lohnen. Sie ist aber nicht immer besser. Worauf Verbraucher achten sollten. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist das Problem mit klassischen Kerzen?

Klassische Kerzen sind meistens aus Paraffin oder Stearin hergestellt. Paraffin ist ein Nebenprodukt bei der Erdölgewinnung, Stearin wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, häufig aber aus Palmöl. Natürlicher wäre Bienenwachs, das ist aber auch teurer.

Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Umwelthilfe bei 58 Herstellern und Anbietern klassische Kerzen untersucht.

Nur 11 der 58 Hersteller verwenden demnach nachhaltig zertifiziertes Palmöl. 2021 waren es noch 20 von 52 Herstellern gewesen. Palmöl wird bei weniger als jeder zweiten palmölhaltigen Kerze gekennzeichnet.

Gerade Teelichter stecken außerdem oft in Aluverpackungen, das ebenfalls nicht umweltfreundlich ist und ein Wegwerfprodukt.

Sind LED-Kerzen besser?

LED-Kerzen können nachhaltiger sein, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Sie lohnen sich etwa dort, wo viele Kerzen brennen.

Kerzenersatz kann sinnvoll sein, wenn Konsumentinnen sehr viel Kerzen verwenden. Gerade wenn es um Großverbraucher in der Gastronomie geht, kann man das in Erwägung ziehen.

Allerdings seien vor allem sehr günstige Alternativen oft nicht nachhaltig, sagt Bergau. Kleine Teelichtersatzkerzen oder Einfachkerzen seien häufig Wegwerfprodukte. Einige der Produkte entsprächen nicht den Nachhaltigkeitskriterien, die die Deutsche Umwelthilfe anlegt.

Worauf sollte ich bei der Qualität achten?

Wer sich für die LED-Kerze entscheidet, sollte auf recycelbare Materialien, eine lange Brenndauer und eine gute Energieeffizienz achten.

Wenn nichts dazu auf der Verpackung steht, dann sollte man lieber auf das Produkt verzichten. Außerdem gilt: Besser keine Einwegbatterien, sondern aufladbare Akkus.

Soll es eine LED-Kerze mit Batterie oder Akku sein?

Bergau von der Deutschen Umwelthilfe rät von batteriebetriebenen LED-Kerzen ab. Denn Einweg-Batterien und Knopfzellen verbrauchen Rohstoffe und werden zu Sondermüll. Eine bessere Alternative sind wiederaufladbare Akkus.

Bei Produkten, die auf Batterien oder Akkus setzen, da empfehlen wir tatsächlich auch nur austauschbare Akkus, also die, die auch von Kunden selbst ausgetauscht werden können und auch aufladbar sind. 

Ist die akkubetriebene LED-Kerze also die perfekte Lösung?

Auch die Akkus haben einen Haken: In der Herstellung verbrauchen sie viel Energie und Rohstoffe und wenn sie ausrangiert sind, werden auch sie zu Sondermüll.

Außerdem ist der Strom daraus teuer: Batteriestrom ist 300-mal teurer als Strom aus der Steckdose, heißt es von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Lichterketten auf Weihnachtsbaum - Strom sparen mit LED

Eine Beispielrechnung der Verbraucherzentrale zeigt etwa, dass batteriebetriebene Weihnachtsbaumkerzen 25 Euro mehr kosten als eine Lichterkette mit Stecker.

Sven Bergau von der Deutschen Umwelthilfe bezeichnet Kerzen – ob aus Wachs oder aus Plastik – als Luxusprodukt. Es lohne sich, sie bewusster zu genießen: weniger und dafür wertiger.

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