50, 100 oder gleich 1000 Mbit

Wann ist ein Glasfaseranschluss sinnvoll?

Ein Zuhause ohne Internetzugang ist für die meisten kaum mehr vorstellbar. Michael Gundall erklärt, für wen ein Glasfaseranschluss sinnvoll ist.

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Wir haben Michael Gundall gefragt, für wen ein Glasfaseranschluss sinnvoll ist. Er macht außerdem auf typische Tricks der Vertriebsmitarbeiter aufmerksam. Die Verbraucherzentrale bietet zu dem Thema ein kostenloses Webinar an.

Warum es sich lohnt, früh in einen Glasfaseranschluss zu investieren

SWR1: Für wen macht denn ein Glasfaseranschluss generell Sinn? Ist das eigentlich viel zu viel Power und unnötig?

Gundall: Einen Glasfaseranschluss muss man als eine Investition in die Infrastruktur des Gebäudes sehen. Über kurz oder lang werden wir alle über Glasfaser surfen. Die Frage ist nicht, ob die Glasfaser irgendwann kommt, sondern wann.

Einen Glasfaseranschluss muss man als eine Investition in die Infrastruktur des Gebäudes sehen.

Es gibt natürlich ganz viele Leute, die sagen, dass ihnen 50 Megabit oder 100 Megabit vollkommen ausreichen. Was soll ich mir den Glasfaseranschluss jetzt schon legen lassen? Das ist so ein bisschen die Krux. Man muss nämlich heute schon an die Bandbreite von morgen denken.

Aktuell beim Erstausbau ist es in der Regel so, dass für die Tiefbaukosten kein Geld verlangt wird. Wenn man einen Zweijahresvertrag abschließt, subventioniert man quasi den Hausanschluss. Macht man das später, kostet das ein gutes Stück mehr. Dann muss das Baugerät wieder extra für den einzelnen Anschluss beigeschleppt werden. Das kostet dann meistens so zwischen 800 bis 1500€.

Wann man vor einem Glasfaser-Vertragsabschluss lieber vorsichtig sein sollte

SWR1: OK, das macht jetzt aber schon ein bisschen Druck. Ein bisschen wie der Druck durch Leute, die mit Verträgen an die Haustür kommen...

Gundall: Ja, generell empfehlen, wir an der Haustür sehr, sehr vorsichtig zu sein. Sich vielleicht einfach nur zu informieren, sich Prospekte geben lassen. Von einem vorschnellen Abschluss an der Haustür raten wir eher ab. Das heißt, überlegen Sie sich das in Ruhe. Wenn da jemand auftritt, der sagt, nur wenn sie heute unterschreiben, gibt es das Ganze kostenlos, dann ist das schlichtweg unseriös.

Diese Vertriebsmitarbeiter werden nach der Wertigkeit der Verträge bezahlt. Wenn die einen 1000 Megabit Anschluss verkaufen, dann kriegen die wesentlich mehr Provision, als wenn sie nur das billigste Paket mit beispielsweise 100 oder 200 Megabit verkaufen. Da wenden die sehr viele Tricks an, um möglichst teure Verträge zu verkaufen.

Wenn da jemand auftritt, der sagt, nur wenn sie heute unterschreiben, gibt es das Ganze kostenlos, dann ist das schlichtweg unseriös.

Besser keinen Vertrag für einen Glasfaseranschluss an der Haustür abschließen

Daher raten wir, nichts voreilig an der Haustür abzuschließen, sondern sich in Ruhe noch mal zu Hause hinzusetzen. Gehen Sie auf die Internetseite des Anbieters. Manchmal gibt es dort für einen online Abschluss auch noch irgendeinen Bonus. Dann schließt man auch wirklich nur das ab, was man haben möchte.

Wir haben erlebt, dass die Leute einen kleinen Anschluss bestellt haben. In der Auftragsbestätigung stand dann plötzlich etwas ganz anderes. Das ist dann sehr ärgerlich.

Mainz

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Christian Balser
SWR1 RP Moderator Christian Balser
Interview mit
Michael Gundall
Onlinefassung
SWR1