Was tun, wenn ein Bussard Menschen attackiert?

Jogger, Radfahrer und Spaziergänger sollten in Wäldern und Feldern besonders aufmerksam sein. Denn Greifvögel können um diese Jahreszeit angreifen. Wir erklären was dahinter steckt.

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Von Autor/in Viviane Chartier

Wie verhalte ich mich, wenn der Mäusebussard angreift?
Was tun, wenn mich der Greifvogel verletzt hat?
Wann und warum kann es zu den Attacken durch den Mäusebussard kommen?
Wo bauen Mäusebussarde ihr Nest?
Vorsicht Shitstorm: Wenn man Kolonienbrütern zu nahe kommt

Plötzlich ein Schatten von oben, ein Greifvogel mit einer Spannweite von 130 Zentimeter nähert sich von hintern oder fliegt einen direkt an. So was kommt gerade im Frühjahr öfter vor. SWR4 Vogel-Experte Andreas Kohler weiß, um wen es hier geht: "Es gibt verschiedene Vögel, die angreifen könnten, aber der übliche Verdächtige bei uns ist der Mäusebussard." Da der Greifvogel scharfe Krallen hat, kann das auch schon mal blutig werden, wenn er einen am Kopf erwischt.

Das Risiko ist für Jogger und Radfahrer sei besonders hoch, so Kohler. Weil sie sich schnell bewegen. Denn der Mäusebussard reagiert auf schnelle Bewegungen in der Nähe seines Nestes.

Wie verhalte ich mich, wenn der Mäusebussard angreift?

Auf keinen Fall sollte man stehen bleiben oder nach dem Vogel schlagen. Auch schnelle Bewegungen sollte man unterlassen. "Das Beste wäre natürlich erst mal, den Kopf ein bisschen zu schützen, mit Mütze oder Hut oder wenigstens die Hände über den Kopf halten", rät Andreas Kohler. Und am besten kehrt man wieder um und geht den Weg zurück, den man gekommen ist.

Und dabei kann man den Vogel noch ablenken, indem man etwas über den Kopf hält. "Der Vogel attackiert immer den höchsten Punkt, das heißt, wenn ich einen Stock hochhalte und vielleicht auch eine Mütze draufsetze oder einen Regenschirm hochhalte, dann wird er mir gar nicht an den Kopf fliegen, sondern oben an diesen Punkt." Außerhalb seines Reviers fliegt der Mäusebussard dann auch keine Angriffe mehr.

Was tun, wenn mich der Greifvogel verletzt hat?

Wegen der Infektionsgefahr sollte die Verletzung sachgemäß versorgt werden, auch wenn sie nur klein ist. Wenn die Impfung gegen Tetanus schon eine Weile her ist, dann sollte man sie direkt auffrischen. Da Vögel keine Überträger von Tollwut sind, besteht hier kein Ansteckungsrisiko.

Wann und warum kann es zu den Attacken durch den Mäusebussard kommen?

Ein Mäusebussard mit seinem Nachwuchs im Nest.
McPHOTO / Rolf Mueller

Bussarde verhalten sich während der Brutzeit so, vor allem wenn ihre Jungvögel geschlüpft sind und sich im Nest befinden. Das ist zwischen Mai und Juli. Die Vögel verteidigen dann ihre Jungen und versuchen mit den Attacken Eindringlinge aus ihrem Revier zu verjagen. Dieses Verhalten ist völlig normal und lässt dann nach einigen Wochen nach.

Wo bauen Mäusebussarde ihr Nest?

Nicht nur in Wäldern brütet der Mäusebussard, sondern auch im Feldgehölz.
imageBROKER | Ian Murray

Mäusebussarde brüten in relativ hohen Bäumen in Laub- und Mischwäldern, in Baumgruppen oder Feldgehölzen. Feldgehölze sind Gruppen von Bäumen und Sträuchern, umgeben von Ackerflächen. Hier sollte man also vorsichtig sein. Denn dort muss man im Frühsommer damit rechnen, dass die Bussarde ihre Nester bauen, auch in der Nähe von Spazierwegen.

Vorsicht Shitstorm: Wenn man Kolonienbrütern zu nahe kommt

Dreizehenmöwen brüten am Nest auf Helgoland.
imageBROKER | McPHOTO / Mathias Schäf

Auch wenn man sich Vögeln zu sehr nähert, die in Kolonien brüten, kann das sehr unangenehm werden, weiß SWR4 Vogel-Experte Andreas Kohler aus eigener Erfahrung. "Ich habe das selbst schon erlebt auf Helgoland, wo ich mit einem Spektiv auf dem Rücken, also mit meinem Fernrohr mal in so eine Möwenkolonie geraten bin."

Die fangen dann an einen mit Kot zu bewerfen. Das ist sehr unangenehm. Da lobe ich mir schon fast den Bussard. Naja gut, wenn er mich am Kopf erwischt mit seinen Krallen, ist das auch nicht schön, aber voller Möwenkot zu sein, ist auch kein schönes Erlebnis.

Greifvögel erkennen und unterscheiden

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Autor/in
Viviane Chartier