Naturschützer Carsten Weber hat drei Apps, die kostenlos und werbefrei sind, und viele Fragen – meist – richtig beantworten. Die Funktionsweise der Apps unterscheiden sich dabei sehr.
Vögel erkennen mit BirdNet
BirdNet ist eine KI-gestützte App mit der man Vögel anhand ihres Gesangs bestimmen kann. Mehrere Tausend Vogelarten bilden mit Ton-Aufnahmen den Datenfundus, der wissenschaftlich sehr fundiert ist. Laien können keine falschen Daten abspeichern.
So funktioniert´s: Mit dem Aufrufen der App startet sofort die Audioaufnahme. Auf dieser Aufnahme sieht man die Tonspur und kann den Bereich mit Vogelruf markieren. Diesen Vogel kann die KI-gestützte App bestimmen, wenn die Aufnahme deutlich genug ist. Durch das Markieren wird es möglich, einen Ruf unter vielen auszuwählen. Zu den Vögeln gibt es umfassende Informationen zum Nachlesen sowie eine Verbreitungskarte.
App bei Google Play
App im Apple Store
Bee-Vision - Artenschutz mit KI
Künstliche Intelligenz wird in vielen Bereichen getestet, sogar in der Insektenkunde. BeeVision heißt ein Forschungsprojekt der Landesanstalt für Bienenkunde an der Uni Hohenheim.
Pflanzen erkennen mit Flora incognita
Flora Incognita hat einen großen Datenfundus mit hinterlegten Fotos. Zusätzliche Infos kommen mit Quellenangaben auch aus dem Internet. Der Citizen-Science-Aspekt ist recht wichtig: jeder, der die App benutzt und Pflanzen bestätigt, trägt zu einer Verbreitungskarte bei. Wer die App fleißig benutzt, erhält ein Abzeichen.
So funktioniert´s: Es gibt verschiedene Tools, das Wichtigste ist natürlich, Pflanzen zu erkennen. Dazu macht man zunächst ein Foto von der Blüte. Im Hintergrund gleicht die App das gemachte Foto mit den hinterlegten Fotos ab. Manchmal hat sie Nachfragen und will neben der Blüte auch das Blatt sehen. Im Ergebnis, das sie ausgibt, steht eine Prozentzahl, zu welcher Wahrscheinlichkeit die Bestimmung stimmt. Dazu gibt es Zusatzinfos über die Pflanze.
Bestätigt man den Fund, werden die Pflanzen unter „Meine Beobachtungen“ gespeichert. So ergibt sich ein eigenes kleines Verzeichnis an Pflanzen, die man bestimmt hat. Mit dem Bestätigen wird zusätzlich das Vorkommen der Pflanze auf einer Karte gespeichert. So ergeben sich „Feld“-Daten über das Vorkommen einer Pflanze. So charmant diese Art der Funktionsweise ist, birgt sie aber auch Nachteile: denn im Prinzip will die App vom Nutzer wissen, ob sie der vorgeschlagenen Pflanze zustimmt. Dazu müsste man sie aber selbst sicher bestimmen können!
App bei Google Play
App im Apple Store
Insekten bestimmen mit der NABU-App zum Insektensommer
Eine App, die wie ein Bestimmungsbuch aufgebaut ist. Man muss nichts herunterladen, sondern geht über die Homepage des NABUs. Dabei lernt man viel, denn man muss zunächst erkennen, ob es sich beispielsweise um eine Wanze oder einen Käfer handelt, um dann an eine große Zahl an Insektenporträts zu kommen.
Wer bei der Aktion mitmacht, kann dem Nabu über diese App seine Funde auch direkt melden.
www.naturgucker.de