Johannisbeersträucher schneiden: Warum, wie und wann?

Die Johannisbeeren sind geerntet – das ist die beste Zeit für einen ordentlichen Schnitt der Johannisbeersträucher. Gartenexpertin Heike Boomgaarden weiß, wo Sie die Gartenschere ansetzen müssen, um nächstes Jahr wieder eine gute Ernte zu bekommen. 

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Von Autor/in Heike Boomgaarden

Warum müssen Johannisbeersträucher geschnitten werden?

Es gibt mehrere Gründe, warum man die Sträucher der Johannisbeeren regelmäßig schneiden sollte.

  • Johannisbeersträucher schneiden – das klingt nach Arbeit, ist aber essenziell für eine reiche Ernte. Warum? Die Früchte wachsen vor allem an zwei- bis dreijährigen Trieben. Ältere Triebe hingegen verlieren an Produktivität: Sie tragen weniger und kleinere Beeren. Ein regelmäßiger Rückschnitt fördert also die Fruchtbildung und sorgt für kräftige, ertragreiche Pflanzen.
  • Doch das ist nicht alles. Ein gut geschnittener Strauch bietet bessere Luftzirkulation, wodurch Pilzinfektionen wie Mehltau vermieden werden können. Zudem sorgt mehr Licht im Inneren des Strauchs für aromatischere und gleichmäßiger reifende Beeren. "Je lichter der Strauch, desto besser die Ernte", lautet die Faustregel.
Sträucher von Johannisbeeren schneiden: Ein junger Mann betrachtet einen Johannisbeerstrauch.

Unterschiede zwischen roten, weißen und schwarzen Johannisbeersorten

Nicht alle Johannisbeeren werden gleich geschnitten. Hier ist es wichtig zu wissen, an welchem Holz die Sträucher am besten tragen. Sonst schneidet man seine Ernte weg. 

Rote und weiße Johannisbeeren entwickeln ihre Früchte bevorzugt an zwei- und dreijährigem Holz, schwarze Johannisbeeren an ein- und zweijährigem Holz.

Das bedeutet: Bei schwarzen Johannisbeeren muss man konsequenter schneiden als bei roten und weißen. Damit erreicht man, dass sich die Triebe ständig erneuern. Das sorgt für eine gleichbleibende Fruchtqualität.

Johannisbeersträucher richtig schneiden: Schwarze Johannisbeeren an einem Strauch.

Wie stark sollte der Johannisbeerstrauch geschnitten werden?

Richtig radikal sollte man beim Schneiden nicht ans Werk gehen. Der Strauch sollte immer acht bis zehn Gerüstäste behalten. Am besten einmal jährlich drei bis vier Gerüstäste, die älter als vier bis fünf Jahre sind, abschneiden und zwar ganz nah am Boden. 

Wie erkennt man altes Holz? Es ist dunkler, dicker und oft stark verzweigt. Gleichzeitig lässt man drei bis vier kräftige Neutriebe stehen. Alle übrigen Bodentriebe sowie nach innen wachsende oder zu dicht stehende Seitentriebe werden entfernt. So bleibt der Strauch vital und gut durchlüftet.

Welche Beerensträucher kann man jetzt auch schneiden?

Nach den Johannisbeeren sind die Stachelbeeren an der Reihe. Die sind nämlich der Johannisbeere sehr ähnlich.

Eine Frau pflückt Stachelbeeren.

Die Schnitttechnik ist ähnlich wie bei den Johannisbeeren: Drei bis vier ältere Gerüstäste werden jährlich entfernt, während drei bis vier Neutriebe stehen bleiben. Auch hier gilt: Entfernen Sie nach innen wachsende oder zu dicht stehende Triebe.

Achten Sie zudem auf Mehltautriebe, die an einer weißen Verfärbung erkennbar sind – diese sollten ebenfalls entfernt werden.

Johannisbeersträucher vermehren: Zwei einfache Methoden 

Ein falsch geschnittener Strauch ist kein Grund zur Verzweiflung. Mit ein wenig Geschick lassen sich daraus neue Pflanzen ziehen.

Ein Mann macht Stecklinge von einem Johannisbeerstrauch.

1. Stecklinge:

Schneiden Sie zehn bis 15 Zentimeter lange junge Triebe mit zwei Blattpaaren ab. Diese Stecklinge werden in Anzuchtserde gesteckt und feucht gehalten. Nach zwei bis drei Wochen bilden sich die ersten Wurzeln. Im Spätherbst können die neuen Pflanzen in den Garten gesetzt werden.

2. Absenker:

Haben Sie einen Strauch mit langen Trieben? Biegen Sie einen Trieb auf den Boden, fixieren Sie ihn mit Draht oder einem Stein und bedecken Sie ihn mit Erde – die Spitze sollte jedoch sichtbar bleiben. Bis zum Frühjahr bewurzelt sich der Absenker und kann dann umgepflanzt werden.

Fazit: Die Pflege der Johannisbeersträucher lohnt sich

Ein regelmäßiger Schnitt der Johannisbeeren sorgt nicht nur für eine bessere Ernte, sondern schützt Sträucher auch vor Krankheiten. Und falls doch einmal etwas schiefgeht, bieten Stecklinge und Absenker die Möglichkeit, neue Sträucher zu ziehen.

Warum sich der Aufwand lohnt und Johannisbeeren so gesund sind, das sehen Sie auch im Video.

Bei der Erstellung dieses Textes hat ein KI-Sprachmodell geholfen. Es hat einen Vorschlag gemacht, wie man aus dem Radiobeitrag zum Thema einen Artikel strukturieren und formulieren könnte. Anschließend wurde der Text von einer Redakteurin überarbeitet, das heißt: kritisch geprüft, ergänzt und verbessert. Generell handelt der SWR nach folgenden Richtlinien:

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Kaffee oder Tee SWR

Erstmals publiziert am
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Autor/in
Heike Boomgaarden
Porträt von SWR4 Expertin Heike Boomgaarden im blauen Jackett