Ein Baum mit Geschichte und Zukunft

Mispel pflanzen: Tipps für Pflege, Sorten und Ernte

Die Mispel feiert ihr Comeback! Erfahren Sie, warum der Mispelbaum ideal für kleine Gärten ist, wie man ihn richtig pflegt und welche Sorten besonders ertragreich sind.

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Von Autor/in Volker Kugel

Pflegeleicht und ideal für kleine Gärten

Die Mispel ist ein echter Allrounder für den Garten. Sie wächst problemlos in normalem Gartenboden, solange dieser nicht zu Staunässe neigt. Ob in der Sonne oder im Halbschatten – die Pflanze gedeiht fast überall.

Ein Mistelbaum mit den Früchten der Mispel im Herbst auf einer Wiese.
Ein Mispelbaum macht sich im Garten besonders gut, wenn er frei stehen kann. Im Herbst färben sich die Blätter der Mispel von orange-gelb bis braun.

Besonders praktisch: Mispelbäume bleiben mit einer Wuchshöhe von drei bis vier Metern recht kompakt, was sie ideal für kleine Gärten macht. In kleinen Gärten muss man clever pflanzen, da man nicht viel Fläche hat. Auch Ahornbäume bieten sich für den kleineren Garten wunderbar an. Ebenso Kugelbäume.

Nach der Anwachsphase von zwei bis drei Jahren ist die Mispel äußerst robust und verträgt Hitze und Trockenheit problemlos. Sie eignet sich hervorragend als Solitärbaum auf einer Rasenfläche, wo ihre sattgrünen Blätter und weißen Blüten besonders gut zur Geltung kommen. Doch auch in einem Staudenbeet macht sie eine gute Figur. Dank ihres tiefreichenden Wurzelsystems können schattenliebende Pflanzen wie Christrosen, Japanwaldgras oder Lungenkraut direkt unter ihr wachsen.

Mispeln pflanzen für eine gute Ernte

Die Mispel Früchte des Mispelbaums in den Händen einer Frau
Im Spätherbst kann man die Früchte der Mispel ernten. Wer sie in der Küche nutzen will, sollte Sorten wie "Nottingham" oder "Westerveld" pflanzen.

Mispeln sind zwar selbstbestäubend, doch durch die Pflanzung eines zweiten Baumes lassen sich die Ernteerträge deutlich steigern. Dann können sich die Bäume gegenseitig befruchten. Wichtig zu wissen: Diese speziellen Sorten sind oft nur in gut sortierten Gartencentern oder Baumschulen erhältlich.

Bei frostfreiem Boden ist auch im Spätherbst noch die ideale Zeit, um einen Mispelbaum zu pflanzen.

Aussehen und Blütezeit der Mispel

Die Früchte der Mispel sind klein, braun und etwa so groß wie Aprikosen. Auffällig sind die fünf Kelchblätter, die wie kleine Krönchen wirken. Doch Vorsicht: Vor einem Frost sind die Früchte hart und kaum essbar. Erst bei Temperaturen unter minus fünf Grad wird ihr Fruchtfleisch weich und aromatisch.

Die Blüten der Mispel an einem Mispelbaum mit grünen Blättern.
Ein Mistelbaum mit den zarten und weißen Blüten. Man kann den Baum als Blickfang im Garten pflanzen.

Die Blütezeit der Mispel beginnt Anfang Mai. Dann erscheinen auf dem Baum große, weiße Blüten, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern auch eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten bieten. Mit ihrem reichen Pollenangebot lockt die Mispel zahlreiche Bienen und andere Bestäuber an.

Sorten der Mispel für die Küche

Wer die Früchte der Mispel in der Küche nutzen möchte (zum Beispiel in einem leckeren Chutney oder in einer Marmelade), sollte auf spezielle Kultursorten setzen. Sorten wie Nottingham, Westerveld oder die Holländische Großfruchtige sind auf Quitte oder Weißdorn veredelt und garantieren gleichmäßige, hohe Erträge.

Mispelmarmelade und die Früchte der Mispel frisch aus dem Garten auf einem Tisch. Es gibt verschiedene Sorten der Mispel.
Die Frucht der Mispel ist optisch nicht sonderlich schön. Aber nach dem ersten Frost schmecken Mispeln aus dem Garten ganz gut und sind dann auch nicht mehr hart.

Die Mispel gehört zu den Rosengewächsen, wie Apfel und Birne, und wächst als großer Strauch oder kleiner Baum. Vollreif entfalten die Früchte einen Geschmack, der an Bratapfel und Marzipan erinnert – ein echtes Highlight für Feinschmecker.

Die Mispel: Eine Pflanze mit Geschichte

Die Mispel (Mespilus germanica) hat eine lange Tradition in Europa. Ursprünglich brachten die Römer sie aus dem Vorderen Orient mit, und über Jahrhunderte war sie ein fester Bestandteil von Bauerngärten. Doch im 20. Jahrhundert geriet die Pflanze fast in Vergessenheit. Heute wird sie wieder geschätzt – nicht nur als Wildobst, sondern auch als wertvoller Baum für kleine Gärten.

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Volker Kugel
Porträt von SWR4 Experte Volker Kugel im blauen gemusterten Hemd
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Thomas Buck
Porträt von SWR4 Redakteur Thomas Buck im schwarzen Polo-Shirt