- Der hungrige Siebenpunkt-Marienkäfer – ein Nützling gegen Blattläuse
- So kommt man an Marienkäferlarven
- Florfliegen: Nützliche Insekten für Ihren Garten
- So kommt man an Florfliegenlarven
- Nematoden: Effektive Hilfe gegen den Dickmaulrüssler
- So überwintern Marienkäfer und Florfliegen richtig
- Natürliche Tipps für starken Schädlingsbefall
Sie können einem die Freude an einer wunderschön blühenden Rose ein bisschen vermiesen: Schädlinge wie Blattläuse. Die gute Nachricht: Auch diese kleinen lästigen Krabbeltiere haben ihre natürlichen Feinde. Die nennt man Nützlinge. Nützlinge sind also meist Insekten, die sich von anderen Insekten ernähren, aber den Pflanzen selbst nicht schaden. Man könnte sie auch "lebendige Pflanzenschutzmittel" nennen. SWR4 Gartenexperte Volker Kugel schwört auf Nützlinge und stellt sie vor.
Der hungrige Siebenpunkt-Marienkäfer – ein Nützling gegen Blattläuse
Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist ein echt hungriger Kerl. Er vertilgt im Laufe seines Lebens als Larve und erwachsenes Tier bis zu 600 Blattläuse. Man muss also den Marienkäfer schützen, damit er die Blattläuse auf unseren Rosen oder Bohnenpflanzen in Schach hält.
So kommt man an Marienkäferlarven
Wer ein Blumenfenster oder sogar ein Gewächshaus hat, kann die Marienkäfer als Larven bei verschiedenen Züchtern bestellen und dann gezielt einsetzen. Im Freiland ist dies allerdings nicht sehr effektiv, denn vielleicht schmecken die Blattläuse beim Nachbarn viel besser.
Florfliegen: Nützliche Insekten für Ihren Garten
Im Volksmund wird sie oft fälschlicherweise als Eintagsfliege bezeichnet: die grünlichen Insekten mit dem kleinen Körper und den großen, durchsichtigen Flügeln. Ihr richtiger Name ist Florfliege.
Sie sind sogar auf zwei verschiedene Arten nützlich: Die Larven der Florfliegen fressen Blattläuse, Thripse und Wollläuse. Und zwar bis zu 500 Stück pro Larve. Und die erwachsene Florfliege ernährt sich von Pollen und Nektar der Blüten und bestäubt damit quasi nebenher unsere Blütenpflanzen. Also auch die Florfliegen sollte man unbedingt schützen Zum Beispiel durch den weitgehenden Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel im Garten.
So kommt man an Florfliegenlarven
Die Larven der Florfliegen kann man auch als Nützlinge beim Züchter bestellen. Aber das macht – wie bei den Marienkäfern – nur für Gewächshäuser Sinn, weil sie im Freien schnell in die Umgebung verschwinden.
Nematoden: Effektive Hilfe gegen den Dickmaulrüssler
Wichtige Helfer sind auch die Nematoden. Sie sind keine Insekten, sondern Fadenwürmer und so klein, dass man sie nur unter dem Mikroskop erkennen kann. Sie lassen sich ganz gezielt über das Gießwasser einsetzen: Im Garten zum Beispiel gegen die gefräßigen Larven des Dickmaulrüsslers und zwar im Frühjahr und Frühherbst.
Der Käfer ist sonst nur schwer zu bekämpfen, da er sehr versteckt lebt. Den Schaden am Rhododendron, Efeu oder Kirschlorbeer erkennt man erst an den buchtenartigen Fraßstellen. Die werden von ausgewachsene Dickmaulrüsslern verursacht. Den Hauptschaden aber richten die Larven an, die im Boden leben und die Wurzeln der Pflanzen abfressen. Mithilfe von Nematoden lässt sich dieses große Problem ganz ohne den Einsatz von Gift lösen. Den Dickmaulrüssler sollten Sie nicht mit dem Rosenkäfer verwechseln. Der ist grün, schimmert manchmal leicht golden- bis bronzefarben und ist auch ein Nützling.
Die Nematoden kann man im Internet bestellen. Auch in Gartencentern kann man Bestellkarten für spezialisierte Anbieter kaufen.
So überwintern Marienkäfer und Florfliegen richtig
Marienkäfer und Florfliegen haben außer ihrem Hunger auf Blattläuse noch etwas gemeinsam: Sie überwintern als erwachsene Tiere. Und dabei kann man ihnen helfen.
Beide brauchen wettergeschützte Plätze in Hütten, Schuppen oder Fahrradboxen. Man sollte also diese Nebengebäude nicht total abdichten, sondern im oberen Bereich (damit uns nicht auch Mäuse besuchen!) Schlupflöcher lassen. Über diese können die Florfliegen und Marienkäfer einfliegen, um ein Winterquartier zu finden. Auch Holzstapel sind dafür ideal geeignet. Da fühlen sich übrigens auch viele Wildbienen wohl.
Natürliche Tipps für starken Schädlingsbefall
Was tun, wenn der Befall mit Blattläusen so stark ist, dass unsere kleinen Helferlein überfordert sind? Dann muss man eingreifen, um die Pflanzen zu retten. Am einfachsten wäre es, die Überpopulation mit einem chemisch-synthetischen Gift zu 100 Prozent zu vernichten. Aber das hätte gleich zwei ganz schwerwiegende Nachteile:
Erstens: Diese starken Gifte sind auch schädlich für die Nützlinge und andere Insekten, wie etwa Bienen oder Wildbienen.
Zweitens: Wenn man komplett alle Schädlinge vernichtet, haben die verbleibenden Nützlinge keine Nahrung mehr und sterben ab. Oder sie wandern weg. Auch dann hat man keinen Nutzen mehr von ihnen.
Deshalb sollte man zur Bekämpfung der Schädlinge z.B. Kaliseife verwenden. Dieses biologische Pflanzenschutzmittel ist gut wirksam. Es beseitigt Überpopulationen von Schädlingen, ohne diese komplett zu vernichten. So entsteht ein biologisches Gleichgewicht von Nützlingen und Schädlingen. Und wir haben unsere von Läusen befallene Rose oder die Bohnenpflanze gerettet.