Rückschnitt von Obstbäumen: Warum Sie diese Bäume nach der Ernte schneiden sollten

Jetzt nach der Ernte ist der richtige Zeitpunkt, um Pfirsich-, Pflaumen-, Zwetschgen-, Mirabellen- und Walnussbäume zurückzuschneiden. So fällt die Ernte im kommenden Jahr besser aus.

Teilen

Stand

Von Autor/in Volker Kugel

Warum muss man Obstbäume schneiden?

Obstbäume sind Kulturpflanzen, die einen Rückschnitt benötigen. In den ersten Jahren brauchen sie einen sogenannten Erziehungsschnitt. Durch den Schnitt wird die Baumkronen richtig geformt.

Später ist der regelmäßige Erhaltungsschnitt nötig, um eine gute Ernte zu bekommen und die Vitalität des Baumes zu erhalten.

Kernobstbäume wie Äpfel- und Birnbäume schneidet man in der Winterruhe im Januar und Februar, genauso wie Beerensträucher und Weinreben.

Es gibt aber auch Obstarten, bei denen es Sinn macht, sie Ende September zurückzuschneiden, weil die Schnittwunden im Laufe des Herbstes noch gut verheilen können und der Wuchs der Bäume beruhigt wird.

Welche Obstbäume profitieren vom Herbstschnitt?

Ein junger Mann schneidet einen Aprikosenbaum.

Sinnvoll ist der Rückschnitt Ende September bei:

  • Pfirsichbäumen
  • Aprikosenbäumen
  • Pflaumenbäumen
  • Mirabellenbäumen
  • Walnussbäumen

Was ist bei Pfirsich- und Aprikosenbäumen zu beachten?

Pfirsich- und Aprikosenbäume tragen an den Trieben vom Vorjahr die Früchte. Damit die Ernte stabil bleibt, braucht es den regelmäßigen Rückschnitt. So können neue Triebe wachsen, die im übernächsten Jahr wieder viele Früchte ansetzen.

Bei Pfirsichen und Aprikosen ist dieser Schnitt unbedingt immer nötig, weil sonst der Ertrag der Früchte mit der Zeit stark nachlässt.

Außerdem können die Schnittwunden am Baum noch sehr gut verheilen. So können Infektionen mit Bakterien und Pilzen verhindert werden.

Ein spezieller Wundverschluss ist nicht nötig, weil die Schnittwunden jetzt noch etwas feucht bleiben. Ein Wundverschluss-Mittel würde aufgrund der Feuchte nicht zuverlässig haften.

Herbstschnitt bei Pflaumen-, Zwetschgen- und Mirabellenbäumen

Ein Mann schneidet einen Pflaumenbaum.

Bei Pflaumen-, Zwetschgen- und Mirabellenbäumen ist ein Schnitt nach der Ernte sinnvoll, weil man dadurch den Wuchs der Bäume beruhigen kann. Beim Steinobst werden sehr oft ganz viele steil stehende Triebe gebildet, die sogenannten Wasserschosse. Die können wir jetzt ganz eng am Stamm entfernen.

Sogenannte Wasserschosse oder Wassertriebe eines Baumes werden mit einer Gartenschere abgechnitten.
Wasscherschosse können am Baum abgeschnitten werden, weil sie keine Früchte tragen.

Das Entfernen der Wasserschosse ist sinnvoll, weil an diesen senkrechten Trieben kaum Früchte gebildet werden. Außerdem bekommen die Früchte in der Baumkrone so mehr Licht, reifen schneller und werden süßer und aromatischer. Durch das Schneiden der Triebe wird zudem der Austrieb neuer Wasserschosse im nächsten Jahr stark gebremst.

Der Walnussbaum, ein Spezialfall

Ein Walnussbaum mit gefärbten Blättern.

Der Spätsommer ist auch die optimale Zeit, um Walnussbäume zurückzuschneiden. Der Saftdruck der Bäume lässt jetzt deutlich nach und der Saftaustritt nach dem Schneiden ist sehr gering. Die Walnussbäume "bluten" dann kaum.

Das wäre ganz anders bei einem Schnitt ab Februar. Da kommt nach dem Rückschnitt auch bei kleineren Ästen viel Flüssigkeit heraus und dieser Saftverlust schwächt die Bäume.

Auch bei den Walnussbäumen gilt, dass jetzt die Wunden insgesamt besser verheilen als beim Winterschnitt. Wobei sie nicht so regelmäßig geschnitten werden müssen, wie Obstbäume.

Bei Walnussbäumen kürzt man bestenfalls seitliche Äste, damit die Kronen nicht zu breit werden. Außerdem nimmt man Konkurrenztriebe aus der Baumkrone heraus und entfernt untere Äste ganz, um unter dem Baum Platz zu haben.

Diese Werkzeuge braucht man für den Rückschnitt

Eine Gartenschere auf einer Holzunterlage.

Wer jetzt nach der Ernte mit dem Rückschnitt loslegen will, braucht gute Schnittwerkzeuge. Für dünnere Äste reicht eine scharfe Gartenschere. Scharf heißt: Die Schere muss die Äste glatt durchschneiden, ohne sie zu quetschen. Dadurch verheilen die Schnittwunden viel besser.

Für dickere Äste braucht man dann eine scharfe Astschere mit längeren Griffen oder eine Baumsäge.

So verhindern Sie die Übertragung von Pilz- und Bakterienkrankheiten

Die Werkzeuge sollten regelmäßig mit Desinfektionsmittel gereinigt werden, um die Übertragung von Krankheiten durch Bakterien und Pilze bei den Obstbäumen zu verhindern.

Feigenbaum pflanzen, pflegen und schneiden

Feigenbäume können Sie im Herbst im eigenen Garten pflanzen. Unser Gartenexperte Volker Kugel kennt die besten winterharten Sorten, die sogar zweimal im Jahr leckere Feigen tragen.

SWR4 am Donnerstag SWR4

Baum pflanzen im Herbst – so geht es richtig

Der Herbst ist die perfekte Zeit, um einen neuen Baum im Garten zu pflanzen. Wir haben wichtige Tipps zur Jahreszeit, der Erde und Infos, wann man die jungen Bäume stützen sollte.

SWR4 am Donnerstag SWR4

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Volker Kugel
Porträt von SWR4 Experte Volker Kugel im blauen gemusterten Hemd