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Orchideen: So kaufen, gießen und pflegen Sie die Pflanzen richtig

Erfahren Sie, wie Sie die perfekten Orchideen kaufen, pflegen und gießen. Außerdem haben wir Tipps zu Winterruhe und die SWR4 Expertin verrät, was Sie gegen Schädlinge tun können.

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Von Autor/in Heike Boomgaarden

Orchideen gehören seit Jahren zu den beliebtesten Zimmerpflanzen überhaupt. Kaum eine andere Pflanze steht so selbstverständlich und so oft auf deutschen Fensterbänken und wird auch sehr gerne verschenkt. Millionen Haushalte schmücken ihre Wohnungen mit diesen exotischen Schönheiten.

Mehrere blühende Orchideen in einem Fenster von außen.
Orchideen sind sehr beliebt. Viele Menschen kaufen gleich mehrere Exemplare und schmücken so ihr Zuhause.

Orchideen kaufen: Worauf sollte man achten?

Der erste Schritt zu einer gesunden Orchidee beginnt bereits beim Kauf. Achten Sie darauf, dass die Pflanze kräftige, grüne Blätter und keine sichtbaren Schädlinge hat. Schildläuse, die sich als kleine Knöpfchen oder Erhebungen auf den Blättern zeigen, sind ein häufiges Problem.

Mehrere Orchideen mit Übertopf in Folie in einem Einrichtungshaus zum Verkauf.
Orchideen gibt es im Blumenfachhandel, in Gärtnereien, Baumärkten, Einrichtungshäusern und sogar Discountern zu kaufen.

Ein weiterer wichtiger Punkt: die Wurzeln. Gesunde Orchideen haben kräftige, grüne Luftwurzeln. Diese sind ein essenzieller Bestandteil der Pflanze, da sie in ihrer natürlichen Umgebung Nährstoffe und Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen. Wichtig sind auch gesunde Wurzelspitzen und keine Anzeichen von Fäulnis. 

Die richtige Pflege: Umtopfen und Standortwahl

Orchideen wachsen in der Natur auf Bäumen und benötigen daher ein spezielles Substrat. Statt herkömmlicher Blumenerde verwenden Sie am besten grobes Rindensubstrat, das die Wurzeln belüftet und Staunässe verhindert. Sie sollten Orchideen alle zwei bis drei Jahre umtopfen. Denn das Substrat zerfällt mit der Zeit und die Pflanze wird dann nicht mehr optimal versorgt.

Die Wurzeln einer weißen Mini-Orchidee werden aus dem Blumentopf gezogen.
Orchideen können ganz einfach umgetopft werden. Wenn Sie sich an die Pflegetipps halten, haben Sie lange Freude an der Pflanze.

Nach dem Umtopfen ist der Standort entscheidend: Orchideen lieben helle Plätze, aber keine direkte Sonneneinstrahlung. Ein Fenster mit indirektem Licht ist ideal. Besonders im Frühjahr, wenn die Pflanzen aus ihrer Winterruhe erwachen, benötigen sie viel Licht und Luft, um neue Blüten und Blätter auszubilden.

Orchideen gießen: Tauchen statt Gießen

Das richtige Gießen ist bei Orchideen entscheidend, denn Staunässe ist Gift für die Pflanze. Statt zu gießen, empfiehlt es sich, die Orchidee zu tauchen. Füllen Sie eine Schüssel mit lauwarmem Wasser, geben Sie etwas Orchideendünger hinzu und stellen Sie die Pflanze für einige Minuten hinein. Lassen Sie das überschüssige Wasser gut abtropfen, bevor Sie die Orchidee zurück in ihren Übertopf stellen.

Was tun bei Schädlingen?

Eine langdornige Schmierlaus auf dem Blatt einer Orchidee in Nahaufnahme.
Die häufigsten Läuse an Orchideen sind Wollläuse (Schmierläuse). Sie saugen Pflanzensaft, schwächen die Orchidee und hinterlassen klebrigen Honigtau.

Läuse sind ein häufiges Problem bei Orchideen. Um sie zu bekämpfen, gibt es ein einfaches Hausmittel:

Tauchen Sie einen Wattebausch in Alkohol oder Öl und bestreichen Sie damit die Läuse. Alternativ können Sie die Tiere auch vorsichtig mit dem Fingernagel entfernen.

Bei starkem Befall helfen Nützlinge wie Florfliegenlarven, die in Gartencentern erhältlich sind.

Bei Zimmerpflanzen, die nicht in Substrat, sondern in Erde wachsen, werden Trauermücken oft zum Problem. Sie nerven nicht nur, ihre Larven gefährden die Zimmerpflanzen sogar, da sie die Wurzeln anknabbern. Der Einsatz chemischer Mittel ist bei der Bekämpfung von Trauermücken allerdings nicht notwendig. Ein einfacher, aber wirkungsvoller Ansatz ist es, die oberste Erdschicht der Pflanzentöpfe trocknen zu lassen.

Orchideen-Dauerbrenner "Phalaenopsis" 

Die beliebteste Orchidee in Deutschland ist übrigens die "Phalaenopsis", eher bekannt unter dem deutschen Namen Schmetterlingsorchidee. Sie gilt als besonders pflegeleicht und blüht oft monatelang in den schönsten Farben. 

Die Blüten einer Orchidee in Nahaufnahme. Die Schmetterlingsorchidee hat pink-gelbe Blüten.
Die Schmetterlings-Orchideen sind der Klassiker in unseren Wohnzimmern. Sie gibt es in vielen unterschiedlichen Farben.

Winterruhe: Warum sie für Orchideen so wichtig ist

Im Herbst und Winter benötigen Orchideen weniger Wasser und Dünger. Während dieser Zeit sollten sie an einem kühleren, aber hellen Standort stehen – ideal sind Temperaturen zwischen 16 und 18 Grad Celsius. Auch das Gießen wird reduziert: Statt die Pflanze regelmäßig zu tauchen, reicht es, sie alle zwei Wochen leicht zu wässern.

Mehrere bunte Orchideen auf einer Fensterbank.
Orchideen sind relativ einfach zu pflegen und sind ein Blickfang auf jeder Fensterbank.

Die SWR4 Gartenexpertin Heike Boomgaarden empfiehlt, alte Blütenstände während der Winterruhe nicht abzuschneiden. Denn die Pflanze zieht die Nährstoffe aus den eingetrockneten Blüten zurück und nutzt diese für neue Triebe. Sobald die Tage im Frühjahr länger werden, erwachen Orchideen aus ihrer Ruhephase und beginnen, neue Blüten und Blätter auszubilden. Dann schneidet man alle alten Blüten auch radikal ab.

Neben den schön blühenden Orchideen gibt es viele weitere Zimmerpflanzen, die leicht zu pflegen sind. Einige riechen zudem noch sehr gut. Und ihr Duft kann sogar unsere Stimmung aufhellen!

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