Bezahlbar wohnen und zugleich selbst über ihren Wohnraum entscheiden - davon haben Anni und Christian immer geträumt. Daraus ist das Wohnprojekt "KOlibri" entstanden – eine Gruppe aus inzwischen elf Menschen. Gemeinsam haben sie ein dreistöckiges Haus in bester Innenstadtlage in Lahnstein bei Koblenz gekauft. Nach vielen Monaten Planung und unzählbaren Stunden Arbeit wohnt die Gruppe mittlerweile in ihrem Haus.
Alles ist vertraglich geregelt. Sie haben eine GmbH gegründet und die gehört dem Hausverein, so Anni: "Das heißt, das Haus gehört denen, die darin wohnen. Und das ist natürlich schon was anderes als in einer Mietswohnung. Wir entscheiden alles." Das ist das Besondere an diesem gemeinschaftlichen Wohnprojekt.
Hauskauf: Abenteuer trotz viel Planung
Gekostet hat das Haus 530.000 Euro. Mit einem Kredit bei der Bank und mithilfe von sogenannten Direktkrediten von Freundinnen, Freunden und Familie wurde das Haus erworben. Um die Kredite zu finanzieren, zahlen Anni, Christian und die Bewohner Miete. Das klappt so solidarisch wie erwartet, erklärt der 33-jährige Bauingenieur Christian. "Wir schauen, wie viel können die Menschen geben und entsprechend sind auch die Mieten dann aufgeteilt."
Im Winter will die Gruppe das Haus fertig saniert haben. Annis und Christians Tipp: Sich im Vorfeld alles ganz genau überlegen, viel planen - und gleichzeitig mutig genug zu sein, den Schritt zu wagen, auch wenn man vorher nicht weiß, "wie krass es wird".
Menschen brauchen Gemeinschaft
Wohnprojekte wie "KOlibri" hält Christine May für eine sehr gute Idee - solange die Bedürfnisse von allen gewahrt werden. Der Mensch brauche für sein Glücklichsein Gemeinschaft, betont die Journalistin und Autorin aus Salzburg. Für ihr Buch "Zuhause anders denken - warum gemeinsames Wohnen unsere Zukunft ist" hat sie über 200 Menschen in Österreich besucht, die in unterschiedlichen Gemeinschaftswohnprojekten leben - von umgebauten Kasernen bis zu alten Mühlen.
Zusammen Wohnen "liefert die tiefsten Beziehungen, die man sich vorstellen kann, und man steht im Alltag - sowohl finanziell als auch mit Belastungen - weniger allein da." Gleichzeitig rät sie, sich vor einem Einstieg in ein gemeinschaftliches Wohnprojekt sehr genau zu überlegen, was man sich wünscht und erwartet, "weil später jede Unsicherheit zu Problemen führen kann."
May ist überzeugt, dass Menschen Gemeinschaft brauchen und dass uns "fast schon dieser Dorfcharakter am allerbesten tut", also ein Umfeld, in dem wir viele Bezugspersonen um uns herum haben.
Gemeinschaft beginnt in der Nachbarschaft
Wer offener für Neues in Sachen Wohnen ist, muss nicht sofort die Wohnung wechseln, sagt May. Gemeinschaft lasse sich auch in der Nachbarschaft praktizieren – etwa, indem man sich überlegt, "wie man sich ein bisschen mehr gemeinschaftlich organisieren kann". Vielleicht kann man sich einen Rasenmäher teilen oder vielleicht braucht eine Person, wenn sie krank ist, jemanden, der für sie einkauft. "Da gibt es viele Möglichkeiten, sich gegenseitig zur Hand zu gehen", erklärt May.
Verkleinern im Alter: Umzug ins Holzhaus im Schwarzwald
Wenn die Kinder aus dem Haus sind, stellen viele Paare fest: Das Haus, in dem sie wohnen ist viel zu groß. Petra Kiefer und Albrecht Dickmann haben sich deshalb neu orientiert. Raus aus der heißen, stickigen Rheinebene, rein in den Schwarzwald. In Oberharmersbach haben sie ein nachhaltiges Holzhaus auf Stelzen gebaut. Vor ein paar Wochen sind sie eingezogen.
Die Entscheidung für Holz als Werkstoff war schnell gefallen, sagt Petra Kiefer. "Das kann wieder in den Energiekreislauf zurückgeführt werden" Das sei ihnen wichtig gewesen. "Damit wir auch weiteren Generationen die Möglichkeit bieten, gesund zu wohnen."
Ein neues Haus im Alter zu bauen? Das war für den Freundeskreis von Petra und Albert undenkbar. Viele hätten sie für die Entscheidung aber auch bewundert und gesagt: "Oh, ich bewundere Euch, dass ihr den Mut habt. Ich hätte ihn nicht."
31-Jährige renoviert alleine Fachwerkhaus
Für viele ist ein eigenes Haus oder eine Wohnung ein großer Traum. Neubau oder Altbausanierung - der Weg bis da ein Zuhause entsteht, ist lang und anstrengend. Baustellen, Entscheidungen, unerwartete Probleme - und natürlich die Kosten. Kathrin hat ihr Haus bei Bad Kreuznach alleine gekauft und renoviert es inzwischen seit zwei Jahren. Mittlerweile wohnt sie auf einer Etage. "Wenn man so ein Haus hat, muss man sich bewusst sein, es wird nie perfekt sein, aber es hat unfassbar viel Gefühl", sagt Kathrin.
Zurück in die Heimat Allein zum Traumhaus: 31-Jährige renoviert ihr Haus auf dem Land
Kathrin hat sich mit 31 alleine ein altes Haus auf dem Land bei Bad Kreuznach gekauft. Zwischen Baustelle, Panikattacken und Wohlfühlen baut sie sich ihr Zuhause.
Vision für das Traumhaus
Kathrin erinnert sich an den Tag, als sie das Haus zum ersten Mal besichtigt hat: "Ich bin hier reingekommen und hatte sofort eine Vision. Irgendwann hab‘ ich hier mit Tränen im Haus gestanden und mir wurde klar, dass ich eigentlich alles so gemacht habe, wie ich es mir vorgestellt habe."